Dieser Blog wird ab sofort auf www.irlandlive.com fortgesetzt! Wir freuen uns auf Euren Besuch auf der neuen Domain!
Freitag, 30. April 2010
Gerry Ryan ist tot
Die Schockmeldung ging grade wie ein Lauffeuer durch unsere Firma. TV- und Radiomoderator Gerry Ryan ist im 53. Lebensjahr verstorben.
Ich habe ihn im Gegensatz zu einigen meiner ArbeitskollegInnen nicht persönlich gekannt, sehr wohl aber seine Lebensgefährtin, die im Vorstand eines unserer größten Kunden aktiv ist.
Ryan war eine Institution, an der sich die Geister geschieden haben. Aber jeder Inselbewohner kannte ihn. Egal ob man ihn mochte oder nicht, er hat (vor allem) das Radio hier auf der Insel entscheidend mitgeprägt.
Und, nicht zu vergessen: Er ist auch der Vater von fünf Kindern.
Musik-Tipp: Children on the Hill
Mal wieder ein kleiner Musik-Tipp: Robert Rotifer, Sohn des ehemaligen österreichischen Finanzministers Ferdinand Lacina (wahrscheinlich der letzte österreichische Finanzminister, der wusste, wie ein Taschenrechner funktioniert) mit seinem großartigen Song "Children on the Hill" aus dem Jahr 2009.
Ja, in Österreich wird auch gute Musik gemacht :)
Donnerstag, 29. April 2010
Think big? Größenwahn? Braucht Arklow wirklich einen International Airport?
Nun, wir haben Ende April, nicht den ersten dieses Monats, also dürfte es sich vorab mal nicht um einen Scherz handeln. Und tatsächlich: Das neu gegründete Wicklow International Airport Project (WIAP) hat bei der IAA um die Lizenz zum Betrieb eines internationalen Flughafens in Arklow (Co. Wicklow) nach dem Modell von Bristol oder East Midlands im UK angesucht. Und sich dabei gleich einmal die Flughafennummer EIWW reservieren lassen.
Laut dem Sprecher des WIAP handelt es sich vorrangig natürlich um ein Arbeitsplatzbeschaffungsprojekt, und nur sekundär um den Plan, einen profitablen Flughafen zu installieren. Die Kosten des Projektes werden derzeit auf ca. 100 Mio. Euro geschätzt, laut WIAP könnte innerhalb von zwei Jahren eröffnet werden.
Nur: Braucht Arklow wirklich einen internationalen Flughafen? Und wer soll dort starten und landen? Größenwahn, Scherz oder unternehmerische Weitsicht?
Laut WIAP sollen dadurch vor allem Touristen in den County Wicklow gebracht werden, um gegen die sinkenden Besucherzahlen anzukämpfen. Aber von wo, und mit welchen Flugzeugen?
Ryan Air und Aer Lingus haben ihren Standort in Dublin, knapp 40 Autominuten entfernt, und können schon aus Prestigegründen dort nicht weg. Zwar würden eventuell billigere Flughafengebühren in Arklow sicher als Druckmittel gegen den Dublin Airport eingesetzt, aber weder O'Leary noch die Aer Lingus werden Dublin verlassen oder auch nur vernachlässigen können.
Natürlich wäre der Job-Boost gut für die wirtschaftlich schwerst angeschlagene Region um Arklow. Und steigende Touristenzahlen wären auch zu begrüßen.
Aber die Wirtschaftlichkeit eines International Airport in Arklow verschließt sich mir voll und ganz. Und deshalb halte ich es ganz persönlich für eine Schnapsidee ...
Mittwoch, 28. April 2010
Back to Basics
Fast schon vergessen, warum wir (unter anderem) unbedingt hierher wollten. Es stellt sich einfach der Alltagstrott ein, auch auf dieser schoenen Insel. Nun, da man ja (abgesehen von James Bond und Katzen) nur einmal lebt, wird es fuer uns hoechste Zeit, back to basics zu gehen.
Deshalb hoffen wir auf ein Ausharren der Schoenwetterfront bis zum Wochenende, damit wir mal wieder die Natur und Gegend geniessen koennen.
Brittas Bay musste schon viel zu lange ohne uns auskommen, die Wicklow Mountains sehnen sich danach, befahren und bewandert zu werden, Glendalough waere mal wieder eine Reise wert, und so weiter, und so fort.
Langer Rede kurzer Sinn: Ein Genusswochenende steht ins Haus (noch dazu ein verlaengertes). Hoechste Zeit, mal wieder den Duft der Insel zu atmen, und das Flair zu inhalieren. Sich an den einfachen und wunderschoenen Dingen des Lebens zu erfreuen, und mal nicht die Gedanken nur in der Arbeit, bei den Pruefungen des Sohnes oder sonstigen Ablenkungen zu haben.
Irgendwie packt uns grade das "Irland, wir kommen"-Fieber. Obwohl wir ja schon da sind. Und uns viel zu selten darauf besinnen.
Montag, 26. April 2010
Another week ahead
Nun geht's voller Elan in die neue Arbeitswoche - schließlich ist ja der Paycheck schon in unmittelbarer Greifweite.
Ein kurzer Blick zurück in die alte Heimat besagt, dass der einzig wählbare Kandidat dort mit großem Vorsprung als Bundespräsident bestätigt wurde - die gute Nachricht des Wochenendes. Rechtsrechtes Gedankengut und übertriebener Katholizismus sind in Österreich zum Glück nicht mehrheitsfähig.
Übrigens: Es ist endlich wieder etwas mehr Zeit für diesen Blog hier vorhanden. Und so geht es in Kürze weiter mit neuen Impressionen vom Arbeiten in Irland, und mit Infos zu einigen neuen Themen.
Freitag, 23. April 2010
Werbelügen
Inclusive der Auszeichnung für Zott Monte für die dreisteste Konsumentenverarsche des Jahres ...
Wie wir John Gormley sparen helfen werden (wollen)
Nun, natürlich sind wir als irische Firma immer bereit zu helfen, und haben diese Hilfe umgehend in die Schriftform verpackt und ihm zugesendet. Ich bin mir fast sicher, er wird sich drüber freuen ;-)
Die Gelassenheit an und für sich
So wartet ein eingeschriebener Brief der Revenue an die Firma unseres Landlords seit 3 Wochen auf die Abholung (oder eben inzwischen nicht mehr). Ich habe ihn deswegen viermal angerufen - Jaja, er holt ihn sich schon ab ... Eh klar.
Und natürlich, den geänderten Mietvertrag hatte er innerhalb zweier Tage. Räsuper.
Der irische Mechaniker meint, es ist doch überhaupt kein Problem, den Motor beim Auto auszutauschen. Innerhalb eines Tages hat er das. Aus dem Tag wurden dann fast zwei Wochen. Und nein, natürlich muss man das nirgends melden. Sollte man zwar, prüft aber sowieso keiner.
Die Mutter des losgelösten Kindes, das mit einer Plastikpuppe auf meine Motorhaube eindrischt auf dem Parkplatz, zuckt nur die Schultern auf meine fragenden Blicke hin und meint "Er ist doch erst four years of age.
Leider verschwimmt aber auch oft die Grenze zwischen Gelassenheit und Chuzpe. Dann wird mit dem randvollen Einkaufswagen an der Express-Kasse vorgedrängt und frech gefragt "That is not too much is it?".
Und weiter frech auf dem Behindertenparkplatz geparkt, aber das Thema hatten wir ja schon.
An das irische Lessez faire (ich google hier mal die Schreibung nicht nach) gewöhnt man sich ganz schnell - aber manche (viele) Dinge werden einem immer auf die Nerven gehen.
Genug der Beschwerden. Ein Blick aus dem Fenster lässt auf einen schönen Beginn des Wochenendes hoffen. Und damit auf einige weitere Gelegenheiten, die wunderschönen Seiten Irlands zu genießen.
Donnerstag, 22. April 2010
Handwerkskunst in Irland

Ja, kein Scherz, die gibt es wirklich ;-) Wenn auch nicht immer zwingend unbedingt von Iren vollbracht.So bin ich zum Beispiel kürzlich auf die Firma WergiWood in Brittas nahe Dublin gestossen.
Seit mehr als 10 Jahren erzeugt der gebürtige Belgier Hervé de Wergifosse dort hochwertigste Drechselerkunst, im englischen simply Woodturning genannt.
Direkt neben dem Golfplatz auf einer alten Farm entstehen kleine Kunstwerke aus vielen verschiedenen Holzarten. Und die Preise sind angemessen, wenn auch nicht wirklich billig. Dafür wird aber dort Qualität erzeugt. Und die ist ja bekanntlich was wert.
Leider hinkt de Wergifosse marketingtechnisch weit hinterher, und so gibt seine Homepage keinen wirklich repräsentativen Einblick in sein Schaffen.
Wer aber auf der Suche nach einem individuellen, wirklich schönen Geschenk ist, der kann dort durchaus rasch fündig werden.
Etwas mehr Informationen unter www.wergiwood.com
Montag, 19. April 2010
Shit happens. Oder: Wie Vulkanasche mal rasch den Job kosten kann.
Eine etwas neue Facette habe ich heute früh in einem Meeting mit einem Kunden mitbekommen. Der Vulkanausbruch hat nämlich nun den ersten (zumindest mir bekannten) Job gekostet. Auch wenn das mit dem Vulkan an und für sich nichts zu tun hat.
Ich hatte heute früh ein Meeting mit einer größeren Dubliner Hotelkette, und wollte mit meinem Ansprechpartner reden. Worauf ich erfuhr, dass dieser seit Samstag nicht mehr für diese Kette tätig ist. Unfreiwillig, aber endgültig.
Der Gute hatte sich vor eineinhalb Wochen krank gemeldet, aber mehrmals telefonisch versichert, dass er alles tun würde, um so bald als möglich wieder am Arbeitsplatz zu erscheinen.
Nun, als er auch in der Vorwoche nicht erschien, wurde sein Arbeitgeber etwas unruhig, und auch telefonisch war der Beste nicht mehr zu erreichen.
Also - sorgenvoll und fürsorglich sondergleichen ;-) - besuchte ihn sein direkter Vorgesetzter zuhause. Um dort herauszufinden, dass der angeblich schwerst Kranke gerade im sonnigen Süden verweilt zwecks Urlaub. Und sich bei der Nachbarin meldete, damit sie Blumen und Tiere versorgt. Denn der gute Mann sitzt am Urlaubsort fest, und bekommt keinen Rückflug.
Fazit: Fristlose Kündigung. Absolut verständlich. Und extrem dumm gelaufen für den angeblich schwer kranken Urlauber. Da kann auch keine Union mehr helfen ...
Gemma Heilige schaun
Wie die Irish Times heute berichtet, hat der geneigte "Fan" in der kommenden Woche rund um Irland die Gelegenheit, die sterblichen Überreste des französischen Heiligen St John Vianney zu besichtigen.
Nun, diese Skelettshow mutet etwas eigenartig an, aber wahrscheinlich fehlt mir einfach der richtige Zugang dazu. Hoffentlich bewegt nicht ein Windstoss einen Teil der Gebeine, sonst ist der Hype schon vorprogrammiert.
Das Beispiel Knock zeigt uns ja immer wieder, welchen Industriezweig man auf angeblichen Wundern aufbauen kann.
Warum man das Skelett eines ehemaligen Pfarrers aber auf Wandertour schicken muss verschliesst sich mir dennoch.
The relics of the French saint, St John Vianney, will be on a four-day visit to Ireland from the end of this week.
The relics will be on display in venues in Cork, Dublin, Knock and Armagh during the visit which takes place from April 25th to 29th. The visit is being arranged partly as a “Year for Priests” event as St John Vianney, who was also called the “Curé of Ars”, is the patron saint of parish priests. The public will be able to visit the relics in Cork at St Francis’s Church, Liberty Street (April 25th); the Church of St John Vianney in Ardlea Road, Artane, Dublin (April 26th); Knock Shrine (April 27th) and St Patrick’s Cathedral, Armagh (April 28th).Quelle: http://www.irishtimes.com/newspaper/ireland/2010/0419/1224268630547.html
Freitag, 16. April 2010
Bitte zu Tisch
Englisches und irisches Essen wird oft geschimpft und schlechter gemacht als es tatsächlich ist. Zugegeben, Paul Cuisine würde keine wahre Freude mit dem meisten Bar Food auf dieser Insel haben, aber man kann ganz passabel (und mittlerweile oft auch zu verschmerzbaren Preisen) speisen.Der freischaffende Autor Florian Holzer bricht heute eine Lanze für die englische und irische Küche.
Britisches Essen, schlechtes Essen? |
Satire (?) vom Feinsten
http://gombeennation.blogspot.com/2010/04/government-bail-out-for-mortgage.html
Äußerst lesenswert :-)
Donnerstag, 15. April 2010
Auf zum Kauf!
Um sagenhafte 99.900 € kann man dort jetzt Herr oder Frau des Eigenheims werden.
Und so sehen die Eigenheime aus: (Foto Irish Independant)
Ab knapp unter 100.000 Euro lässt sich also dort jetzt zuschlagen. Aber man lebt halt in Longford ;-)Three-bedroom semi-detached houses that started at €250,000 will now range between a modest €99,950 and €117,950 when they go back on the market on April 24 and 25.
Four-bedroom detached homes that once commanded a minimum asking price of €385,000 will also be up for grabs for between €205,000 and €219,000. In all, 47 properties ranging in size from 1,000 to 2,055 sq ft set on large private gardens have been resurrected after the half-completed estate became a virtual ghost town when developers Grealy Group went into meltdown during the property collapse.
Den Bericht dazu gibt es hier: http://www.independent.ie/national-news/luxury-homes-for-836499950-as-receiver-orders-firesale-2138636.html
Go Brasil. Auch wenn die Insel noch so grün ist.
Was sagt uns obiges Bild?Die Anpreisung von Alternativ-Reisezielen? Werbung für ein warmes Urlaubsland im Forum für ein eher nicht so tropisches Land? Oder gar die Abkehr von hehren grünen Werten des schnöden Mammons wegen?
Aber mal im Ernst: Ich hab heute morgen geschmunzelt als ich diese Werbeeinschaltung gesehen habe. Aber ich kann auch den Betreiber verstehen
Nachtrag: An der Tatsache, dass ich diesen Eintrag selber verfasse, erkennt der geneigte Leser (und dessen weibliches Pendant) dass ich heute noch derselbe arme Schlucker bin wie gestern, und der große Jackpot an mir und meinen Zahlen spurlos vorüber gegangen ist ;-)
Mittwoch, 14. April 2010
Lotto-Mania
Warum allerdings in diesem Land der computergenerierte Quick-Tipp um 50 Cent mehr kostet als der von Hand ausgefüllte eigene Tipp, ist mir wirklich nicht ganz klar ...
Anyway: Wenn ich heute zuschlage, lasse ich ab Morgen tippen, anstatt mich selber mit diesen Basics auseinanderzusetzen ;-)
Dienstag, 13. April 2010
Druck erzeugt Gegendruck
Ein Aufschrei geht (wieder einmal) durch das irische Druckgewerbe. Dieses durchlebt ohnehin kritische Zeiten, nachdem in den letzten drei Jahren satte 5000 Stellen abgebaut werden mussten.Diesmal ist es Brian Reilly, Chef des schwer angeschlagenen ehemaligen Flaggschiffes der Druckindustrie, Future Print. Die ehemals größte und profitabelste Druckerei Irlands steht vor dem Aus und begibt sich in Examinership.
Reilly kritisiert heute morgen in mehreren Zeitungsinterviews die Vergabepraktiken bei öffentlichen Aufträgen. So kreidet er der Revenue an, dass sie gerade (durch die gesetzlich notwendige internationale Ausschreibung) Tax-Formulare im Wert von 200.000 € in Spanien drucken lässt. Und das ist nicht das erste Mal, schon die Kampagnen für das Lisbon Treaty wurden zB in Portugal produziert.
Reilly fordert, große Aufträge in mehrere kleine zu unterteilen, um die Pflicht zur internationalen Ausschreibung zu umgehen.
Schaler Beigeschmack bei dem Ganzen: Das ist schlicht und einfach nicht legal, und verstößt gegen EU-Recht.
So sehr ich ihm im Herzen Recht gebe, und mir wünschen würde, dass gerade öffentliche Aufträge im Land bleiben, so wenig sehe ich eine Chance, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht. Weil gerade Irland schlicht und einfach nicht in der Lage ist, hier "Extrawürste" zu fabrizieren. Und das Recht für alle gleich gelten muss.
Future Print würde das Ganze ohnehin nicht retten können, zu groß sind die Schulden, zu tief ist der Karren im Dreck.
Und das Ganze ist ein Spiegelbild für die Misswirtschaft im Gewerbe. Boomjahrelang wurde hier der Kunde mit Null Service und Fantasiepreisen abgefertigt. Weil einfach nie genug Maschinenkapazität da war, ging einfach jeder Preis beim Kunden durch. Und das ist jetzt vorbei, und viele können und wollen das nicht wahrhaben. Jetzt, das sich die Preise in Richtung Vernünftigkeit ausleveln, ist es für viele zu spät. Vor allem für jene, die während der enormen Gewinnspannen in den Tiger Years keine Rücklagen gebildet haben.
Das Erwachen ist bitter, vor allem für die vielen, die ihren Job in der Industrie verloren haben. Doch auf diesen Druck(auftrag) jetzt Gegendruck zu erzeugen, bringt niemanden voran.
Quelle: http://www.independent.ie/national-news/revenue-accused-of-treason-in-tender-row-2135276.html
Nachtrag: Das aber gerade im Druckgewerbe schon die Trendumkehr einsetzt und es (zumindest bei uns) auftragsmäßig wieder steil bergauf geht, möchte ich hier auch noch anfügen ...
Montag, 12. April 2010
Wochenende de luxe
Idealzeit also, um längst fällige Außenarbeiten in Angriff zu nehmen. Die Kraterlandschaft in unserem Backyard wurde mittels Rasenmäher und -trimmer so gut als möglich begradigt (bei der Oberfläche unseres Gartens warte ich immer noch drauf dass Neil Armstrong sie erstbetritt ;-), Blumen wurden im Töpfe gepflanzt und dank des Perfektionswillens meiner Holden stundenlang im Kreis getragen, um die Idealposition auszukundschaften (eine höhere Wissenschaft als Kernschmelze, wenn man mit meiner Frau verheiratet ist) und lediglich die längst fällige Autowäsche wurde in der Hoffnung auf die irische Regenkonstante vorläufig wieder vertagt.
Die Computer erhielten eine längst fällige Ruhepause, und selbst unser Teenagersohn entdeckte pünktlich zum Ferienende, dass Frischluft keineswes tödlich ist, und nichtelektrische Aktivitäten einem Jungenleben überhaupt nicht schaden ;-) Dass er mich dann beim Tischtennis vernichtend geschlagen hat, ist allerdings wieder eine ganz andere Geschichte ...
Alles in allem ein irisches Wochenende de luxe, an das man sich auch am Montag Morgen noch gerne zurück erinnert.
Samstag, 10. April 2010
Gedenkmarsch für Toyosi
Heute nachmittag riefen diverse Organisatoren zu einem (friedlichen) Gedenkmarsch für Toyosi vom Parnell Square ab auf.
Im Vorfeld hatte es manche Diskussionen um diese Veranstaltung gegeben. Angeblich hätte sich Toyosis Vater gegen den Marsch ausgesprochen, weil er nicht denkt, dass die Bluttat an seinem Sohn auf xenophoben Hintergründen basiert.
Letztendlich aber egal: Denn laut Flugblatt geht es bei dem Protestmarsch um einen Aufruf zum Ende von sinnloser Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Und dafür ist es gut, wenn sich ein Land (oder zumindest ein überschaubarer Teil desselben) erhebt.
Leider zu spät für Toyosi.
Und dass das ein großes Thema ist, wird spätestens dann klar, wenn man liest, was gestern Abend in Drogehda passiert ist:
A stabbing incident in Drogheda early this morning has left two people critically injured and five others with less severe wounds.
Gardai were initially contacted about a disturbance near a pub on Laurance's St in at around 12.30am.
A 17-year-old thought to have been involved in the disturbance left the scene and ran to West Street where it is understood he confronted a group of men with a knife, stabbing seven of them
The men - aged between 16 and 38 - were brought to Our Lady of Lourdes Hospital in Drogheda and one of them was subsequently transferred to Dublin’s Mater Hospital.
The youth was arrested at the scene and is being questioned at Drogheda Garda Station under section 4 of the Criminal Justice Act.
Freitag, 9. April 2010
Für dumm verkauft
Sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Im letzten Jahr hat der Staat auf Steuerzahlerkosten die hochdefizitäre Anglo Irish Bank übernommen, und fährt sie seitdem weiter fröhlich in die Miesen, trotz Nama und ähnlichen Programmen.Nun will eben diese milliardenschwer verschuldete Bank 700 Millionen in die ebenfalls hochdefizitäre Quinn Insurance Group (für die grade eben ein Administrator bestellt wurde) pumpen.
Und Sean Quinn meint noch höchststolz, er braucht kein Geld von irgendjemandem.
Quinn boss Sean Quinn has said his company does not need the €700m cash injection proposed by Anglo Irish Bank.
The banks proposal would see €150m of the €700m going to the group's insurance arm, with the other €550m going towards paying off bondholders.
In return Anglo would become a majority stakeholder in the Quinn Group.
Sean Quinn was adamant last night that he was not looking for anyone's money to resolve the clash with the Financial Regulator.
"We are not looking for any money from anybody…The company is very cash-rich and we don't need extra money," he said, speaking on RTE's Prime Time programme last night.
Nun, es ist zwar kein Irland-eigenes Phänomen, aber manchmal tut es schon ganz schön weh, für wie dumm der Steuerzahler in diesem Land verkauft wird. Und man fragt sich, wer bei solchen Deals die Hand auf- und dann bald den Kopf hinhält. Wobei das sicherlich nicht dieselben sind.
Ein tolles Trio
Alive! Oder: Eine etwas merkwürdige Zeitung in Zeiten wie diesen
However, diese Woche flatterte das etwas merkwürdige Blatt auch bei uns erstmalig ins Haus. Gleich verbunden mit einem Spendenaufruf an alle Christen des Landes, mindestens 20 Euro zu senden. Wenn das 8.000 LeserInnen machen würden, würde es das Blatt ein weiteres Jahr geben.
Nur: Will man das?
Alive! erzählt uns zum Beispiel von der ehemaligen Olympiateilnehmerin im Eisschnelllauf, die sich gegen die Sportkarriere und für den zweiten Bildungsweg als Novizin entschieden hat. Und lästert auf gleich fünf Seiten gegen die unglaubliche Ungerechtigkeit der Gleichstellungsversuche von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit der heiligen Ehe.
Oberhammer: Ein angeblich wissenschaftlich fundierter Bericht (nicht grade überraschend fehlen aber sämtliche Quellangaben) über die große Gefahr von Sexualkunde in den Schulen. Diese STEIGERT nämlich laut Alive! die Teenagerschwangerschaften.
Haufenweise werden billige Kaffee-Pilgerfahrten an alle halbwegs heiligen Ecken und Enden des Erdenrundes angeboten.
Und aus wirtschafltichen Gründen findet man auch in dem so katholischen Blatt die üblichen Abzock-Heiratsanzeigen und tollen und hochseriösen Jobangebote (2000 Euro nebenbei durch Arbeit von zuhause etc.) Und eine Empfehlung für einen Elektroschocker für Hunde (speziall für Postler und Verkäufer!) gibt uns Alive! auch mit auf den Weg.
Wer sich ein Bild machen will, kann das auf www.alive.ie machen.
Muss aber nicht sein.
Nach genauer Lektüre wünsche ich mir mal, dass Alive! möglichst bald das Gegenteil vom eigenen Namen ist ...
Mittwoch, 7. April 2010
Gewissenskonflikte
Naja, zum Glück habe ich ja sonst keinerlei Probleme ;-)
Dienstag, 6. April 2010
Zurück zur Normalität
Auffällig: Herrlich trottelleere (weil überhaupt eher fahrzeugleere) Straßen heute am Arbeitsweg, weil viele noch den Tag (oder sogar die Woche) frei haben.
Beinahe 10 Minuten eingespart, daran könnte man sich gewöhnen.
Ich werde heute etwas früher Schluss machen, weil auf mich noch einige Pakete daheim warten. Meine Frau war gestern beim Ikea. Noch Fragen?
So hämmere und schraube ich mich in den Abend, um dann vielleicht doch mal die Fertigstellung der Hauseinrichtung verkünden zu können.
Wobei: Selbst wenn alles bis an die Decke vollgestopft ist, findet meine Holde sicher noch einen Platz, wo wir ein kleines BILY, SMUTJE oder WICKIE (gibts das eigentlich auch?) unterbringen können ;-)
Wie war das Wochenende?
Nun, ruhig und erholsam. Zum ersten Mal in fast zwei Jahren Irland drei Tage am Stück nichts firmenmäßiges gearbeitet. Neues - gutes - Gefühl. Nur ein wenig hin- und hergeräumt, gekocht, und die Filmothek angestrengt. (Übrigens: Mal wieder L.A. Confidental gesehen - großes Kino. Den hatte ich schon fast wieder vergessen).
Und die CD-Sammlung wurde auch etwas umgeschlichtet und zwangskatalogisiert. All die nutzlosen lieblichen Dinge halt, für die man sich sonst nie Zeit nimmt.
Soviel zur Rückmeldung nach dem faulen Osterwochenende - ich bewaffne mich jetzt mit Imbusschlüsseln und Gummihämmern und rücke neuen Schwedenmöbeln in Blessington auf die Pelle.
Freitag, 2. April 2010
What a Good Friday
Wenigstens halten die Telefone still, also war das Arbeiten an diesem Morgen mal richtig angenehm und produktiv. Und ist hiermit auch vorbei ;-)
Der Nicht-Katholik in mir nimmt gerne den christlich begründeten Bank-Holiday am Montag in Anspruch und freut sich auf drei freie Tage am Stück.
Ein wirklicher Good Friday jetzt.
Und damit wünschen wir allen, die hier mitlesen, ein schönes Osterfest. Dieser Blog macht jetzt bis Dienstag Pause, weil der Autor Eier suchen muss.
Blöde Kommentare zum letzten Satz werden übrigens nicht freigeschaltet ;-)
Donnerstag, 1. April 2010
Ein Kessel Buntes
Oder anders gesagt ein paar bunte Ostereier zumindest hier in diesem Blog. Eierfarbe zu bekommen, hat sich trotz multipler Versuche als unmöglich herausgestellt, und deshalb denken wir uns die Farbe auf unsere Eier am Osterwochenende (es sei denn jemand hat noch einen last-minute-tipp parat?)Talking about eggs: Bei uns gibt es am Ostersonntag erstmals Gänseeier. Von unserem Free-Range-Egg-Dealer Dave, der seit neuestem auch Gänse in seinem Mini-Agrar-Zoo rumlaufen hat. Die ersten Kostproben gab es bereits, und wir waren sehr angetan, deshalb gibt es heuer statt Gänsebraten nur die Eier derselben.

