Pünktlich zum ersten Adventwochenende, aber doch in Irland früher als erwartet, hat der Winter in all seiner Strenge Einzug gehalten in Irland.Gestern, am ersten Adventsonntag, sind die Temperaturen den ganzen Tag über nicht in den Plusbereich gestiegen. Die Kinder freuts (unser Sohn spekulierte bis zuletzt, dass vielleicht die Schule ausgesetzt wird) - die Autofahrer weniger.
Und fahren auf Irlands Straßen im Winter ist ja nun wirklich ein Erlebnis. Salzstreuung und Räumfahrzeuge Mangelware beziehungsweise nicht vorhanden, Winterreifen ebenso nicht. Dafür aber eine Nation von nicht winterfesten AutofahrerInnen, die den täglichen Arbeitsweg zum Erlebnis sondergleichen machen.
Besonders beliebt: Die Panzerfahrer. Jene, die gerade ein kleines Sichtfenster freikratzen am Morgen, und sich dann in den Berufsverkehr hetzen. In Schlangenlinienform und als große Gefahr für die Anderen. Ebenso toll: Jene, die ihr Auto nicht abkehren, schon gar nicht die Scheinwerfer. Die kommen einem dann um 7 Uhr Morgens in der Dunkelheit unbeleuchtet entgegen, und wundern sich wahrscheinlich, warum sie so wenig sehen. Und selbst da gibts noch die Bonusstufe: Nämlich dann, wenn ebensolche die Nebelscheinwerfer unterhalb der Schneegrenze am Auto einschalten, um wenigstens etwas erleuchtet bzw. beleuchtet zu sein.
Ich wundere mich wie jedes Jahr, dass (zum Glück) nicht mehr passiert auf den Winterstraßen Irlands. Und gehöre zum Glück zu denen, die genug Zeit am Arbeitsweg haben, weil ich ja nicht punktgenau anfangen muss am Morgen. Lang lebe die Gleitzeit.
Für die Iren sind solche Wetterverhältnisse aber auch eine gerne angenommene Entschuldigung. Vier mal läutete heute Morgen schon das Telefon. Nur leider keine Kunden mit Großaufträgen, sondern ArbeitskollegInnen, denen der Arbeitsweg zu gefährlich war, und die "aus Sicherheitsgründen" lieber daheim bleiben wollten. Interessantes Detail am Rande: Derzeit sind wir zu zweit: Ein Kollege aus Wexford, und ich aus Blessington. Die Dubliner Kollegen, die oft nur wenige Kilometer ins Büro haben, sind die, die uns grade erklären, dass die Straßen zu gefährlich zum Fahren sind ... ;-)








