Montag, 30. November 2009

We don't need no Education - 30 Jahre "The Wall"

Heute auf den Tag genau vor 30 Jahren erschien eines der legendärsten Alben der Musikgeschichte: Das Konzeptalbum "The Wall" von der britischen Rockgruppe Pink Floyd.

Bis heute wurden 30 Millionen Einheiten dieses Albums abgesetzt - und es ist das meistverkaufte Doppelalbum aller Zeiten.

Zur Feier des Tages weiß ich schon, was heute Abend in den CD-Player wandern wird ;-)

Wikipedia.de beschreibt den Inhalt des Konzeptalbums so (besser als ich es je könnte *g*):
The Wall erzählt die Geschichte von Pink, einem jungen Mann, der aufgrund der Überbehütung durch seine Mutter, der Abwesenheit seines im Krieg gefallenen Vaters (When the tigers broke free) und der Grausamkeit der Lehrer in der Kindheit (The Happiest Days of our Lives) eine imaginäre „Mauer“ um sich herum errichtet, die ihn vor äußeren emotionalen Einflüssen schützen soll. Nachdem er die Mauer aufgebaut hat, verzweifelt der junge Mann an seiner Existenz, weil er durch sie von sozialen Kontakten weitgehend abgeschirmt ist. Er versucht, die Mauer zu durchbrechen, unter anderem, indem er eine Prostituierte engagiert, die ihn in die Liebe einführen soll.

Unfähig die Mauer einzureißen, verabschiedet sich der Protagonist (Hauptdarsteller) von der für ihn grausamen Welt. Anstatt sich jedoch umzubringen, versucht er, die letzten verbleibenden Gefühle zu unterdrücken, wird zum Mitläufer der Gesellschaft und zu einem faschistischen Agitator.

Hey teacher - leave us kids alone ...

Irland als 33. Team nach Südafrika?

Kein Ende in Sicht ist in der Diskussion rund um das durch Henrys Handspiel verlorene entscheidende Qualifikationsmatch der irischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich.
Nun hat der irische Verband eine ganz neue Idee und bittet nun höflich statt eines Wiederholungsspieles darum, als 33. Team bei der WM zugelassen zu werden:

Irland hat den Kampf um die Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika nicht aufgegeben und will nun als 33. Mannschaft zur Endrunde im Juni zugelassen werden. Einen entsprechenden Antrag beim Fußball-Weltverband (FIFA) bestätigte FIFA-Präsident Joseph Blatter am Montag.

Die Iren, die im Play-off gegen Frankreich durch ein irreguläres Tor von Thierry Henry, der den Ball zuvor mit der Hand mitgenommen hatte, die Qualifikation verpassten, wollen auf diese Art Wiedergutmachung für ihre durch eine - nicht nur ihrer Meinung nach - krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters verpasste WM-Chance.

Höflich nachgefragt
"Ich verstehe, dass Irland über die Ereignisse nicht glücklich ist", sagte Blatter, "auch wissen sie, dass die Entscheidung des Referees endgültig ist und das Spiel gegen Frankreich nicht wiederholt werden kann. Deshalb fragten sie höflich, ob es nicht möglich wäre, als 33. Team an der WM teilzunehmen."

Die Entscheidung darüber soll bei einer Sitzung am Mittwoch in Cape Town (Südafrika) fallen, wo am Freitag auch die Gruppenauslosung für die WM-Vorrunde erfolgen wird. "Ich werde das FIFA-Exekutivkomitee über das Anliegen des irischen Verbands informieren", versprach Blatter. Die Chancen auf Zustimmung sind freilich gering.
Chancen: Null.
Peionlichkeitsstufe: Sehr hoch.
Quelle: www.orf.at

Der erste Frost

Der erste Frost in diesem Winter, zeitlich perfekt passend nach den sintflutartigen Regenfällen der nächsten Tage. Und alle Autofahrer im "Supersondervorsichtig-Modus" unterwegs, noch langsamer als notwendig. 1 Stunde 18 Minuten anstatt der üblichen 30 Minuten heute morgen zur Arbeit. Aber wenigstens sicher angekommen. Auch was wert ...

Sonntag, 29. November 2009

Gone for good?

Bild: (c) haveyouseenuslately.org

Der Major von Limerick wünscht es sich und fordert es, und ein nicht unerheblicher Teil der Irinnen und Iren unterstützt seinen Wunsch mehr oder minder offensiv - die Rückwanderung derer, die in den vergangenen Jahren auf diese Insel kamen, um hier zu arbeiten und Steuern zu zahlen, wird vielfach gewünscht. Und scheint sich auch zu bewahrheiten.

Mag sein, dass es nur subjektive Wahrnehmungen sind, aber mir kommt vor, dass immer mehr in diesen turbulenten Zeiten der Insel den Rücken kehren. Verfolgt man zB die Postings im Irlandforum, schreiben immer mehr davon, dass sie die Insel bereits verlassen haben oder selbiges bald tun wollen.

Ein weiteres Merkmal dafür: Im Dezember bin ich zu drei "Going-Away-Parties" eingeladen. Ein Arbeitskollege geht zurück nach Südafrika, ein ehemaliger Arbeitskollege tut es ihm gleich. Und ein Bekannter sucht sein Glück nun in seinem Heimatland Polen.

Darüber hinaus habe ich mich am Samstag des längeren mit der Centra-Verkaufskraft meines Vertrauens in Dublin unterhalten. Und auch er geht am 30. Dezember zurück in die Slowakei - in der Hoffnung, dort mit den gleichen Arbeitsstunden und dem selben Einsatz soviel zu verdienen, um den Lebensstandard aufrecht zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Wie der große Prophet Prince einmal gesungen hat: "Sign O' The Times" - immer mehr kehren der Insel den Rücken. Auch die jungen Irinnen und Iren gehen wieder vermehrt auf Wanderschaft.

Ob das zu einer Entlastung der angespannten Arbeitsmarktlage hierzulande beitragen wird? Nun, wir werden sehen. Und wir sind ja noch lange hier, um die Lage vor Ort zu beobachten.

1. Advent - und uns steht das Wasser bis zum Hals ...

Irgendwie hat man gewisse Assoziationen mit dem ersten Adventsonntag: Spekulatius, die erste Kerze am Adventskranz brennt, die Rock-Christmas-CD wird nach einem Jahr wieder entstaubt und in den CD-Player eingelegt, der Duft von Weihrauch und selbstgebackenen Plätzchen breitet sich im Haus aus und es herrscht Frieden aller Orten ...

Denkste.

Der erste Adventsonntag anno 2009 heißt auch für uns wie für so viele auf dieser Insel: Ständiger Kampf gegen die Wassermassen, die von oben auf die schöne grüne Insel niederkommen. Nach einer kurzen Entspannung gestern (ja, es gibt sie noch, die Sonne) begann gestern Abend wieder der Dauerregen - und er hält unvermindert an.

Für uns heißt das, wie schon früher hier berichtet, ständiges Wasserschöpfen. Durch eine absolute Fehlkonstruktion bei der Planung des Heizkessels an unserem Haus steht der Heizraum bei starkem Regen permanent unter Wasser. Und wir schöpfen in Schichten Wasser weg, um das Übersteigen eines gewissen Pegels (und den damit verbundenen unvermeidlichen Kurzschluß im Heizungssystem) abzuwenden.

Unterbrochen nur von kurzen Tee- und Aufwärmpausen, meistens aber draußen bei gefühlten Minus 10 Grad (und tatsächlichen Plus 3). Die Chance, sich irgendwo eine Pumpe zu leihen? Fehlanzeige. Eine kaufen? Macht (noch) nicht wirklich Sinn. Und so schöpfen wir Wasser, so gut es geht. Im permanenten Wettlauf mit dem heftigen Regen und den sturzbachgleichen kleinen Wasserfällen, die sich auf dem Hang hintem Haus bereits gebildet haben.

Und uns alle vereint das Hoffen auf eine baldige Entspannung (die andernorts bereits vermeldet wird, aber von der wir hier noch nichts bemerken). Die Blessington Lakes treten aus den Ufern und überfluten die einzige Straße in Richtung Zivilisation. Wenn es so weiter geht, wird der Arbeitsweg morgen früh wohl nicht mehr machbar sein.

Vorerst aber schöpfen wir ganz einfach weiter, um wenigstens die Heizung aufrecht zu erhalten. Und haben zum Glück (noch) Elektrizität im Haus, im Gegensatz zu vielen anderen Häusern hier in der Gegend. Dann auch die ESB ist mit der Aufrechterhaltung der Stromversorgung derzeit hoffnungslos überfordert.

Eine Entspannung der Lage täte uns allen gut - vor allem am ersten Advent. Aber einen positiven Nebeneffekt gibt es - die gelebte Nachbarschaftshilfe im Irland des Jahres 2009. Unabhängig von Herkunftsland oder sozialem Status. Hier hilft man sich noch gegenseitig. Und das ist auch gut so.

Rund ums Haus haben sich Bäche gebildet, die wir einfach nicht mehr umleiten können.

Der Eingang zu unserem (spektakulär fehlgeplanten) Heizraum. Schaut jetzt nicht ganz so spektakulär aus, weil wir grade wieder das meiste weggeschöpft haben, hält uns jetzt aber schon seit geraumer Zeit ordentlich auf Trab.

Nachtrag, 2.30 pm: Die Lage spitzt sich hier immer mehr zu. Die N81 Richtung Dublin ist mittlerweile unpassierbar, selbst SUVs scheitern an den Wassermassen auf der Straße. Auch viele Nebenwege sind durch umgestürzte Bäume blockiert, es arbeiten zwar alle miteinander mit Hochdruck daran, dass wenigstens ein paar Straßen frei sind, aber derzeit noch vergebens. Wenn nicht bald der Regen aufhört, sind wir wohl in Kürze von der Umwelt abgeschnitten. Da kann man nur froh sein, dass die Vorratskammer halbwegs voll ist, weiter Wasser schöpfen und das Beste hoffen ...

Nachtrag 4.00 pm: Es hat vorläufig mal zu regnen aufgehört. Schon 30 Minuten kein Niederschlag. Und die Hoffnung, dass es vielleicht jetzt mal so bleibt. Bevor hier alles davon schwimmt. Und nebenbei die Gedanken an die, die weiter unten wohnen als wir, und die es noch viel härter trifft. Irland 2009 hat schon einige böse Überraschungen parat ...

Nachtrag 7.30 pm: Seit halb Vier kein Regen mehr, und es schaut so aus, als sei das Gröbste überstanden. Hoffen wir es zumindest. Wenn die Nacht ohne Regen auskommt, sollte es morgen früh wieder halbwegs gehen ...

Donnerstag, 26. November 2009

Von einem der auszog um die Welt zu erleben

Vor Kurzem habe ich hier die Frage nach dem einzigen Fußballer, der auf allen Kontinenten (außer der Antarktis) als Profi gespielt hat, gestellt. Ein Leser wusste auch die Antwort: Lutz Pfannenstiel, der als Jugendlicher ein Angebot des FC Bayern ausschlug und zum wahren Fußball-Globetrotter wurde.

Der Weltenbummler hat heute auf Sport1.de ein sehr interessantes Interview über sein bewegtes Fußballerleben gegeben. Das ganze Interview gibts hier nachzulesen. Sehr interessant. Im Folgenden ein kurzer Auszug daraus:

Sport1.de: In Singapur wurden Sie für drei Monate ins Gefängnis gesteckt. Sie sollen Spiele manipuliert haben. Kurioserweise lautete der Vorwurf dabei, dass Sie zu "gut gehalten hätten".

Pfannenstiel: Das war 1999 und eine schlimme Sache, die mich komischerweise relativ berühmt gemacht hat. Die Korruptionspolizei wollte an meinem Beispiel als relativ bekanntem Ausländer zeigen, dass sie etwas tut. Ich wurde für Spiele angeklagt, die wir gewonnen hatten, und bei denen ich noch zu null gespielt hatte. Die Anklage wurde dann fünf Mal umgeschrieben, weil sich alle Vorwürfe ständig als absolut haltlos herausgestellt haben.

Sport1.de: Letztendlich gerieten Sie aber in Untersuchungshaft...

Pfannenstiel: Ich saß dann in einem der schlimmsten Gefängnisse der Welt, in einer Zelle mit Mördern, Drogendealern und Vergewaltigern. Jeden Tag bekam ich eine aufs Maul, wenn ich zum Essen ging. Das war alles ein bisschen krass. Da ging es nur noch ums Überleben.

Nachzulesen gibts die Erfahrungen von Pfannenstiel mittlerweile auch in Buchform unter dem Titel: "Unhaltbar - Meine Erfahrungen als Welttorhüter. Und nebenbei betreibt Pfannenstiel noch das Projekt "Global United", dass durch Fußballspiele an ungewöhnlichen Orten auf den Klimaschutz aufmerksam macht. Demnächst ist ein Spiel auf arktischem Eis geplant.

Auch das ist Irland - Ein Hörerlebnis im Radio

Auch das ist Irland. Nach einem morgendlichen Dreher auf dem Weg zur Arbeit (glücklicherweise glimpflich ausgegangen) lief bei mir im Auto auf dem Arbeitsweg heute morgen (wie meistens) Today FM. Und dabei wurde ich Ohrenzeuge einer äußerst bewegenden Geschichte.
Der Moderator hat ein Mail vorgelesen, dass von einer Michelle an die Redaktion verfasst war.
Der Inhalt, aus dem Gedächtnis wieder gegeben: Der Vater der Verfasserin hatte 35 Jahre lang einen gut gehenden Betrieb in Irland, wurde aber im Jahr 2008 von der Rezession hart getroffen. Er musste 8 Leute entlassen, und den Betrieb maßgeblich verkleinern. Im Dezember 08 wurde dann auch noch Krebs bei ihm diagnostiziert, und er musste seinen Betrieb komplett schließen.
Seine Krankenversicherung deckte nicht die vollen Behandlungskosten, und so wurde aus dem ehemals erfolgreichen Geschäftsmann ein Sozialfall. Bald war er an den Rollstuhl gefesselt, und das Ganze gipfelte dann in einer Finanzamtsforderung nach der Geschäftsauflösung.
Mit Hilfe der Familie und seines Accountants konnte er eine Übereinkunft mit dem Finanzamt erreichen, verkaufte sein Auto und die seiner beiden Söhne, um innerhalb eines Jahres die offene Forderung zu begleichen. Was sich aber nicht ganz ausging.
Im September 09 gab es eine Nachforderung vom Finanzamt, und als er nicht zahlen konnte, wurde ihm der Financial Inspector ins Haus geschickt. Obwohl der Mann todkrank war und an den Rollstuhl gefesselt, wurde ihm alles gepfändet, was nicht niet- und nagelfest war. Radio, TV, sein kleiner Scooter, sogar in den Kühlschrank schauten die Beamten, ob etwas pfändbares drinnen wäre.
Trotz Unterstützung der Nachbarn und der Familie waren die Financial Inspectors nicht umzustimmen, und holten sogar die Polizei als Unterstützung, um in Ruhe pfänden zu können.
Nun, wahrscheinlich ein etwas subjektiver Bericht der Tochter, aber dennoch ein erschreckendes Beispiel für die soziale Kälte auch in diesem Land anno 2009.

Der Vater starb wenige Wochen nach dieser Pfändungsaktion - als gebrochener Mensch.

Mittwoch, 25. November 2009

Warum Tesco so teuer ist ...

Der nachstehende Artikel (gefunden online auf yahoo.com) erklärt natürlich, warum der Retail-Riese bei manchen Produkten ordentlich aufschlagen muss:

Britain's biggest retailer is taking legal action after mistakenly paying almost £1 million for six bicycles which should have cost less than £1,000, sources said.

Tesco in £1m cycles payment blunder

Tesco is seeking restitution of the overpaid monies following the error by its finance team.

The supermarket chain should have paid Universal Cycles, a subsidiary of Sports Direct which is controlled by Newcastle United owner Mike Ashley, £984 for six Muddy Fox Suspension Bikes but paid £984,000 instead.

Universal, an Essex-based company majority-owned by Sports Direct, has paid back £863,000 but Tesco claims it is holding on to more than £121,000 in outstanding funds, sources said.

It has launched legal action at the High Court to recover the remaining money, legal costs and a further £1,783 - the sum the retailer claims it is owed in interest at 8% a year.

The error was made on August 13 and Universal was asked to repay it 15 days later. Universal then repaid some of the funds on September 29, but £121,412 is outstanding, sources said.

It is understood a meeting will be held between the two parties in a bid to resolve the dispute out of court.

A Tesco spokesman declined to comment on the ongoing case.

Schon ein peinlicher Fehler, wenn bei der Überweisung auf einmal drei Nuller zu viel vor dem Komma sind. Warum passiert das eigentlich nie bei Überweisungen auf mein Konto? ;-)


Wenn dein starker (?) Arm es will ...

Mensch der Arbeit aufgewacht,
und erkenne Deine Macht,
alle Räder stehen still,
wenn Dein starker Arm es will ...

Diese Zeilen sind in einer Zeit geschrieben worden, als Streiks oft noch das einzige Mittel der arbeitenden Klasse waren, sich gegen die Gutsherrenbesitzer, Fabriksbosse und die allgemein "Herrschenden" etwas zu behaupten im Kampf ums tagtägliche Überleben.

Nun, anno domini 2009 sind Streiks oftmals auch ein Mittel, über die Jahre angehäufte Boni und Pfründe zu sichern, was das - damals sinnvolle - Mittel etwas in Frage stellt.

Gestern war nun also der Streik der Lehrerinnen und Lehrer. Schön für den Sohnemann: Ein schulfreier Tag. Nicht so schön für die Eltern überall auf der Insel, die sich oftmals gleich den Tag frei nehmen mussten, um die Kinder beaufsichtigen zu können.

Und nebenbei haben Scharen von Irinnen und Iren gleich den Tag zum Weihnachtseinkaufsbummel in den Norden genutzt (nachzulesen beim Kollegen Bernd im irlandinside-Blog).

Im Grunde genommen ging es bei den gestrigen Protestmaßnahmen lediglich darum, nichts zum allgemeinen Einsparen beitragen zu müssen. Und das ist es, was mich an diesen Protesten etwas stört.

Überall in Dublin sind einem gestern die protestierenden Grüppchen begegnet, und immer wieder war bei den Gesprächen zu hören, dass an der Bildung nicht gespart werden darf.

Stimmt auch, das unterschreibe ich.

Aber es ist halt ein Unterschied, ob man an der Bildung an und für sich spart, oder lediglich an den gewaltigen Lohnkosten. Wenn dadurch mehr Klassenraum entsteht, mehr Lehrer eingestellt werden oder bessere Unterrichtsmittel zur Verfügung stehen, dann kann man auch von den Beamten einen Beitrag erwarten. Obwohl ich natürlich weiß, dass das eingesparte Geld wohl nicht ins Bildungswesen reinvestiert wird.

Sinnlos war dieser Protest irgendwie trotzdem, zumal man heute an den Verhandlungstisch zurückkehrt von Gewerkschaftsseite. Mit nicht wirklich gestärkter Position, meiner Meinung nach ...

Aber der nächste Protesttermin ist ja schon für den 3. Dezember angekündigt. Leere Drohgebärden, I guess ...

Dienstag, 24. November 2009

Mehr gibts (hoffentlich) in Kürze

Leider erweist sich in diesen Tagen mit Dauerregen und Fluten auch unsere (ohnehin etwas marode) Internetverbindung als eher unzuverlässig. So hoffen wir mit dem Rest der Insel auf eine baldige Entspannung der Lage, schöpfen weiter fleißig das Wasser aus unserem Heizraum und hoffen, bald wieder ohne Verbindungslücken online zu sein und dann wieder ausführlicher schreiben zu können.

Sonntag, 22. November 2009

Nordirland: Ruhe sieht anders aus

Ich stelle hier den Bericht von www.orf.at rein, der die aktuelle Lage wohl ganz gut beschreibt.

Der Fund einer 180-Kilogramm-Autobombe vor einem Polizeigebäude in Belfast und Schießereien zwischen Polizisten und Paramilitärs haben neue Sorgen um den Friedensprozess in Nordirland geweckt.

Unbekannte steuerten in der Nacht auf heute das mit dem Sprengstoff beladene Auto durch eine Absperrung vor der obersten Polizeidirektion in Belfast. Polizeichef Matt Baggott sprach von einem "rücksichtslosen" Angriff.

Das Auto ging bei dem Angriff in Flammen auf, die Insassen flüchteten. Die Bombe explodierte laut Baggott teilweise. Die Täter hätten dabei ohne Rücksicht auf den möglichen Verlust von Menschenleben gehandelt. Es handle sich um einen Angriff "auf das Wohlergehen aller in Nordirland".

Fortschritte untergraben
Der britische Nordirland-Minister Paul Goggins sagte, die Attentäter wollten die Fortschritte im Friedensprozess für Nordirland untergraben. Bei den Tätern handle es sich um eine "kleine Minderheit, rücksichtlos und mit kriminellen Absichten".

In dem Dorf Garrison an der Grenze zwischen Nordirland und Irland feuerten Angreifer in der Nacht Schüsse auf Polizisten ab. Drei Verdächtige wurden festgenommen, verletzt wurde niemand. Behörden verdächtigten katholische Paramilitärs als Täter.

Die Flut in Irland - noch keine Besserung in Sicht

Die Flutlage in Irland hat sich nach dem verregneten Wochenende nicht verbessert, ganz im Gegenteil. Wobei wir hier im Raum Blessington ja noch eher weniger Probleme bis auf ein paar überflutete Straßen und gesperrte Parkplätze am See haben. Viel schlimmer hat es zum Beispiel die Stadt Cork erwischt.

Dennoch ein paar Impressionen eines Morgenspazierganges an den Blessington Lakes, verbunden mit der Hoffnung auf baldige Besserung.

Wegen Überflutung gesperrt: Die Zufahrt zu einem der Rastplätze an den Blessington Lakes.

Auf dem Parkplatz schaut es derzeit so aus wie auf diesen beiden Bildern.


Von der Brücke über die sonst so ruhigen und beschaulichen Blessington Lakes habe ich dann versucht, ein Foto zu machen. Die beiden Versuche sind nur mittelmäßig gelungen, was vor allem daran liegt, dass die Windboen mich trotz meiner 110 (hüstel) Kilo fast von der Brücke geweht hätten.

So stürmisch gehts also derzeit bei einem der Trinkwasserreservoires des Dublin County Council zu ...

Nachtrag, kurz vor 6 Uhr Abends: Mittlerweile haben wir auch unsere ganz persönlichen Probleme mit den sintflutartigen Regenfällen: Unser Heizraum (mit dem vielgeliebten und "kostenarmen" Firebird-Kessel) steht nämlich unter Wasser. Und der Pegelstand geht immer höher und nähert sich schon gefährlich den Elektroinstallationen (welcher Stromkaiser installiert so etwas eigentlich draußen im unteren Raumdrittel?). Für uns heißts jetzt in Schichten Wasser rausschöpfen, bevor wir hier noch einen Kurzschluß haben. Gute Nacht an Euch alle.

Freitag, 20. November 2009

Motorboat, Motorboat ... Ruadern tua I nua zur Not ...



Eine "Perle" des Austropop, an die man sich angesichts der derzeitigen Wetter- und Straßenverhältnisse hier auf der Insel irgendwie erinnert fühlt. Und gleichzeitig ein Hilferuf an Pike, Irlands besten Bootsvermieter: Ich denke, ich brauche bald eines deiner Gefährte auf Leihbasis, um den Arbeitsweg weiter bestreiten zu können.

Zwar hat es uns NOCH nicht ganz so schlimm erwischt wie andere Teile der Insel, trotzdem ist vor allem spätabends in der Dunkelheit der Heimweg über die N81 durchaus abenteuerlich. Ganze Straßenstücke sind komplett unter Wasser, und hin und wieder verliert man den Bodenkontakt. Erinnerungen an den Augustbeginn 2008 werden wach, nur ist jetzt alles irgendwie noch etwas schlimmer.

Vor allem auf den oft unbefestigten Nebenstraßen ist das Autofahren oft ein reines Lotteriespiel - besteht der Bodenkontakt weiter, oder sollte man den alten Passat auf Amphibienmodus umschalten (hab nur den Schalter noch nicht entdeckt).

Und manch anderer Verkehrsteilnehmer fährt dann nach wie vor, als würde kein Unterschied zu Sommersonnentagen bestehen ...

Rund um unser Haus stehen auch schon ganz schöne Wasserlachen, und fürs Wochenende ist weiterer heftiger Niederschlag angesagt. Bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht. Ich hoffe, dass ich am Wochenende mal mit der Kamera einen kleinen Lagebericht fabrizieren kann.

Donnerstag, 19. November 2009

Happy Hundred ;-)

Ohne Worte ;-)

Ding Dong, Ding Dong, wer steht da vor der Tür? *

Dienstag Abend an den Blessington Lakes, am Ende der Welt - die Türglocke schrillt. Und wer steht vor der Tür: Eine nette, ältere Dame, bewaffnet mit Laptop, Ausweis und jeder Menge Unterlagen. Wer mag das sein, so als ungebetener Gast zu relativ später Stunde in den irischen Outlands? Schuldeneintreiber? Wahlwerber? Staubsaugerverkäuferin? TV-License-Inspector?

Mitnichten. Die Dame wird als Interviewerin des CSO (Central Statistics Office Ireland) vorstellig, macht es sich in der Küche bequem, und bootet ihren Laptop. Nebenbei bittet sie höflich um ein paar Minuten Zeit für wichtige Fragen. Na, die nimmt man sich doch gerne.

In den folgenden 20 Minuten werden wir also nach allen Regeln der Kunst ausgefragt. Wie wir heißen, wann wir geboren sind, wielange wir in Irland sind. Ob, was und wo wir arbeiten. Wieviel wir Miete zahlen. Wie lange wir hier noch wohnen wollen. Und wie lange wir überhaupt in Irland bleiben wollen in diesem gegenwärtigen Klima. Ob es Schulden auf dem Haus gibt (woher sollen wir als Mieter das wissen?) und ob hier in den letzten drei Monaten irgendwelche Handwerkerarbeiten durchgeführt wurden (natürlich, aber schwarz, also offiziell "nein").

Eine ganze Menge tiefschürfender Fragen für ein Kurzinterview. Und die Frage nach dem "Warum" kann die Dame irgendwie nicht wirklich schlüssig beantworten. Ebenso unzufrieden ist sie mit meiner Antwort "EU" bei der Frage nach dem Geburtsland ;-)

Überraschend auch: Sie möchte in den nächsten drei bis vier Wochen nochmal wiederkommen, um festzustellen, ob sich etwas in unserem Status verändert hat.

Nun ja, sicher auch eine Beschäftigungstherapie. Aber einige der Fragen gehen mir doch etwas zu sehr in die Privatsphäre. Und die Dame war etwas genervt, weil ich offenbar der Erste war, der gewisse Fragen - einfach aus Prinzip - nicht beantwortet wollte.

* Ach ja, den Post-Titel habe ich mir übrigens bei der österreichischen Musikgruppe Erste Allgemeine Verunsicherung ausgeliehen.

Henry auf Maradonnas Spuren - und die Boys in Green nicht in Südafrika

Eigentlich war es ja ein zweifelhaftes Privileg von Diego Armando Maradonna, als 'Hand Gottes' bezeichnet zu werden. Die Engländer wissen nur zu schmerzlich darüber Bescheid.
Seit gestern nun ist alles anders: Nach aufopferungsvollem Kampf und großer Leistung ist die irische Nationalmannschaft nicht für die WM 2010 in Südafrika qualifiziert. Trotz einer lange Zeit verdienten 1:0-Führung und den weitaus besseren Chancen reichte es für Trapattonis Jungs nicht. In der Verlängerung nahm sich Thierry Henry direkt vor dem Tor mit der Hand den Ball mit, und verlängerte so zu Gallas, der den unverdienten Ausgleich für die Franzosen schoss.
Gesehen haben das alle - bis auf den Schiedsrichter.

Aber okay, jammern hilft nichts. Die Iren hätten auch genügend Gelegenheiten gehabt, den Sack rechtzeitig zuzumachen. Hat halt nicht sollen sein.

Nur die Franzosen werden sich noch einiges anhören müssen. Und auch bei der WM nächstes Jahr wird man immer wieder hören, dass sie ungerechtfertigt dabei sind. Und das stimmt dann auch.

Schade für die Boys in Green ...


Kleiner Nachtrag:

Eine Online-Petition gibts auch schon zum Thema *ggg*: http://www.gopetition.com/online/32214/sign.html#se

Schiedsrichterentscheidungen sind Tatsachenentscheidungen. Ohne Wenn und Aber. So ist das Regulativ, ob man das nun gut oder schlecht finden mag. Und es macht auch einen Teil der Faszination dieses Sports aus. Der Hätti-Wari wird dann oft zum Hauptdiskussionspartner. Hätte Irland schon vorher das überfällige zweite Tor geschossen, dann ... Aber es war halt nicht so.


Insofern wird es auch Dermott Ahern wenig nutzen, wenn er nun - am Puls von Volkes Seele - eine Neuaustragung fordert. Dieser wird nie und nimmer statt gegeben. Das weiß auch Ahern. Aber es macht sich allemal gut.
Wegen des ungeahndeten Handspiels von Thierry Henry hat der irische Justizminister Dermot Ahern eine Wiederholung des WM-Qualifikationsspiels der Iren gegen Frankreich gefordert.

Im Interesse des Fair Play müsse die FIFA einschreiten, sagte Ahern am Donnerstag in Dublin. "Sie werden es uns wahrscheinlich nicht bewilligen, weil wir ein kleiner Fisch im Weltfußball sind", gab sich Ahern jedoch wenig zuversichtlich. "Sollte das Ergebnis bleiben, verstärkt es die Ansicht, dass man gewinnt, wenn man betrügt."

Henry hatte vor dem entscheidenden Ausgleich den Ball regelwidrig mit der Hand mitgenommen. Seinen Pass verwertete William Gallas zum 1:1.

Aus www.orf.at; Bild (c) Irish Times

Mittwoch, 18. November 2009

Kurze Gesundmeldung

... oder so. Zumindest wieder zurück in der Arbeit, weil fieberfrei. Aber noch mit Respektabstand zu Kollegen, um ein potentielles Weitergeben meiner Grippe zu verhindern.
Und somit auch wieder hier im Blog zugegen (sorry, dass das Freischalten der letzten Kommentare etwas gedauert hat).
Und noch immer (unverbesserlich wie ich nun einmal bin) voller Hoffnung, dass heute Abend gegen Frankreich vielleicht doch noch etwas gehen könnte in Sachen WM-Qualifikation. Muss ich ja auch. Österreich ist schon nicht dabei, da wäre doch wenigstens die Wahlheimat schön zum mitfiebern ...

Sonntag, 15. November 2009

Noch lebt die Chance ...

wenn auch winzigklein.

Nachdem der selbsternannte Fußballexperte und Blogautor hier mit seinem Tipp für das WM-Quali-Spiel Irland gegen Frankreich doch etwas zu euphorisch war, ärgert er sich heute ganz kleinlaut über die vergebenen Chancen der Iren und das unglückliche Gegentor, und hegt im Stillen die leise Hoffnung, dass kommenden Mittwoch in Frankreich mal wieder ein Fußballwunder allererster Güte passieren möge.

Aber der Realist in ihm sagt ihm, dass der Kuchen für die Franzosen beinahe gegessen ist. Schade, Südafrika 2010 wird wohl ohne die Boys in Green stattfinden müssen.

Naja, es gibt Wichtigeres.

PS.: Warum dieser Post in der dritten Person geschrieben ist? Keine Ahnung. Auf jeden Fall keinerlei Form von Majestätsplural, nur keine Sorge ...

You give me fever ...

So, hurra, jetzt hats uns wenigstens beide erwischt. Nachdem unser Sohn schon die halbe vorige Woche krank daheim verbracht hat, haben wir nun seine Grippe-Bazillen dankenswerter Weise gleich mal übernommen.

Und somit liegen meine Holde und ich mehr oder weniger darnieder, wetteifern um die höchste gemessene Temperatur des Tages und erklären uns gegenseitig, dass der jeweilige Widerpart nicht ganz so krank sei wie man selber, und deshalb mit dem Tee kochen an der Reihe ...

Langer Rede kurzer Sinn: Morgen wird es bei mir wohl den ersten krankheitsbedingten Fehltag in Irland geben.

Und soviel Ferngesehen (mangels ungelesenen Buches zur Zeit) wie heute habe ich wohl die letzten drei Wochen miteinander nicht.

Nachdem ich davon überzeugt worden bin, dass ich mit dem Tee an der Reihe bin, werde ich diesen Post jetzt verantwortungsvoller Weise beenden.

Gute Besserung an alle da draußen, denen es grade ebenso wie uns geht.

Samstag, 14. November 2009

Um Himmels Willen ... Also, diese Ryanair ... Schon wieder ...

Samstag vormittag, auf der schönen bigotten grünen Insel - ein neuer Skandal erschüttert die Grundwerte des Landes. Und wird stundenlang auf Today FM kontrovers diskutiert.

Der Grund? Ein lapidarer. Der neue Ryanair-Kalender für das Jahr 2010 ist erschienen. Und darauf zu sehen: Flugbegleiterinnen (so es denn wirklich alle welche sind) der Billig-Airline, die offensichtlich aufgrund niedriger Saläre zuwenig Geld für anständige Kleidung haben.

So sieht das Titelblatt aus:


Spannend die Diskussion um den neuesten Marketinggag aus dem Hause Ryanair. 10 Euro kostet der neue Kalender, zu bestellen ist er online auf www.ryanaircalendar.ie - und insgesamt 100.000 Euro aus dem Verkaufserlös fließen wohltätigen Zwecken (also Charities) zu.

Eine gute Sache, zumal die Models sicherlich freiwillig für die Aufnahmen posiert haben.

Nicht so in Irland. Schande und Skandal waren nur zwei der Schlagwörter, die in die Diskussion eingeflossen sind. Ach ja, und die Ausbeutung der Frau als solches wurde natürlich auch thematisiert.

Nun, der Gratis-Werbezeit wurde wieder einmal entsprechend Genüge getan. Und in den nächsten Tagen ist der Billigflieger mal wieder in allen Medien vertreten.

Mit Verlaub: Mir kommt vor, dass da mal wieder viel zu viel Lärm um Nichts gemacht wird. Und die gespielte Entrüstung mancher Anrufer hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert (wahrscheinlich haben eben diese angerufen, die die neue Ausgabe schon bestellt haben und dann heimlich unterm Bett verstauen). Also dann auch noch Pseudo-Bigotterie ins Spiel kam, war dann die Diskussion auf dem Höhepunkt.

Nebenbei: Der Kalender ist ja nichts Neues. Den gibt es schon einige Jahre, mit hervorragenden Verkaufszahlen und mit viel Spenden für irische Charities. Nur sind halt dieses Jahr die Mädels eventuell noch einen Tick weniger bekleidet als in den letzten Jahren. Auch ein Faktor der Rezession vielleicht?

Wie schon gesagt: Viel Lärm um Nichts in meinen Augen. Aber 100.000 Euro für eine gute Sache. Und ja, ich bekenne: Ich werde einen kaufen. Nach der gespielten Aufregung auf der Insel heute nach dem Motto "Jetzt erst recht!"


Die Fotos habe ich mir auf der Webseite Lucire.com ausgeborgt, wo das Thema auch diskutiert wird.

Freitag, 13. November 2009

Leere Klassenzimmer: Am 24. November streiken die Lehrer

Gerade wurde bekannt gegeben, dass am 24. November landesweit die Lehrer streiken - somit bleiben alle Schulen und Third Levels an diesem Tag geschlossen.

Laut Aussendung wehren sich die Lehrer mit dieser Protestaktion gegen weitere anstehende Kürzungen im Bildungsbereich, und wohl auch im eigenen Salär.

Nachzulesen auf breakingnews.ie:
Teachers across the country have voted in favour of industrial action later this month.

It means that all schools and third level institutions will close on November 24.

In a joint statement from the three main teacher unions, they say they are taking the action because they cannot sustain any further cutbacks.

General secretary of the Association of Secondary Teachers Ireland John White says teachers do not want to be taking to the picket line - but have been left with no other choice.

Randnotiz: Ein Land ohne Taschenrechner?

Kleiner Zwischeneinwurf aus dem Büroalltag, weil grade wieder ein aktueller Fall war:

Unsere Angebote an Kunden kommen standardmäßig (wie bei 95% aller Firmenofferte) mit dem Nettopreis, ohne errechnete Mehrwertsteuer. Stattdessen versehen mit dem Zusatz 'All above prices are subject to VAT at 21,5% (oder halt dem jeweiligen Satz, das ist hierzulande gar nicht so einfach.

Nun ist es mir in den letzten fünf oder sechs Tagen gerade zum dritten Mal passiert, dass ein (potentieller) Kunde per Mail an mich herangetreten ist, ihm doch bitte den Preis inklusive der Mehrwertsteuer durchzusenden statt dem Standardoffert.

Das ist - in dieser Art - neu für mich. Offensichtlich ist es für so manchen hierzulande einfacher eine Email zu schreiben und auf Antwort zu warten, anstatt selber drei Sekunden den Taschenrechner zu bedienen.

Denn rechnen können - so denke ich mal - sollte man ja auch hierzulande.

Am Samstag dreht sich alles um das runde Leder ... mal wieder!

Diesen Samstag wird es also für alle Freunde des Fußballsports und natürlich für alle nationalstolzen Iren ernst: Das erste von zwei WM-Qualifikationsspielen gegen die Grande Nation Frankreich findet statt.

Ex-Weltmeister Frankreich muss zum ersten Mal in so eine KO-Qualifikation, Irland hat damit schon Erfahrung. Dreimal schon absolvierten die Boys in Green solche Spiele, immerhin zwei Mal konnte man sich anschließend für die Endrunde qualifizieren.

Man darf sich sicher sein, dass die meisten Straßen am Samstag Abend relativ ausgestorben sind, dafür die Pubs mit Fernseher um so voller.

Und Giovanni Trappatoni könnte mit einem Erfolg gegen die Franzosen für die Fußballfans des Landes unsterblich werden.

Ich wiederhole meinen Tipp, den ich hier schon früher gegeben habe. Die Iren werden die Franzosen aus dem Bewerb kicken. Weil Leidenschaft gegen Geld bestehen wird. Hoffe ich zumindest.

Und im Endeffekt ist es ja doch nicht mehr als ein Spiel. Gerade das wurde einem dieser Tage wieder einmal mehr als schmerzlich bewusst ...

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Nachtrag: Eben noch im Irlandforum was Witziges zum Thema entdeckt: http://irishsoccerinsider.wordpress.com/

Donnerstag, 12. November 2009

Der Bürgermeister von Limerick will arbeitslose EU-Bürger von der Insel wegschaffen.

Gefunden beim Kollegen Gombeen Man auf seinem Blog.

Darauf kann man wetten: Gewettet wird immer.

Offensichtlich kennt das Spiel- und Wettgeschäft keine Rezession. Zumindest nicht, wenn man den letzten Aussagen von Verantwortlichen des Wettriesen Paddy Power glauben darf.
Und so erstaunt es dann auch weniger, dass eben dieser Paddy Power über die nächsten 3 Jahre 250 neue Jobs in Tallaght schaffen will. 50 dieser Stellen sind durch die Expansion von Paddy Power Richtung Frankreich sofort vakant.
Gewettet wird eben immer.
Mehr dazu in der heutigen Irish Times.

Mittwoch, 11. November 2009

Kleines Fußballquiz ;-)

Preisfrage: Welcher Fußballspieler spielte als erster Profi überhaupt für Vereine in allen sechs anerkannten Kontinentalverbänden der Welt?

Kleiner Tipp: Es ist ein Deutscher.

Bin neugierig, wer die Antwort weiß. Preise gibt es wie immer keine zu gewinnen ;-)

Nachtrag: Dachte ich mir doch, dass das keiner weiß. Ich bin auch durch Zufall draufgestoßen. Aber nachdem das ja hier ein Irlandblog und kein Fußballblog ist, bin ich ja auch nicht überrascht *ggg*

Dienstag, 10. November 2009

Das Leben gegeben - die Erinnerung zumindest sollte aber bleiben.

Heute vor 14 Jahren wurde in Nigeria der Bürgerrechtskämpfer und Schriftsteller Ken Saro-Wiwa gemeinsam mit 8 Mitangeklagten gehängt.

Was bleibt, ist sein schriftstellerisches Werk und der Gedanke an sein Streben nach Freiheit. Und bei vielen Menschen noch heute ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn sie an einer Shell-Werbetafel vorbeifahren.

Der Royal-Dutch-Shell Gruppe wurde an dem Tod Saro-Wiwas und seiner Mitstreiter große Schuld zugesprochen, und erst 2009 zahlte Shell in einem außergerichtlichen Vergleich mit Saro-Wiwas Hinterbliebenen 15,5 Mio. US-Dollar, um nicht vor ein amerikanisches Bezirksgericht zu müssen in dieser Causa.
Übrig ist die Erinnerung an einen der ganz großen Bürgerrechtskämpfer, der leider oftmals vergessen wird, gerade in Europa.

NCT'd? Well, ehm, not really ...

So, nun war es also auch bei uns so weit: Zum ersten Mal - nach langem Warten auf einen Termin - waren wir mit einem unserer Fahrzeuge (dem zweiten steht das erst im März 2010 bevor) beim irischen NCT.

Und sind prompt durchgefallen. Oder in anderen Worten ausgedrückt: Sie lieben unser Auto so sehr, dass sie es binnen 30 Tagen noch einmal wiedersehen möchten.

Nun, aber der Reihe nach: Beeindruckt hat mich die Professionalität und Freundlichkeit schon bei der Terminvergabe. Auch das Erinnerungs-SMS zwei Tage vor dem eigentlichen Termin finde ich sehr gelungen und hilfreich.

Und auch die Zeit: Mittwoch Abend um 19.55 - toll für berufstätige Menschen. Weniger toll für die Angestellten dort ;-)

Auch nach dem Eintreffen (zugegeben: Die NCT-Stelle in Naas muss man trotz beigestellter Karte erstmal finden) dort freundlicher Service und kurze Wartezeiten. Und, unglaublich aber wahr: 20 Minuten vor dem eigentlichen Termin schon die Einfahrt in die Testhalle, weil ich mal wieder viel zu früh dort war.

Aufgefallen ist mir auch die absolute Gründlichkeit, mit der der Wagen gecheckt wird. Kein Vergleich zum "Pickerl" in Österreich. Manche mögens pingelig nennen, aber immerhin geht es hier auch um die Verkehrssicherheit.

Durchgefallen ist unser 03er Baby in drei Kathegorien:

1. Ein Abblendlicht vorne hat nicht funktioniert, und somit kein Lichttest möglich. Okay, beim Checken am Tag zuvor hats noch funktioniert. Bad Luck.

2. Ein Reifen vorne war unter die gesetzlichen 1,6 mm abgefahren. Nie wieder dran gedacht, dass er im Winter auf dem Laneway ordentlich abgerieben wurde, als wir unbedingt rauf mussten, um in die Arbeit zu kommen. Unser Fehler, wird ersetzt.

3. Der einzige Grund des Durchfallens, der mich etwas überrascht hat: Wir hatten vergessen, die durchsichtige Folie von den Kennzeichen abzuziehen. Naja, eher eine Abrundung der anderen Mängel, schätze ich. Aber auch hier war der Prüfer so nett, zumindest eine der zwei Kennzeichentafeln gleich von der Folie zu entfernen.

In Summe: Professioneller und freundlicher Service, tolle Öffnungszeiten für die Kunden, und ein absoluter Rundum-Check für den fahrbaren Untersatz. Tolles Programm, großes Lob an das Team dort. Vielleicht liest es ja der deutsche Mitarbeiter dort ;-)

Und innerhalb der nächsten 30 Tage werden wir dann wohl nach den kleinen Korrekturen auch die heißbegehrte Plakette erhalten.

Sonntag, 8. November 2009

Wish you were here



Zum friedvollen Ausklang des Sonntags. Für mich einer der besten Songs, die jemals das Licht der Welt erblickt haben: Pink Floyd: Wish you were here. Aus dem Jahr 1975. Guter Jahrgang ;-)

Working in Ireland: Die säumigen Zahler (II)

Should I give up,
or should I just keep chasing payment ...

Gut, das aktuelle Lied habe ich hier etwas zweckentfremdet. Passt aber ganz gut zum heutigen Nachmittag, den ich mir im Büro mit mehr oder weniger sinnloser Tätigkeit um die Ohren geschlagen habe.

Ich sitze hier über einigen offenen Fällen. Sprich: Wir haben Waren geliefert, und die Kunden bezahlen aus diesem oder jenem Grund arg verspätet oder - eher anzunehmen - gar nicht.

Und nach einer gewissen Zeit steht dann die Entscheidung ins Haus: Accountmäßig abschreiben oder in irgendeiner Form weiter betreiben.

Nun, oftmals - vor allem bei "kleineren" Forderungen im Paar-Hundert-Euro-Bereich macht nur Ersteres wirklich Sinn im Sinne der Kosten-Nutzen-Rechnung.

Immer wieder faszinierend dabei der Einfallsreichtum der säumigen Zahler. Natürlich ist der Scheck gestern weggeschickt worden ... Was, der ist noch immer nicht da? ... Gibts doch gar nicht ... Sorry for the delay ... Blablabla.

Natürlich ist dem Kunden das Auto verreckt, gerade als er mit dem Geld zu uns kommen wollte. Und natürlich kann man keinen Boten zu ihm schicken, um das Geld abzuholen, weil er grade weit weg ist von Dublin, und keine Möglichkeit hat, und überhaupt, ... Und sorry for the inconvinience caused ...

Aber klar wurde das Geld schon lange überwiesen. Das gibts doch nicht, das muss ich doch nochmal die Kontonummer gegenchecken. Ach, so ein Mist, da habe ich die Zahlen durchgemixt. Sorry, Sorry, Sorry, ... Wird natürlich heute noch erledigt. Und nochmal Sorry.

Ja, klar kann sich der Kunde noch an die Lieferung erinnern, die er im Mai bekommen hat. Aber er hat doch gleich damals reklamiert, dass die Farben nicht ganz stimmen. Und hat sich gedacht, die Mahnschreiben und Anrufe sind auf einen Buchhaltungsfehler bei uns zurückzuführen. Aber wir können uns ja zusammensetzen und ein Agreement finden. Nur nicht die nächsten zwei Wochen, da ist er leider komplett ausgebucht. Aber er meldet sich dann sofort bei uns ...

Beispiele aus dem tatsächlichen Arbeitsalltag hier. Und dabei habe ich hier nur die wirklich hartnäckigen Fälle, alles andere federt ja schon die Accounts-Abteilung ab.

Auch klar: Kein Irland-spezifisches Phänomen, und etwas, mit dem sich wohl jede Firma herumschlagen muss. Nur halt vermehrt auftretend in Zeiten der Rezession und Wirtschaftskrise. Durchschnittliche Eingangszeit einer Rechnung: Derzeit so um die 65 Tage. Rechnungslegung als zinsenfreier Kredit.

Und ein unglaublicher Arbeitsaufwand, der einem in regelmäßigen Abständen das Wochenende "versüßt".

Genug abgelästert für heute. Es bringt ja nichts, aber geteiltes Leid ist dann eben doch nur Halbes. Ich lass jetzt meine offenen Fälle auf dem Schreibtisch liegen, und vertrolle mich in den Sonntag Abend.

Samstag, 7. November 2009

Hallenschi-EM: Reine Geschmackssache

Zu den (wenigen) Dingen, die ich hier in Irland vermisst habe, gehört die Übertragung von alpinen Schirennen. Da kann man als Österreicher mitfiebern, auf eine große Tradition zurückblicken, sich über gelegentliche substantielle Erfolge freuen (ist ja in der Kombination Österreich und Sport nicht unbedingt selbstverständlich) und eines der kleineren Länder Europas hin und wieder auf dem sportlichen Höhepunkt vorfinden.

Heute vormittag nun auf ORF 1 - den wir glücklicherweise nun empfangen können - die Übertragung der ersten alpinen Schi-Europameisterschaft in der Halle. Nun, zwei Dinge daran stören: Erstens schließt eine Europameisterschaft im Slalom viele der wirklich guten Fahrer zur Zeit aus. Zumal auch die Skandinavier mit Nicht-Teilnahme glänzten. Und dann das ganze in der Halle - na ich weiß nicht.

Schifahren in Hallen stört mich aus mehreren Gründen: Unnötige Energieverschwendung zum Quadrat, schweineteuer (91 Euro für ein 12-Stunden-Ticket), und bei Schirennen aufgrund der fehlenden Zuschauer überhaupt keine Atmosphäre. Überhaupt kein Vergleich zB zum Nachtslalom in Schladming, den ich mal live miterleben konnte.

So auch heute: Keine Atmosphäre, und ein eigentlich eher fader Bewerb. Ich finde es unnötig wie nur sonstwas.

So eine Schihalle war ja auch mal im Großraum Dublin im Gespräch, mittlerweile ist man von dieser Idee aber (wahrscheinlich nach Anstellen der ersten Kosten-Nutzen-Rechnung) wieder abgekommen.

Ach ja, zum sportlichen Teil: Jean-Baptiste Grange aus Frankreich (Foto oben) ist der erste (und letzte?) Hallen-Slalom-Europameister der noch jungen Geschichte des Euorpäischen Schi-Verbandes ESF (geleitet vom Österreicher Peter Schröcksnadel). Und bei den Damen gewann die Slowakin Veronika Zuzulova.

Und das Abschneiden der stolzen österreichischen Schination Österreich? Katastrophal. Kein einziger Teilnehmer im Halbfinale, weder bei den Herren noch bei den Damen.

Rundum enttäuschend für den großen Schifan, der sich das vermeintliche "Spektakel" am Rande der Blessington Lakes angesehen hat.

Freitag, 6. November 2009

Zehntausende streiken heute in Dublin

Auf diesem Bild (c) Irish Times sieht man die geplante Route für den heutigen Protestmarsch durch Dublin.

Zehntausende TeilnehmerInnen erwartet die ICTU (Irish Congress of Trade Unions) als Organisator. Aufgerufen wurde zu diesem Marsch als Protest gegen die Budgetpolitik der Regierung Cowen und für eine "fairere Alternative" - was auch immer die ICTU darunter verstehen mag.

Brian Cowen kann - no na - mit diesem Protestmarsch nicht wirklich etwas anfangen:
Taoiseach Brian Cowen has insisted, however, that protests and industrial disputes will not resolve the country’s economic problems.

He told an economic conference in Dublin yesterday a cut of €1.3 billion in the public sector pay and pensions bill would have to be implemented in the budget. But he said the Government was anxious to work with trade unions to find an agreed way of securing these savings.

Mr Cowen again ruled out raising income tax rates next year – a key demand of the unions.

Speaking on RTÉ’s Prime Time last night, Mr Cowen said: “The present situation isn’t sustainable, and we have a vision for the public service in the future. It will be a smaller service which will be one that has been outlined in various reports and need to get on with that project.”
Und in diesem Moment schaut es auch so aus, als würde der Wettergott nicht auf der Seite der Gewerkschaften stehen. In Dublin (zumindest hier in Tallaght) gibt es gerade strömenden Regen.

Man rechnet für diesen Nachmittag mit dem totalen Verkehrschaos in Dublin.

Wer "live" dabei sein möchte, aber nicht vor Ort sein kann, für den gibt es einen Livestream auf www.getupstandup.ie

Und den gesamten Artikel zum Streik, aus dem auch Cowens Zitat oben stammt, findet man hier in der Irish Times.

Dienstag, 3. November 2009

Werbeaufreger IKEA - Only in Ireland

Die honorige ASAI (Advertising Standards Authority of Ireland) beschäftigte sich dieser Tage mit einer Beschwerde, die gegen den schwedischen Möbelgiganten IKEA eingebracht wurde.

Witzigerweise ausgerechnet der Irish Congress of Trade Unions (ICTU) brachte die Beschwerde gegen die Vertreiber von Olav und Bily ein.

Was war genau passiert? Nackte Schwedinnen auf den Selbstbauregalen? Fordert IKEA das Recht auf Abortion? Neue Gemälde von Brian Cowen? Oder gar ein Union-Jack im Prospekt?

Nichts dergleichen.

Die ICTU hat sich lediglich an dem Werbeslogan “Be ‘Sick’ Bring out your Rebel”gestoßen. Und die Begründung liest sich so:
Ictu said the the Ikea advertising slogan “Be ‘Sick’ Bring out your Rebel” encouraged employees to take days off work pretending to their employer to “be sick”. They also considered the advertisement to be irresponsible, that it trivialised illness and that it encouraged suspicion about the truthfulness of employees and absenteeism due to sickness.

The advertisement was particularly irresponsible given the current swine flu situation, Ictu said.

Die Arbeiter und Angestellten dieser Insel sollen sich also durch eine IKEA-Werbung dazu aufgerufen fühlen, krank zu feiern und statt zur Arbeit zum Möbelkauf zu gehen.

Für wie dämlich schaut man denn hier eigentlich die Bürger an? Gut, wer von Berufs wegen so wie wir hier öfter mal mit der ASAI zu tun hat, der weiß, wie eigenartig manche Werbestandards hierzulande sind. Auch die honorige Irish Times kämpft grade mit den Werbewächtern ...

Ach ja, die Beschwerde der ICTU wurde im Übrigen aufrecht erhalten. Lächerlichkeit, gepaart mit Ressourcenverschwendung.

Only in Ireland ... Offenbar wird hierzulande keine Möglichkeit ausgelassen, IKEA irgendwie ans Bein zu pinkeln.

Hier der Bericht der Irish Times dazu.

Montag, 2. November 2009

Samantha Mumba - So schön ist Irland

Zugegeben, ihre Musik ist Geschmackssache. Und nicht unbedingt die meinige. Dennoch ist Samatha Mumba derzeit in allen Medien, und die wohl optisch beste Werbung für Irland zur Zeit.

Die Tochter einer Aer Lingus-Stewardess und eines Luftfahrttechnikers aus Sambia ist 1983 in Drumcondra geboren und lebt heute in Dublin. Musikalisch ist sie enorm erfolgreich, vor allem ihr Debuthit "Gotta Tell You" erreichte mehrfachen Platinstatus.

Nebenbei, nicht wirklich oft erwähnt in den Medien, ist Mumba nationale Botschafterin der UNICEF in Irland.

Wer etwas von ihr hören möchte, den verweise ich hier mal auf YouTube.

Die kleine Kneipe in unserer Straße ...

... hatte dereinst schon Peter Alexander (Link für die jüngeren LeserInnen) erfolgreich besungen (auch in der österreichischen 'Beisl'-Version). Und immer weniger davon gibt es auch hier auf der für die Pubszene mehr als bekannten Insel.

1.500 Pubs, Restaurants und Hotels haben in den letzten fünf Jahren die Schoten dicht gemacht, und dabei blieben neben dem 'kulturellen' Verlust auch tausende Arbeitsplätze auf der Strecke.

Das besagt eine heute im Irish Independant veröffentlichte Studie.

Die Gründe dafür: Mangelnde Umsätze, ausbleibende Besucher und gestiegene Kosten. Die Betreiber machen unter anderem die verschärften Gesetze im Bezug auf Alkohol am Steuer (?), das allgemeine Rauchverbot und die Steigerung der Zahl von zu Hause Trinkenden für die Schließungen verantwortlich. Interessanterweise findet niemand die oft hoffnungslos überhöhten Preise, das oft qualitativ minderwertige Essen und den wenig-bis-nicht-vorhandenen Service als mögliche Umsatzkiller-Quellen.

Gegenmaßnahmen werden aber auch gesetzt: Zwei Drittel aller Pubs und Lokale haben in den letzten Jahren überdachte Raucherzonen geschaffen, um den Qualmern den Pubbesuch wieder zu ermöglichen. Oft mit großer Fantasie, wie zum Beispiel im Restaurant Bijou in Rathgar, wo man die Dachterasse umgebaut hat.

57 Prozent der vertriebenen Betriebe werben auf einmal um Kundschaft, 44 Prozent haben einen Catering-Service eingeführt, und 43 Prozent mehr bieten auf einmal Entertainment in irgendeiner Form an. Alles eigentlich logische Maßnahmen, die aber erst im Zuge der Krise hierzulande eingesetzt haben.

Und mir persönlich fällt auf, dass man in vielen Pubs auf einmal wieder etwas zuvorkommender behandelt wird.. Und das ist auch das einzig Positive an diesem Pubsterben.