Freitag, 29. Mai 2009

Schule fürs Leben


Bei unserem Sohn ist es im Herbst soweit. Am ersten September beginnt ein weiterer Lebensabschnitt für ihn hier auf der Insel: Der Sprung von der Primary in die Secondary, genauer gesagt ins Blessington Community College.
Nachdem wir uns mit einigen von hier aus erreichbaren Schulen auseinander gesetzt haben, ist die gemeinsame Wahl auf diese Schule gefallen. Und das aus mehreren Gründen.
Schlussendlich überzeugt hat uns das gestrige Gespräch mit dem Principal. Obwohl nicht gerade wenig Andrang ist, hat er sich fast zwei Stunden Zeit genommen, um mit unserem Kind zu sprechen, und uns persönlich die ganze Schule gezeigt.
Für den Junior ein gewaltiger Schritt. Zum ersten Mal ist er mit Schuluniformen konfrontiert (die gabs in seiner Primary nicht), zum ersten Mal in Irland auch mit einer denominational school - der Religionsunterricht wird aber nicht katholisch, sondern als Ethik-Unterricht praktiziert. Eine sehr gute Idee, wie ich meine.
Die Ausstattung der Schule: Top. Zwar nicht mehr das neueste Gebäude, aber hervorragend ausgestattete Klassen und Werksäale. Und - der wichtigste Eindruck gestern - glückliche Gesichter bei den Students.
Anstelle von Irisch (davon ist er befreit, weil er den 12. Geburtstag vollendet hatte, bevor er auf die Insel kam) bekommt er in den Doppeleinheiten am Anfang in einer kleinen Gruppe Englisch-Unterricht. Auch das kann nicht schaden. Und es gibt diverse Sportangebote auf den riesigen Grünflächen rund um die Schule.
Auch die Computerausstattung ist auf dem neuesten Stand, und es wird großes Augenmerk auf die EDV-Ausbildung gelegt.
Als 'lebende' Fremdsprache wird er ab September Spanisch lernen, und hat die Möglichkeit, im Laufe der nächsten sechs Jahre in Eigenregie auch einen Abschluss in Deutsch zu bekommen. Auch keine schlechte Idee, wer weiß, wo es ihn einmal hin verschlagen wird.
Ob es die richtige Wahl war? Nun, das fragen sich sicher alle Eltern, die ihr Kind für eine Schule einschreiben. Zumindest eines haben wir bei dieser Schule wirklich: Ein gutes Gefühl, dass das die richtige Schule fürs Leben für unseren Sohn ist.

Bild: Ein Schüler des Blessington Community College in einem der Werksäale. Und: Nein, das ist nicht unser Sohn ;-)

By the way: Dieser Blog macht in den kommenden zwei Tagen eine arbeitsbedingte Pause. News aus Irland gibt es wieder am Bankholiday, dem 1. Juni. Ein schönes sonniges Wochenende!

Äpfel und Birnen - Ein Kirchensprachrohr auf der Suche nach Abschwächung

Der spanische Kardinal Antonia Canizares, von Papa Ratzi einberufener Sonderbeauftragter für Gottesdienste im Vatikan, hat sich in einem TV-Statement dazu durchgerungen, die Verbrechen innerhalb der irischen Orden zu verdammen:
Speaking on Catalan channel, TV 3, Cardinal Canizares, said the behaviour of some Catholic priests and nuns in Ireland was to be totally condemned and that they had committed crimes “for which we have to ask forgiveness”.
Jedoch konnte er es nicht lassen, mit einem - weit herbeigezogenen - Vergleich gleichzeitig die Verbrechen abzuschwächen:
“What happened in some schools cannot be compared with the millions of lives that have been destroyed by abortion.It (abortion) has legally destroyed 40 million human lives.”
Und so liest sich die Zusammenfassung auf der Homepage der Irish Times:
A SENIOR Vatican figure, Spanish Cardinal Antonio Canizares, prefect for the Congregation of the Divine Worship, this week appeared to downplay the findings of the Ryan report when suggesting that the millions of lives lost through abortion represent a much more serious crime against humanity than clerical sex abuse.
Einmal davon abgesehen, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden - es ist der verzweifelte Versuch der Abschwächung, der aus seinen Worten spricht. Offenbar im Schock dadurch, dass sich die Kirche jetzt mit den schweren Verfehlungen öffentlich auseinander setzen muss, und auch von den eigenen Mitgliedern heftige Kritik und absolutes Unverständnis ausgeht.

Mir fehlt für diesen Vergleich das Verständnis.

Donnerstag, 28. Mai 2009

Hurra, ich bin reich ;-)

The Sum Of £1,000,000.00 Pounds has been won by your EMAIL Address in our
2009 sweepstakes program. Do get back to this office with your claims
requirement such as

1.Name in full
2.Address
3.Nationality
4.Age
5.Sex
6.Occupation
7.Phone/Fax
8.Present Country

Reply to this confidential Email Address: btprizeoffice@gmail.com


Spamfilter sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Adressiert war das Mail übrigens mit "British Telecom Plc"
Ich habe natürlich sofort die notwendigen Daten gemailt und warte nun verzweifelt auf die Millionen ;-)

Alles was i brauch ...

In der Nacht an Platz zum Schlafen
Und am Tag a freie Sicht

Was zum Glauben, was zum Hoffen

Auf die Schultern net z'vü G'wicht


A Gitarr' und was zum Schreiben

Und a Hirn das funktioniert

Zum Erinnern und zum Bleiben

Das' in Zukunft besser wird

Ganz viel Liebe und Vergebung
Und a reines, offen's Herz
Und a Stimm' die laut genug ist
Dass i ansing gegen mein Schmerz


Des is Alles was i brauch

Des is Alles was i brauch


Wenig Menschen, lange Strassen

Und viel Himmel über mir

Feste Schuhe, weite Hosen

Ab und zu ein Blick von Dir


Und mein Glauben an die Menschheit

Auch wenns net zum Besten steht

Und genügend Mut und Würde

Wenns einmal ans Sterben geht


Des is Alles was i brauch

Des is Alles was i brauch


Ein Text des großartigen österreichischen Musikers Georg Danzer aus dem Album "Träumer", seinem letzten Studioalbum vor seinem Tod.

Dieser Text ist mir heute beim Morgenspaziergang am See in den Sinn gekommen. Einfacher und richtiger hätte man das wohl nicht ausdrücken können.

Foto: (c) Der Standard; Liedtext "Alles was i brauch" (c) Georg Danzer 2006, Edition Giraffe

Klare Mehrheiten


Aktuelle Umfrage auf breakingnews.ie

Im Morgennebel

Impressionen eines Morgenspazierganges, heute kurz nach halb Sieben in der Früh am Blessington Lake. Der Hund freut sich drüber, und es ist schon herrlich hier. Jenseits aller Horrormeldungen der Nachrichten, und weit weg von Wirtschaftsprognosen, Kirchenskandalen und sonstiger Miesmacher - pure Ireland.
Auch für mich zur Erinnerung, warum ich immer hierher wollte. Und ein wenig zum Durchatmen und Kraft tanken.
Es gibt nicht viel Positives zu berichten in dieser Zeit. Zumindest nimmt man in der Fülle der Negativschlagzeilen das Schöne und Gute nicht mehr so wahr.
Wenn sich aber der Morgennebel über dem Blessington Lake lichtet, und die Sonne auf das Spiegelbild der Hügel im See zu scheinen beginnt, dann strahlt das Ruhe und Beständigkeit aus.
Keine Menschenseele weit und breit, nicht einmal der sonst oft starke Wind hat sich schon eingefunden zur frühen Morgenstunde.
Einzig und alleine Stille, der faszinierende Blick auf den See, und ein Einwanderer mit Hund, der das Szenario genießt.
Natürlich bringt die Zeit mit sich, dass man die Entscheidung hierher zu gehen hinterfragt. Und nicht immer ganz zweifelsfrei mit 'Es war richtig' zu beantworten vermag.
Aber an diesem einsamen Strand heute morgen ist mir wieder ein Stück weit klarer geworden, dass es doch richtig war. Und ich habe die Ruhe wieder gefunden, die ich brauche, um Kraft zu schöpfen und nachdenken zu können.
Heute exakt vor neun Monaten habe ich die Fähre in Dublin verlassen, mit dem festen Vorsatz, einen Lebensabschnitt (dessen Länge niemand prognostizieren kann) auf dieser wunderschönen Insel zu verbringen.
Ja, ich bin sehr gerne in Irland. Und ich bin froh darüber, hierher gegangen zu sein. Und froh darüber, dass es auch meiner Familie hier gefällt.
Die richtige Lebensqualität findet sich oft in den kleinen Dingen. Oder, wie in diesem Fall, eben im weiten Spiegelbild des Sees.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Die Fratze der Gewalt

Ein weiteres unschuldiges Leben wurde genommen. In der Nacht auf Montag erschlugen randalierende Fußballfans nach dem schottischen Derby Celtic gegen Glasgow im nordirischen Coleraine den Familienvater Kevin McDaid und verletzten auch seine Frau schwer (siehe Bild links aus der Irish Times).
Sofort ging die Meldung um den Globus, und gipfelte in Schlagzeilen wie "Katholik in Nordirland von Protestanten erschlagen". Siehe zum Beispiel hier.
'Religiös' gesteuerte Übergriffe, oder einfach ein randalierender Mob, der jenseits von Glaubensmotiven einfach rohe Gewalt auslebte?
Nun, für die Familie McDaid macht das keinen Unterschied. Sie wurde vom Pöbel zerstört, in der Nacht, als plötzlich 40 gewaltbereite Idioten vor ihrem Haus auftauchten. Jetzt zu glauben, der brutale Mord wäre schlimmer oder nicht so schlimm, je nach dem Motiv, wäre absoluter Schwachsinn.
Die Polizei geht offiziell von 'gewaltbereiten Fußballfans' aus. Nichts deutet, so Alistair Finlay vom PSNI, auf politische Motive hin. Gestern befanden sich 10 Männer und 1 Teenager in Polizeigewahrsam und wurden verhört.

Anders jedoch die heutige Stellungnahme der Witwe im BBC. Sie beschuldigt die UDA, für den Vorfall verantwortlich zu sein.
“The UDA, they called themselves the UDA,” she said. “I ran across to help him and they beat me while they beat him, and my neighbour had to step in to try to save me and she was pregnant and they beat her,” she told BBC Radio Foyle.
Und weiter:

“The people that done this have to be punished. They were fit to come across in cars and walk across those bridges [over the Bann] and shout to me ‘You Fenian bastard’ and booted me and punched me and hit me with a baseball bat across the head.

“I’m not even a Catholic, I’m a Protestant, it’s a mixed marriage. My life’s over, a big part of me is missing now. He was my soul mate. But I’ll have to try and go on – for the wee foster boy, Ryan, and my other three sons, I’ll have to try and go on, but I’ve lost a very big part of me. And I can never replace that. Never. Ever.”

Die der UDA nahe stehende Ulster Political Research Group hat das Attentat gestern entschieden abgelehnt und auch jeden Zusammenhang des furchtbaren Gewaltexzesses mit dem nordirischen Freiheitskampf bestritten.

Natürlich bietet sich die Möglichkeit an, dass der besoffene Mob einfach unter dem Deckmantel der UDA (von der es bislang noch keine offizielle Stellungnahme gibt) agiert hat. Aber:

Coleraine SDLP (Anm.: Social Democratic and Labour Party) Assembly member John Dallat last night backed Ms McDaid’s view of UDA involvement: “There is no dispute between me and the PSNI that UDA elements were involved.” Whether it was orchestrated or not was not the point, he said.

So oder so, ein weiterer Rückschlag für den Friedensprozess ist es allemal. Und die Fratze der Gewalt hat ein weiteres Todesopfer zu verzeichnen. Und es werden leider noch viele folgen.

Informationen zur UDA hier in der englischen Wikipedia.

Dienstag, 26. Mai 2009

Eigenartiges im Netz II - Zum Kotzen

Über meine unliebsamen Erfahrungen mit der "hilfesuchenden" A. aus R. habe ich hier schon berichtet. Doch habe ich wieder neue Post aus R. in mein Mailfach bekommen. Nur als kurzes Beispiel, wie manche Leute ticken.
Ich kann diesmal nicht das ganze Mail reinstellen, weil es auch für mich eine Grenze gibt. Nämlich dort, wo die übliche standardbraune Scheiße aufhört (excuse my french) und der offene Hass und Neonazismus beginnt. Aber zur Illustration ein paar Zeilen aus dem Mail, dass mich gestern Abend - ungewollt und unerwartet - erreicht hat.

...wenn du hier an der ostsee wohnen würdest und das größte diebesvolk europas direkt nebenan wohnt, könntest du es verstehen. es vergeht kein tag,
wo diese scheiß polenn nicht irgendwo in mecklenburg was klauen, schienenstränge, baufahrzeuge, bootsmotoren. sie schmuggeln zigaretten und iraner und sonstwelche leute ins land.

ja, dieses diebische verhalten kennen wir von den polen und verabscheuen sie.und dass und keinesfalls rassistisch.

ich kann auch sagen , den holocaust hat es doch nie gegeben ;-))))und dahinter einen smiley setzen. was heißt das nun.

aber generell nervt uns diese ganze scheiße mit den juden. unsere generation hat den nichts getan und wir haben die nicht umgebracht. aber wir sollen die als unsere besten freunde betrachten. will aber keiner. die juden sind irgendwie komisch. ich häng die mal zwei sachen aus der zeitung aus der faz ran (Anmerkung des Verfassers: Natürlich sind keine Artikel angehängt gewesen) und was der von den juden gedacht hat. und der war ein schlauer. aber generell leben wir in einer demokratie und da kann ich denken und sagen was ich will und kann vergleiche machen mit wem ich will.
ich lass mir nicht vom schattenkabinett der regierung - dem zentralrat der juden ständig erzählen, wie wir deutschen die welt zu sehen haben und das der iranunser feind ist.

die weltwirtschaftskrise hat gezeigt, das der gierige jude mit seinen hedgefonds die welt an den ruin gebracht haben. der feind sitzt bestimmt nicht im iran.
die gier ist unser feind.
und hitler war ein bundeskanzler und diese zeit liegt lange hinter uns. zum glück. uns nervt aber die ewige anklagerei der juden.
Ich hatte in meiner kurzen Antwort auf das letzte Mail geschrieben, ich wäre vorsichtig mit Quervergleichen zwischen hilfsbereiten Mailkontakten und Adolf Hitler. Die Antwort hat mich nun nicht wirklich erstaunt:
wieso , kommt dann die stasi und steckt mich nach bautzen ins zuchthaus oder in kz ???
wir haben meinungsfreiheit. das hat der ossi gelernt oder sollte er gelernt haben.
Ich finds zum Kotzen. Und habe das Thema für mich somit beendet. Denn da ist wirklich Hopfen und Malz verloren ... Und im Nachhinein betrachtet ist wahrscheinlich schon zuviel Speicherplatz für diesen Schrott verschwendet worden. Hoffentlich wissen spätestens jetzt andere Menschen, die hilfsbereiter wären als ich, woran sie sind.

Das Einzige, was mich hoffnungsvoll stimmt: Diese Denkweise ist zum Glück nicht typisch für die heutige Jugend.

Nur die Briten jammern noch mehr ...

A new poll has found that Irish people spend almost 9.5 hours moaning each week.

The figure adds up to more than 20 days a year.

Bad weather tops the list of daily groans, followed by tiredness, traffic and work.

The poll found that only British people moan more than the Irish.
Quelle: breakingnews.ie

Die Iren jammern, ächzen und stöhnen also 20 Tage im Jahr, am Stück.
So sagt es uns zumindest diese Studie. Nur die Briten jammern noch mehr.
Rein subjektiv habe ich das bis jetzt nicht wirklich so wahr genommen,
hatte eher den Eindruck, dass es manche Iren etwas zu locker nehmen.
Und die aktuelle Wirtschaftslage tut sicherlich auch etwas zu dieser Statistik.
In letzter Instanz aber verwundert es eigentlich nicht wirklich.
Denn wo hier wirklich nur gejammert wird, ist von Seiten der Politik und der Medien.
Und dass das auf die Bevölkerung abfärbt, kann eigentlich dann doch erwartet werden.
Würde man mehr Positives vermelden, und etwas "Feel-Good"-Stimmung verbreiten,
wäre es für das Land besser, und man würde auch in dieser Statistik wieder weiter
zurückfallen. Und damit meine ich nicht Grüne-Brille-Meldungen, sondern das
Erzeugen von echter Aufbruchstimmung, die mir fehlt.

PS.: Wer auf den Bericht über Gottfried Helnwein wartet - der ist in Arbeit.

Montag, 25. Mai 2009

Lesetipp: The Scarecrow

Mal zur Abwechslung ein kleiner Lesetipp für alle, die so wie ich gute Krimis mögen: 12 Jahre nach seinem großen Erfolg "The Poet" schreibt der ehemalige LA-Times-Reporter Michael Connelly eine direkte Forstsetzung rund um den Journalisten und Hobby-Detektiv Jack McEvoy. The Scarecrow (zu deutsch: Die Vogelscheuche) ist im Mai 2009 auch auf der Insel erschienen, und ich habe es jetzt nahezu ohne Pause durchgelesen.
For Jack McEvoy, the killer named The Poet was the last word in evil.
Think again, Jack.
Kurzer Inhaltsabriss: Jack McEvoy, der eigentlich schon von der LA Times entlassen wurde, schreibt während der Einarbeitung seiner Nachfolgerin an einer letzten Story über einen brutalen Mord im Drogenmillieu. Der Täter wurde gefasst und ist geständig. Doch McEvoy erwachsen Zweifel an diesem Geständnis. Und im Zuge seiner Recherchen stößt er auf Ungereimtheiten und einen vergleichbaren Mordfall. Es entwickelt sich eine spannende und gut beschriebene Jagd durch mehrere US-Bundesstaaten.
Mehr möchte ich vom Inhalt noch gar nicht verraten. Nur soviel: Es ist eine würdige Fortsetzung zu "Der Poet". Man kann es aber auch lesen, wenn man den ersten Teil nicht kennt. Krimi- und Thriller-Fans absolut zu empfehlen.
Und die gute Nachricht für 'lesefaule' Krimifans: The Scarecrow gibt es auch als Hörbuch (siehe Bild oben). Mir ist aber die gedruckte Version lieber ...

Sonntag, 24. Mai 2009

Eigenartiges im Netz - Hitler, Euromillionen und fehlendes Vertrauen

Ich weiß nicht, ob ich ein Einzelfall bin, oder ob es dieser Tage auch anderen so gegangen ist. Ich wurde über einen Forenaccount via E-Mail von einer 23jährigen Deutschen kontaktiert, die um Hilfe bat. Da man in Deutschland offensichtlich nicht Euromillionen spielen kann, suchte sie jemanden, dem sie Geld schicken könnte, und der ihr im Gegenzug per Post die Lottoscheine zusenden würde.
Nun, anyway, nix für mich. Ich mag solche Dinge nicht, vor allem, wenn ich aus dem blauen heraus kontaktiert werde. Was, wenn Geld verschickt wird, und es kommt nicht an? Was, wenn die Post den Schein verschlampt Usw. usf.? Kontonummern gebe ich grundsätzlich nicht im Internet bekannt, und der Postweg erscheint mir zu unsicher für soetwas, vor allem in einem eventuellen Gewinnfall.

Ich habe dann - so denke ich - relativ höflich eine Absage erteilt:
hallo a...,

im ersten moment dachte ich an einen fake, weil ich der meinung war, dass es in deutschland "euromillionen" auch gibt. sorry.
ich schicke dir zwei links zum thema, ohne gewähr.
du kannst nämlich, so wie ich das sehe, von deutschland aus auch online spielen.

http://www.helloarticle.com/de/lottokrieg-in-deutschland-rechtsexperte-bisheriges-lotteri-r2729.htm
http://www.eurolottery.lu/DE/

hoffe das hilft dir weiter.
denn ich denke, so, wie du es andenkst, ist es zu kompliziert.

und wer weiß, ob ich dann nciht doch die 140 millionen oder so für mich behalten würde ;-)
und so würden wohl die meisten denken.

nix für ungut und allerbeste grüße aus irland

harald
Man beachte bitte den Smiley nach dem Satz mit den 140 Millionen. Den dürfte die junge Dame offensichtlich nicht bemerkt haben, denn anders kann ich die Antwort und den darin verbundenen Vergleich mit einem Diktator der 40er Jahre nicht interpretieren:
hallo harald, danke für den tipp. aber fürs internet brauche ich eine kreditkarte, die habe oder bekomme ich als studentin mit
meinem geringen einkommen nicht.und wie gesagt, ich hätte dir zuerst das geld geschickt und erwartet, das du mir den schein per post schickst.
aber wie so menschen eben sind. du gibst eigentlich gleich bei meiner anfrage zu, du würdest im falle mich betrügen oder mir den schein nie schicken.
das ist schon kurios. da kann ich froh sein, das es noch richtige deutsche gibt mit moral und vertrauen und zuverlässigkeit und anstand und die ihre eigenen landsleute
nie bescheißen würden, ich sehe da immer den hanseatischen anständigen kaufmann als vorbild. aber so was stirbt aus in deutschland. kein wunder also, das
deutschland so aussieht wie es aussieht. siemens besticht, vw manager fahren auf konzernkosten in den puff, die cdu hat schwarzgeld konten von juden und und und. also bin ich froh, das du gleich so ehrlich zu mir warst und eingestanden hast, du würdest mich bescheissen.
darum hast du mir viel ärger erspart. dafür will ich ausdrücklich danken und ich hoffe, du kommst weit im leben mit deiner einstellung zu anderen menschen .
alles gute aus deutschland, speziell aus ostdeutschland, wo wir wohl doch eine anere sichtweise und mentalität haben. wenn 33 viele so wie du gedacht haben, ist es kein wunder, das es adolf so leicht hatte.
a...
Nun, man lernt daraus, dass ich die Gesinnung der Hitler-Unterstützer und Gutheißer teile. Ah ja. Und das ich ein durch und durch schlechter Mensch bin. Auch gut. Und das ich kein richtiger Deutscher mit Moral und Anstand bin. Okay.
Gut, hätte die Dame wirklich - so wie sie vorgegeben hat - vorher im Forum ein wenig recherchiert (sie hat mich ja wegen meiner 'vertrauenswürdigen Postings auserwählt'), dann wäre ihr zumindest aufgefallen, dass die letzte Aussage stimmt. Ich bin wirklich kein typischer Deutscher. Vor allem deswegen, weil ich kein Deutscher bin.

Bei mir bleibt lediglich das Gefühl zurück, dass ich mit meiner Absage gut beraten war. Ich wünsche der Dame, dass ihr woanders nicht das widerfährt, was sie mir unterstellt hat.

Kurzer Nachtrag: Vor in paar Minuten hat mich ein weiteres Mail erreicht. Nun wissen wir, wieso ich in Irland lebe, wieso die Polen nach Irland ziehen und wieso A. aus R. vom Glauben an die 'Wessis' abfällt.
ich kann dir gar nicht sagen harald, wie ich mich über deinen untenstehenden satz ärgere. schon den ganzen tag. nicht nur das du unumwunden zugibst, einen schwachen und undeutchen charakter zu haben ( deshalb wohnst du wohl auch nicht mehr unter den ehrlichen deutschen , sondern bei den grobschlächtigen iren und da sieht es ja auch die diebischen polen zu hauf hin - paßt ja irghendwie ) - nein du unterstellst deine umverschämte mentalität auch all meinen anderen landsleuten.
das ist eine bodenlose frechheit. ich bin erst knapp über 20 jahre, aber wenn die älteren im westen alle so denken sollten wie du, ist es kein wunder , das es soviel neid und missgunst gibt.
ich fall echt vom glauben an die wessis ab.
a....
> und wer weiß, ob ich dann nciht doch die 140 millionen oder so für mich
> behalten würde ;-)
> und so würden wohl die meisten denken.
>
> nix für ungut und allerbeste grüße aus irland
>
> harald
>
Lang leben die hirnlosen Vorurteile. Vielleicht klärt mich ja mal irgendjemand drüber auf, was ein undeut(s)cher Charakter ist. Schönen Sonntag noch.

Samstag, 23. Mai 2009

Leinster statt der Bayern

'Meine' Bayern haben es heute nicht geschafft, deutscher Meister zu werden - Gratulation an Wolfsburg, auch wenn es schwerfällt.
Dafür ist ein weiterer Erfolg für Irlands Sportler zu verbuchen. Das Rugby-Team aus Leinster holte heute erstmals den Heineken-Cup (so eine Art Gegenstück zur UEFA Champions League beim Fußball) in die Region.
Vor 64.000 Fans im Stadion von Edinburgh und in einem unendlich spannenden Spiel setzten sich die Jungs aus Leinster schlussendlich gegen den englischen Meister, die Leicester Tigers, durch. 9:3 in Führung gelegen, zur Pause aber 13:9 zurück. Doch am Ende jubelten die Boys in Green (die ja eigentlich in Leinster-Blau spielen): 19:16 für Irland gegen die Engländer.
Zuerst der Six-Nations-Cup, jetzt der Rugby-Triumph. Wenigstens sportlich ist auf der Insel alles in Ordnung.

Traumjob zu vergeben

Schon seit einigen Wochen sucht eine große irische Billigfluglinie (ich denke mal, weitere Hinweise sind nicht nötig, oder) die Idealbesetzung für einen 'Traumjob'. So schaut es zumindest aus.
Wieso ich das weiß? Weil ich mittlerweile von drei verschiedenen Agenturen diesbezüglich kontaktiert wurde. Offensichtlich genügt die Löschung des Monster-Accounts nicht, um von Recruitern verschont zu bleiben.
Gesucht wird ein Internet-Marketing-Director für den deutschsprachigen Relaunch der Firmenhomepage. Und das offensichtlich verzweifelt.
Klar, man möchte die eierlegende Wollmilchsau des Internet-Marketings engagieren. Das allerdings bei einem sehr guten Package, und mit - zwar schwierig, aber möglich - erreichbaren Targets.
Ich selber bin für diesen Job hoffnungslos unterqualifiziert. Umso mehr ein Zeichen, dass die Suche bislang fruchtlos war, da auf mich zurückgekommen wurde. Oder dafür, dass Recruiter nur nach Schlagworten vorgehen und sich die CVs nicht wirklich durchlesen? Was weiß ich.
Wer Interesse hat und sich das zutraut, sollte wohl am besten mal CPL in Dublin anrufen und sich zu Karen Nugent durchfragen. Viel Erfolg dabei.

Freitag, 22. Mai 2009

Wir trauern

Die Autoren dieses Blogs trauern - wie auch viele andere - um Barbara Pitschmann.

Die renommierte Linzer Künstlerin und Projektleiterin bei Linz 09 wurde gestern Abend in Niederösterreich tot aufgefunden.

Nachdem sie die letzten 10 Tage als vermisst gegolten hatte, haben die Angehörigen nun seit wenigen Stunden die traurige Gewissheit.

Barbara hinterlässt einen 13jährigen Sohn und eine Lücke in der Linzer Kunstlandschaft. Sie wurde nur 32 Jahre alt.
Im Bild: Barbara Pitschmann - "Selbstportrait"

Think positive - Brian Cowen als Mutmacher unterwegs

In den letzten Monaten hat er mit seinen dauernden Negativaussagen und Horrormeldungen die Krise noch weiter zugespitzt und sein Scherflein zur Untergangsstimmung auf der Insel beigetragen. Doch jetzt, wo die heiße Phase der Wahlen bevorsteht, hat Taisoeach Brian Cowen auf einmal seine Taktik verändert und versucht sich als Mutmacher. Spät, wohl zu spät, aber immerhin.
Offensichtlich von neuen - fähigeren - politischen Beratern umgeben und angesichts der katastrophalen Umfragewerte zu einem Kurswechsel gezwungen, verbreitet Cowen nun Optimismus. So zumindest geschehen bei einer Wahlveranstaltung der Fianna Fail im Co. Meath.
Gleichbleibend aber ist sein hohes Maß an Selbstüberschätzung:
Speaking at a rally in Slane last night, Mr Cowen claimed the policies being implemented by his Government to address the downturn were being hailed around the world.
Gerade noch war von einer Krise bis 2021 die Rede (so gehört bei TodayFM), doch nun haben sich auf einmal Experten gefunden, die das Gegenteil behaupten:
He also said experts at the ESRI had predicted that Ireland could return to strong growth in the coming years.
Von einem Wirtschaftsaufschwung schon im kommenden Jahr ist plötzlich die Rede, und als Beispiel führt Cowen die unerwartet hohe Nachfrage nach irischen Bonds an. Und attackiert nebenbei natürlich pflichtbewusst die Opposition:
Mr Cowen also used the occasion to attack the opposition, accusing them of engaging in dead-end politics.
Nun, der Wahrheitsgehalt der Prognose wird sich weisen. Immerhin eines dürfte nun auch der Anwalt aus Offaly kapiert haben: Dieses Land braucht mehr positive Nachrichten. Denn nur so lässt sich die Aufbruchsatmosphäre erzeugen, die dringend von Nöten ist, um gegen die Krise anzukämpfen.

Lob an die 'Courage'?

Die absolut dämlichste Meldung des Tages kam gestern aus England auf die Insel rübergeschwappt: Der englische Erzbischof Nichol, immerhin Oberhaupt der katholischen Kirche im Königreich, salutierte vor dem Mut der Gesinnungsbrüder in Irland, sich der dunklen Vergangenheit und Gegenwart zu stellen. Und so liest sich das dann im Irish Independant:
THE Archbishop of Dublin last night issued an unprecedented public rebuke to the head of the Catholic Church in England for praising "the courage" of Irish pervert priests in "confronting" their actions.
Wenigstens bezeichnete der Dubliner Erzbischof Martin diesen Zwischenruf gleich als 'nicht sehr hilfreich'. Ich bezeichne ihn einfach als Schwachsinn.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Pray for better days

Ja, es ist Rezession. Und die Zeiten sind hart. Aber einem heute per Post zugestellten Folder zufolge haben die Missionaries of the Sacred Heart Ireland genau das richtige Rezept dagegen. Nämlich: Beten.
In these troubled times there's a lot of emphasis on doom and despair. Many people are seeking hope and encouragement through prayer and religious devotion.
Nun, just zur Enthüllung der Skandalberichte rund um die Kirche in Irland wohl ein denkbar schlechter Zeitpunkt für eine solche Aussendung, aber wahrscheinlich waren die Folder schon länger auf der Post.
Ein paar Gebete für den Hausgebrauch werden auch gleich mitgeliefert, zusammen mit dem obligatorischen Spendenaufruf, bei dem gleich die Spendenhöhe von mindestens 13 Euro mitvorgeschlagen wird.
Manche werden sich über diesen Folder freuen. Bei uns wird am Montag wieder Altpapier abgeholt.
Aber man hat offensichtlich mangelndes Echo erwartet. Denn Frater Michael O'Connell entschuldigt sich schon mal vorosrglich für die Zusendung, wenn man sie nicht haben wollte.
Wer beten will gegen die Rezession - bitte schön. Helfen wirds nichts, aber schaden wirds wohl auch nicht.

By the way: Offensichtlich hat zumindest Brian Cowen die gebetsmühlenartigen Forderungen nach Arbeitsplatzschaffung und -sicherung ein wenig erhört. Denn jetzt schlägt er auf einmal den Gewerkschaften vor, einige Millionen in ebendiese zu investieren. Als Kompromissangebot, um weiter verhandeln zu können. Nehmen will er diese dringend notwendigen Millionen aus - richtig - dem Social Welfare Fund. Offensichtlich ist der Taisoeach der Meinung, dort würden sie am wenigsten fehlen ... Der Countdown zur Wahl läuft weiter.

Schluss am Bosporus

In einem mäßig attraktiven, aber zumindest spannenden UEFA-Cup-Finale war gestern Abend Schluss für den SV Werder Bremen. Mit 1:2 nach Verlängerung verlor man in Istanbul gegen die Mannschaft des reichsten Mannes der Ukraine, Schachtjor Donezk. Und das auch durchaus verdient. Jetzt könnte mir altem Bayern-Fan Werder wenigstens noch am Samstag einen großen Gefallen tun und Wolfsburg schlagen, damit die Meisterschale doch wieder an die Sebener Straße kommt.
Foto: ndr.de

Mittwoch, 20. Mai 2009

Große Pappen, kleines Hirn

Zur Abwechslung mal eine Kurzmeldung aus Österreich. Und zwar aus dem dortigen Nationalrat: Offensichtlich stärkstens genervt vom rechtsnationalen Kauderwelsch eines BZÖ-Abgeordneten (BZÖ: Die ehemalige Haider-Partei und in etwa so nötig wie ein Kropf) rief ein Politiker einer anderen Fraktion folgendes zum treudeutschen Redner auf das Podium:
"Sternzeichen Krokodil: große Pappen*, kleines Hirn."
Die Folge: Ordnungsruf vom (ebenfalls rechten) Parlamentspräsidenten Graf und die Forderung nach einem Alkotest für den Zwischenrufer. Dieser machte den dann freiwillig. Ergebnis: 0,0 Promille.
____________________________________
* Für die Nicht-Österreicher unter unseren LeserInnen: Den Ausdruck "Pappen" kann man wortwörtlich mit Mundwerk übersetzen.

Rechnungen schneller bezahlen

Was für Privatkunden bei Strom- oder Telefonrechnungen ohnehin Usus ist, soll nun auch für die Regierung gelten: Als Schritt zum positiven Cashflow der Zulieferfirmen bezeichnet Tainaiste Mary Coughlan die neue Richtlinie: Ab dem 15. Juni werden Rechnungen der Zulieferbetriebe der Regierung nicht wie bisher innerhalb eines Kalendermonates, sondern schon innerhalb von 15 Tagen bezahlt. Was in vielen anderen Ländern eine Selbstverständlichkeit ist, wird nun hier als großer Fortschritt zelebriert.
Nun, positiv sicher für die Zulieferbetriebe. Wenn man sich andererseits anschaut, dass wieder ein 12-Millionen-Euro Auftrag für Garda-Uniformen komplett ins Ausland vergeben wurde, fragt man sich, wieviel einheimische Firmen nun davon profitieren werden.
Coughlan erhofft sich davon nun eine positive Signalwirkung auf die Privatwirtschaft:
I hope that it will also set an example for businesses in the private sector to improve their payment record and pay each other more promptly,” the Tánaiste said.
By the way: Der durchschnittliche Zahlungseingang bei uns in der Firma erfolgt 2009 nach 58,3 Tagen. Noch 2007 lag der Jahresschnitt bei 20,9 Tagen. Nur so als Beispiel.

Dienstag, 19. Mai 2009

Kindesmissbrauch in der Kirche - Irland, deine Kinder ...

Auch hier in diesem Blog war es leider schon desöfteren ein Thema: Die unglaubliche Statistik an - hauptsächlich ungeklärten und nicht öffentlich aufgezeigten - Kindesmissbrauchsfällen auf der Insel.

Vor allem im angeblich doch so sicheren Schoß der Kirche soll sich Unfassbares zugetragen haben. Nach neunjähriger (!) Untersuchungsarbeit soll nun dieser Tage endlich der Sonderreport der Ermittlungskomission erscheinen. Und dieser wird - wenn man ersten Pressemitteilungen Glauben schenkt - das Unglaubliche ein wenig ans Tageslicht fördern.

150.000 Fälle aus den letzten 60 Jahren sollen diese Berichte aufzeigen. In Worten: Einhundertfünfzigtausend. Und damit Tausende fürs Leben gezeichnete Menschen, ruiniert durch jene, denen sie - oft bedingungslos - vertraut haben.

Nun: Bevor mich wieder jemand wie im letzten Blogpost zu diesem Thema als Ketzer abtut, sicher gibt es solche Fälle nicht nur im Dunstkreis des Weihwassers. Aber die Häufung der Fälle dort ist unübersehbar, und im Fall Irland noch viel geballter als gedacht und befürchtet.

Jeder Fall für sich ist eine Schweinerei. Und als Vater denkt man doch dann irgendwie im Hinterkopf an eine Umfunktionierung der Heckenschere zu Rachezwecken, so nach dem 'Auge um Auge' Prinzip. Wie müssen dann erst die direkt Betroffenen darüber denken, wie kommen sie damit zurecht, wie leben sie damit?

Wird es Konsequenzen geben? Werden die Täter bestraft, anstatt wie sonst so oft die Opfer diffamiert? Mir fehlt der Glauben daran. Wobei dieses zugefügte Leid ohnehin in keinster Weise wiedergutzumachen ist.

Einmal mehr zeigt sich, dass jegliches Vertrauen in die soutanentragende Gemeinde vergebene Liebesmüh ist. Jeder Mensch hat das Recht auf seinen Glauben, das sei jedem unbenommen. Aber auch mir sei meine Meinung unbenommen, dass eine Welt ohne Kirchen und religiöse Gesinnungen bedeutend friedlicher und menschlicher wäre.

Doch nicht nur im Einzugsgebiet bekreuzter Dächer passiert derart Schreckliches. Mehrere Reporte stehen uns in den kommenden Wochen ins Haus, die hoffentlich schonungslos und namentlich (die Namen der Täter, nicht die der Opfer) die Wahrheit ans Licht bringen werden.
Und Examiner-Kolumnist Fergus Finlay stellt heute zurecht die Frage, ob das Wohl der Kinder in diesem Land womöglich weniger bedeutet als anderswo.
OVER the next week or so, we will see another couple of reports that will confirm, once again, how children really don’t matter in Ireland.
Der Kommentar ist im meinen Augen äußerst lesenswert.

Noch ein kurzer persönlicher Nachsatz: Ja, es gibt sie. Die guten Initiativen, die menschliche Wärme, die helfenden Projekte im Umfeld der Kirche. Getragen von vielen kleinen, ehrenamtlichen Mitarbeitern in den meisten Fällen. Und ich schätze und mag diese Projekte. Doch sie entstehen aus Eigeninitiativen heraus, die die Kirche gerne als Deckmantel benutzt. Diese Projekte wären auch ohne Kirchen und Religionen denkbar, wünschenswert und auch Realität. So verkommen sie aber allzuoft zum Feigenblatt, dass nur als Totschlagargument für die Notwendigkeit der Vatikansaußenstellen dient.

Hier der Link zum ersten veröffentlichten Report.

Pretty (?) in Pink

Ohne Worte ...

Naja, doch nicht ganz. Der offensichtlich an leichter Farbgeschmacksverwirrung leidende Autobesitzer und Fahrer ist übrigens der irische Fußballnationalspieler Stephen Ireland, der derzeit in Diensten von Manchester City steht.

Irland - die tropische Insel ;-)

Was hält Ihr von dem Tropical Irland???

gefragt von pattieck am 08.04.2009 um 18:45 Uhr

Da mein Freund wahrscheinlich mal wieder nicht in den Urlaub fahren, dachte ich mir evtl. ein Wochenende im Tropical Irland zu verbringen.

Ich hab postive, aber auch negatvie Erfahrungen von meinen Freunden gehört. Ich selber war noch nie dort.

Was hält ihr vom Tropical Irland?

Gefunden auf www.gutefrage.net - offensichtlich hat da jemand die Klimaerwärmung (und die übernächste Rechtschreibreform auch gleich) schon deutlich vorweggenommen ;-)

A Pint at O'Bama's?

Wenn es als Präsident nicht so klappen sollte, kann er ja immer noch ein Irish Pub aufmachen ;-)

Montag, 18. Mai 2009

Sagen die Iren diesmal Ja?

Die zweite Abstimmung über den Vertrag von Lissabon steht uns in Irland im heurigen Herbst ins Haus, einen genauen Termin dafür gibt es aber noch nicht.
In der Irish Times wurde heute morgen eine neue Umfrage dazu veröffentlicht. Demnach haben 52 Prozent der Irinnen und Iren vor, diesmal mit Ja zu stimmen.
Dem gegenüber haben sich 29 Prozent bislang auf ein Nein festgelegt, um vier Prozent weniger als bei der letzten Umfrage im Februar.
Die grlßte Unterstützung für den Vertrag findet man bei Männern, bei "besser gestellten" Wählern und bei den älteren Wählerschichten.
Und - ebenfalls bei dieser Umfrage erhoben - 79 Prozent der Befragten glauben, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in der EU besser aufgehoben zu sein.
Im Bild: Zwei - zugegeben etwas eigenartige - Wahlplakate der Jungen Fine Gael für ein Ja zum Vertrag von Lissabon.

Sonntag, 17. Mai 2009

In Kürze: Berühmte Österreicher und ihr Bezug zu Irland

In den kommenden Wochen wird es hier immer wieder den Versuch geben, über berühmte Österreicher zu berichten, die in Irland leben und arbeiten oder dies in der Vergangenheit taten. Den Anfang wird am kommenden Wochenende ein Bericht über einen der wenigen österreichischen Künstler von Weltformat, Gottfried Helnwein, machen. Er lebt und arbeitet im County Tipperary.
Im Bild: Gottfried Helnwein - 'The Disasters of War 6' (2007) - in Memory of Francisco de Goya; Öl und Acryl auf Leinwand.
(c) Gottfried Helnwein 2007

Songcontest 2009 - Eine Nachlese

Das größte europäische Musikfestival ist nun auch 2009 Geschichte. Und überraschender Weise habe ich mit meinem gestrigen Tipp recht behalten, und der Sieg ging an den musikalisch wohl besten Beitrag. Der 23jährige gebürtige Weißrusse Alexander Rybak, der mit Inbrunst und Geige seine Wahlheimat Norwegen vertrat, holte den Sieg zurück nach Skandinavien. Mit dem selbst geschriebenen Epos "Fairytale" war er schon zur Halbzeit der abgegebenen Wertungen beinahe uneinholbar in Führung gelegen, und fuhr (um es im Formel-1-Jargon zu sagen) einen deutlichen Start-Ziel-Sieg ein.

Einige Gedankensplitter zum gestigen Grand Prix de la Chanson Eurovision in Moskau:

Statt wie in den letzten Jahren dem Insider Thomas Hermanns die Präsentation zu überlassen, setzte die ARD gestern Abend unverständlicherweise auf einen anderen Thomas: Ex-Modern-Talking Sänger Thomas Anders führte - unambitioniert und peinlich - durchs Programm, zusammen mit einem blonden Aufputz, deren Name mir leider bereits entfallen ist. Einzig Guildo Horn war mit seiner klaren Botschaft an die Veranstalter ein positiver Ausreisser, warum man zum Beispiel gerade den 'Sänger' von Scooter in eine Fachjury setzt, kann ich leider auch nicht beantworten.

Die russische Polizei ging hart gegen die Veranstalter und Teilnehmer der Gay-Parade vor. Die groß angekündigten Proteste einiger Teilnehmerstaaten blieben - natürlich - aus. Und wer etwas Feinsinn besitzt, konnte bei der Startfrage des Moderators an das Publikum "Hello People. How does Moscow treat you?" schon einiges an Zweideutigkeit und billiger Propaganda erkennen.

Russland hat offensichtlich die Kosten des Events mal etwas nachkalkuliert (ca. 42 Millionen Euro) und ist zu dem Schluss gekommen, den Songcontest nicht noch einmal veranstalten zu wollen. Anders kann man sich den russischen Beitrag (und auch das aus Vorhangstoff genähte Kleid der Sängerin) nicht erklären.

Griechenland wähnte sich bei der falschen Veranstaltung (Chippendale-Contest?) und entsandte einen braungebrannten Playboy mit weit offenem Hemd. Gleichzeitig verzichtete man im griechischen Beitrag auf sowieso sinnlose Werte wie Gesang, Rhythmusgefühl oder Musikalität.

Der neue Wahlmodus (Jury und Publikum je mit Hälfteanteil) zeigte erste Früchte. So kam dadurch auch der musikalisch sehr gute isländische Beitrag auf den verdienten zweiten Platz, und auch Andrew Loyd Webbers englisches Lied konnte sich der Qualität entsprechend weit oben platzieren. Was allerdings der flachbrüstige armenische Beitrag und die gnadenlos schlechte türkische Mischung aus hemmungslosem Discobeat und Girlie-Goup-'Gesang' so weit vorne verloren hatten, verstehe ich eher weniger.

Unter Wert geschlagen wurden die deutschen Teilnehmer. Zwar ist der Song furchtbar und einfallslos, aber nicht so schlecht im Vergleich zu manchen anderen, dass der 20. Platz gerechtfertigt wäre. Auch eine - sehr brave - Dita von Teese konnte Alex Christensen und Partner nicht weiter nach vorne helfen.

Die Kameraführung war teilweise äußerst laienhaft - ungewohnt für dieses große Spektakel. Ganz zu schweigen vom Sound, der zum Beispiel die großartige Stimme der französischen Teilnehmerin Patricia Kaas grauenhaft verzerrte.

Zusammengefasst: Das musikalisch beste Lied hat diesmal (und das ist nicht der Regelfall) gewonnen. Die Mischung aus jugendlichem Charme, an irischen Folk erinnernde temperamentvolle Komposition und gesungener Inbrunst setzte sich bei den 42 Juries und Publikumsvotings klarer denn jemals zuvor durch. Die Punkteschacherei zwischen den skandinavischen und baltischen Staaten war zwar noch vorhanden, hatte diesmal aber etwas weniger Einfluss auf das Ergebnis. Ich habe gestern abend während der Veranstaltung getippt, dass Norwegen vor Island und dem UK gewinnt. Und bin - auch das ist nicht normal - damit sehr gut gelegen.

Ein Spektakel war es auch gestern Abend wieder, auch wenn die Vorfälle am Nachmittag davor in den Straßen von Moskau einen sehr schalen Beigeschmack hinterlassen haben.

Und so schaut der diesjährige Sieger Alexander Rybak aus (Foto (c) NDR):
Alle Statistiken zum Songcontest 2009 in Moskau findet ihr zB hier in der Wikipedia.

Samstag, 16. Mai 2009

Songcontest 2009

Irland im Halbfinale ausgeschieden, Österreich gar nicht dabei, der deutsche Beitrag furchtbar (mit Ausnahme von Dita von Teese - so wie links auf dem Bild sah die Ex von Marilyn Manson übrigens früher aus) - trotzdem werde ich heute Abend nicht anders können und mir wie jedes Jahr den Songcontest anschauen. Irgendwie trotz allem eine einzigartige Veranstaltung.
Wer gewinnt? Nun, mein Favorit wäre Norwegen. Aber dennoch bin ich mir annährend sicher, dass einer der Staaten weiter östlich das Rennen machen wird.

Der Tesco-Protest

Irlands Farmer laufen Sturm gegen die Supermarktkette Tesco. Nachdem diese in den letzten Wochen die Preise in grenznahen Fillialen merklich gesenkt hatte, aber keine Lust hat, auf Profit zu verzichten, hat man einfach auch die Preise am anderen Ende der Kette gesenkt, und wollte den Zulieferern regelrechte Knebelverträge aufzwingen. Die Farmer wehren sich nun dagegen.
Allerdings teilweise auch auf etwas eigenartige Art und Weise: In Offaly und Westmeath zum Beispiel stürmten Farmer Tesco-Fillialen, räumten die Trolleys mit Waren voll und liessen die vollen Einkaufswägen dann im Geschäft stehen.
Nun, abgesehen davon, dass die Tesco-Beschäftigten, die dann die ganzen Waren wieder ins Regal zurückräumen müssen, am wenigsten für die gesenkten Einkaufspreise des Supermarktriesen können: Eine Protestaktion, die nicht wirklich den Adressaten schmerzt.
Ich habe vollstes Verständnis für die Erregung der Farmer. Diese sollen für ihre Ware (denn wir alle wollen ja auch, dass diese qualitativ hochwertig hergestellt bzw. gezüchtet wird) auch ordentliche Entlohnung erhalten.
Nur bei der Durchführung ihrer Protestmaßnahmen sollten sich die Farmer wohl in Zukunft besser beraten lassen.

Hier der Bericht des Herald zu den Farmerprotesten.

Freitag, 15. Mai 2009

Dann kauft man sich ein Dorf


Was tut man, wenn man soviel Geld hat, dass man nicht mehr weiß wohin damit? Dann kauft man sich halt einfach ein Dorf ...

In England hat ein ganzes Dorf mit 20 pittoresken Häuschen, einem Kricketplatz und zwei Schmieden per Auktion einen neuen Besitzer gefunden.

Der neue Eigentümer habe mehr als 20 Millionen Pfund (22,3 Mio. Euro) gezahlt, berichtete Immobilienmakler Tim Sherston gestern. "Mehr Details kann ich nicht sagen, weil wir totale Verschwiegenheit zusagen mussten."

Das Dorf Linkenholt (siehe Bild oben) mit seinen rund 40 Einwohnern liegt etwa 120 Kilometer südwestlich von London. Es gehörte bisher einer Wohltätigkeitsorganisation, die den Ort mit seinen acht Quadratkilometern Gemeindegrund komplett verkaufte - außer der Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Die Einwohner haben ein garantiertes Bleiberecht.

Wer weiß: Nachdem ja Brian Cowen nachweislich schon viel Erfahrung mit Immobiliendeals in England hat, vielleicht hat er sich ja nun einen Zufluchtsort für sich und seine Getreuen gekauft, für den naheliegenden Tag, an dem er in Irland ohne politisches Amt sein wird ;-)

Schöne Irland-Bilder im TV

Wieder einmal ein Film nach dem altbewährten Muster "Zeige schöne Bilder aus Irland, dann ist Handlung und Fähigkeit der Schauspieler total egal": Wer es aushält, sich eineinhalb Stunden sinnlose Story anzusehen, nur um schöne irische Küstenbilder zu genießen, dem sei der Spielfilm "Licht über dem Wasser" ans Herz gelegt. Heute abend um 20.15 auf ARD.

Fine Gael im Höhenflug

Enda Kennys Fine Gael befindet sich derzeit im umfragetechnischen Höhenflug: Plus 6 Prozentpunkte, 38 Prozent der Stimmen und 17 Prozentpunkte Vorsprung auf die aktuell regierende Fianna Fail sagt ihnen eine heute in der Irish Times veröffentlichte Umfrage voraus.
Die genauen Ergebnisse:
Fine Gael: 38 % (+6)
Fianna Fail: 21 % (-1)
Labour: 20% (-4)
Sinn Féin: 9% (+-0)
Green Party: 3% (-1)
86 Prozent der Befragten sind unzufrieden mit der Regierungsarbeit (darunter sensationelle 93 Prozent der Grünwähler und immerhin 68 Prozent der Fianna Fail-Wähler).

Unter den Parteiführern hat nach wie vor Eamon Gilmore von der Labour den größten Zuspruch mit 51%, weit abgeschlagen dahinter Enda Kerry (33%) und Brian Cowen (18%).

Die Gänseblümchen sind verblüht - Aus für Irland im Songcontest-Halbfinale

Auch das punkige Styling und das sichtliche Bemühen half gestern Abend nichts: Im zweiten Halfinale des heurigen Songcontests in Moskau schieden die irischen Teilnehmer Black Daisy aus.
Also auch heuer wieder keine Prolongation der irischen Erfolgsserie beim Schlagerwettbewerb. War aber angesichts der Besetzung dieses Halbfinals und dem mangelnden Wiedererkennungswert des irischen Beitrages auch auch nicht wirklich zu erwarten.
Foto: (c) Eurovision


Donnerstag, 14. Mai 2009

Die Antwort auf alle dummen Fragen


Falls diesen Link jemand noch nicht kennt, und Euch wieder mal jemand mit dummen Fragen nervt:

Viel Spass beim Ausprobieren!

By the way, hier gibt's mal wieder den Joke of the day:
What's the difference between an investment banker and a pizza Margherita? A pizza Margherita can feed a family of five
Gefunden auf www.bank.ie

Sunset on the Lake

Stimmungsbild aus Blessington. Leider etwas vom Nebel beeinträchtigt.

Neue Mitbewohner

Wir haben neue Mitbewohner ;-) Sie zahlen zwar nichts dazu zur Miete, deshalb dürfen sie auch nicht ins Haus, aber nett anzusehen sind die Schwalben direkt ober der Eingangstür trotzdem.

Bad Bank - So ganz verstehe ich das nicht.

Ich bin kein Finanzexperte, und auch nie gewesen. Und muss mich bei Finanzpolitik auf die Aussagen derer, die sich auskennen, sowie auf mein Gefühl verlassen. Und manchmal habe ich da so meine Probleme damit.
In Zeiten der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise wird von vielen Regierungen (von Obama über Cowen bis Merkel und Faymann) die Einführung einer Bad Bank als Allheilmittel propagiert. Gestern Abend nun auf N24 eine sehr interessante Sendung über den Sinn und die Organisation dieser Bad Banks. Und mein flaues Gefühl hat sich verstärkt.
Das deutsche Beispiel: Banken sollen "faule" Papiere an eine Bad Bank abtreten, um die eigene Bilanz aufzubessern. Für einen bestimmten Zeitraum, und gegen die Entrichtung einer Gebühr. Und nach Ablauf einer Frist sollen die - inzwischen gesundeten - Papiere an die Bank zurückkommen.
In meiner grenzenlosen wirtschaftlichen Naivität würde ich soetwas mal aus dem Stand Bilanzfälschung nennen, oder zumindest den Persilschein zur Bilanzschönung.
Und was ist, wenn diese Papiere nicht gesunden? Denn davon würde ich mal ausgehen. Oder gibt es hier noch jemand, der zB glaubt, dass seine dot.com-Aktien jemals wieder an Wert gewinnen?
Und was, wenn die Banken die Gebühren nicht mehr zahlen können oder wollen? Dann trägt laut N24 der Steuerzahler die Last. Und darauf wird es letzten Endes hinauslaufen.
Ganz simpel gesagt, denke ich, dass das nur ein Verzögerungseffekt bei Riesenverlusten ist. Zwar sind die Banken kurzfristig bilanzmäßig bessergestellt, werden aber trotzdem nicht mehr Kapital in die Wirtschaft und in Kredite für Konsumenten pulvern. Also sind die Banken fein raus, und die Last für deren Fehlspekulationen trägt einmal mehr der Steuerzahler.
Same old story, same old song and dance ...
Irgendwie lässt mich das Gefühl nicht los, dass die Bad-Bank Geschichte zum Großteil eine Verarsche ist. Und das wirkliche Problem nicht löst, sondern höchstens verzögert. So zumindest sehe ich das in meiner kleinen Welt, die aus Arbeit, Girokonto und Sparbuch besteht. Ohne Aktien, Hedgefonds oder sonstige finanzpolitische Magengeschwüre. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, wenn jemand den Versuch wagen will.

Hier eine relativ simple Erklärung des Bad-Bank-Prinzips.
Und hier der Link zu Roger Schmidt, von dem die tolle Karrikatur am Anfang dieses Artikels stammt.

Dienstag, 12. Mai 2009

Wer wählt wie in der EU?


Wer sich für das Wahl- und Anwesenheitsverhalten unserer Volksvertreter (beinahe hätte ich das Wort in Anführungszeichen geschrieben) in der EU interessiert, der kann hier viele - unabhängige - Informationen herauslesen. Und die Seite dürfte gut sein, denn schon gestern Abend liefen die Proteste von betroffenen Politikern - auch aus Irland - Sturm:
www.votewatch.eu

Das Millionärs-Monopoly

Ich spiele für mein Leben gerne Monopoly. Und bin einer der ganz schlimmen Sorte dabei, der erst richtig Freude empfindet, wenn ein Mitspieler seine eigenen Immobilien verpfänden muss und seine Grundstücke verkaufen, um meine Miete zu bezahlen.
Doch man kann dieses Spiel auch mit richtigem Geld und realen Immobilien spielen, wie in Irland in den letzten Jahren mehr als oft genug bewiesen wurde.
Der irische Developer Sean Dunne (aka 'Lord Ballsbridge') ist auch so ein Zocker. Und dürfte angesichts der aktuellen Krise wohl krasse Angst haben, die Gefängniskarte zu ziehen. Deshalb will er jetzt gerichtlich dafür vorsorgen, dass wieder Geld in die leere Kasse kommt.
Anders kann ich mir nicht erklären, dass er jetzt die Estate Agents CBRE auf 35 Millionen Euro verklagen will.
Monopoly Monopoly
wir sind nur die Randfigurn in einem schlechten Spiel
Monopoly Monopoly
und die an der Schlossallee verlangen viel zu viel
aus: Klaus Lage: "Monopoly"
Kurz zur Geschichte: Sean Dunne erstand im Februar 2006 die Dubliner Immobilie Hume House. Um satte 130 Millionen Euro. Ursprünglich hatte er 92 Millionen geboten, und wollte es nach Eigenaussage auch dabei belassen. Er sei jedoch von den Agents dazu überredet (wenn man das Interview liest, könnte man fast das Wort 'genötigt' verwenden), sein Angebot innerhalb von vier Tagen um 38 Millionen Euro zu erhöhen, bis er den Zuschlag bekam.
Und das alles, obwohl das nächste Gegenoffert angeblich nur bei 102 Millionen Euro lag.
Nun will er für den erlittenen Schaden mit 35 Millionen Euro entschädigt werden. Denn naturgemäß ist die Immobilie (siehe Foto rechts) heute bei weitem keine der Phantasiesummen mehr wert.
Nun, als Laie in diesen Summenregionen denke ich mal, dass es trotzdem er selber war, der dem Kauf zustimmte, und er wird auch die Summe selber bereitgestellt haben. Insofern kann ich mir nur schwer vorstellen, dass er in dieser Sache Recht (und Geld) bekommt.
Tja, wie beim Monopoly: Nur dass Dunne die meisten seiner Immobilienkarten wohl schon umgedreht (sprich entsprechend belehnt hat), und offensichtlich auch die Ebbe im Goldtresor Einzug gehalten hat.
Keine gute Ausgangssituation. Man darf abwarten, ob Sean Dunne genug Punkte würfelt, um das nächste Mal über "Los" zu kommen ...

Die Irish Times berichtet hier über die Klage von Sean Dunne.

Montag, 11. Mai 2009

House of the Rising Sun

Wirklich überrascht ist man von der gestrigen Meldung des Irish Examiner nicht: Trotz Rezession und allgemeiner Geldknappheit floriert - wie eigentlich überall in Krisenzeiten - ein Geschäft mehr als alle anderen: Das Geschäft mit der käuflichen Liebe.

"There is a house on Emerald Isle
They call the Rising Sun
And it's been the ruin of many a poor boy
And God I knew I'm one"
Gut organsiert sei das Sex-Business hierzulande, scheint der Examiner zu wissen. Und fest in asiatischer Hand. Die Anzahl der Brothels*, die unter dem Synonym Chinese Massage Shop geführt werden, hat sich im letzten Jahr inselweit verdoppelt. Und nachdem mehr und mehr osteuropäische Prostituierte den Weg in wärmere Gefilde antreten, nimmt die Übermacht der chinesischen Hostessen in Irland zu.
Die Polizei steht dem ganzen offensichtlich machtlos gegenüber. Und Schuld daran ist die Regierung. Ein Sprecher der Polizei verriet dem Examiner, dass seit den aktuellen Budgetkürzungen aus Kostengründen bei der Befragung der Damen oft auf einen Dolmetscher verzichtet wird, und man somit nicht feststellen kann, ob die Dame freiwillig (was in Ordnung wäre) oder gezwungener Maßen (was leider der Regelfall sein dürfte) ihre Dienste im Elfenland anbietet.
Wert wird auch auf die Feststellung gelegt, dass nicht alle Chinese Massages hierzulande notgedrungen auch den Austausch von Körperflüssigkeiten zufolge haben. Demjenigen, der lediglich die heilende Kraft der Hände auf jugendfreien Körperstellen sucht, sei empfohlen, sich an Anbieter mit Festnetzanschluss und 'relativ normalen Öffnungszeiten' zu wenden. Nur damit nicht ein Missverständnis im Dienstleistungsverhalten der Masseuse zu gröberen Eheproblemen am heimischen Torffeuer führt ...
_________________________________________
* A brothel, also known as a bordello, cathouse, whorehouse, sporting house and various other euphemisms, is an establishment specifically dedicated to prostitution, providing the prostitutes a place to meet and to have sexual intercourse with clients. (Aus: en.wikipedia.org) - Für mich zumindest war diese Bezeichnung neu. Ehrlich. ;-)

Das hervorgehobene Zitat ist ein - leicht abgewandelter - Textbaustein des Liedes "House of the Rising Sun", bekannt geworden vor allem in der Version von Eric Burdon und seinen Animals.

Samstag, 9. Mai 2009

Die dunkle Seite des runden Leders

Okay, er hatte beim Champions League-Halbfinale zwischen dem FC Chelsea und Barcelona wohl nicht seinen besten Tag als Schiedsrichter, und England (und auch Irland) hatte in ihm schnell den Sündenbock gefunden, der ein rein englisches Finale verhindert hat: Der Norweger Tom Henning Övrebö war mit der Leitung dieses wichtigen Spieles wohl etwas überfordert, auch wenn er zumeist sogar richtig gelegen hat mit seinen Pfiffen.
Dramatische Auswirkungen hatte dieses Spiel aber dennoch für ihn: Schon in der Nacht nach dem Spiel musste er aus Sicherheitsgründen das Hotel wechseln, und wurde unter strengstem Personenschutz aus England zurück nach Norwegen gebracht.
Doch auch dort ist er nicht in Sicherheit: Nachdem total geisteskranke "Fans" im Internet anonyme Morddrohungen gegen ihn ausgesprochen hatten, und ein absoluter Idiot auch seine private Wohnadresse öffentlich machte, musste Övrebö nun auch in seiner Heimat untertauchen, um sein Leben und das seiner Familie nicht zu gefährden.
Ähnliche Vorfälle hatten zum Beispiel auch schon die Schiedsrichter-Karriere des Schweden Anders Frisk beendet.
Schade, dass durch solche Geistesgestörten der Fußball (es war ein tolles Spiel) zur Nebensache degradiert wird, und sogar Leben bedroht werden.
Wem die Vorsicht zu überzogen scheint, den darf ich zum Beispiel an den Fall des kolumbianischen Verteidigers Andrés Escobar erinnern, der nach seinem Eigentor bei der WM 94 von einem "Fan" erschossen wurde.
Foto: www.welt.de

Die Ankunft der Brücke


Ursprünglich war die Eröffnung schon für 2008 geplant, dann wurde sie auf 2010 verschoben. Und morgen trifft der Hauptteil der neuen Samuel Beckett-Bridge über den River Liffey in Dublin ein.
In den letzten zwei Jahren wurde die Brücke in Rotterdam gebaut, und dort nun auch Richtung Dublin verschifft. Morgen Abend soll der Frachter mit dem Brücken-Hauptteil in Dublin eintreffen und am Quay angedockt werden.
Ab dem Frühjahr 2010 stellt die Samuel Beckett-Bridge eine weitere Verbindung von Nord- und Süd-Dublin her, und zwar von der Guild Street zum Sir John Rogerson Quay.
"The bridge will have four traffic lanes, cycle tracks and footpaths, and can facilitate bus and light rail in the future," said Lord Mayor Eibhlin Byrne.

Das Bild (aus dem Irish Independant) zeigt die Brücke beim Verlassen des Rotterdamer Hafens.
Trotz dem morgigen Muttertag (zumindest in der alten Heimat - unsere Mütter seien an dieser Stelle geherzt und gedrückt) sollte man sich diese Ankunft nicht entgehen lassen.

Freitag, 8. Mai 2009

DHL streicht 320 Jobs in Irland

DHL, die Tochterfirma der deutschen Post AG, will Gewerkschaftsberichten zufolge in den kommenden Wochen 320 Jobs in Irland streichen, und mehrere Warenlager schließen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters heute.
Generell jammern derzeit alle Botendienste über das schlechte Geschäft, vor allem auch die vielen Ein-Mann-Kurierdienste sehen sich mit großen wirtschaftlichen Problemen konfrontiert.
DHL ist überhaupt ein Thema für sich, wie zum Beispiel ein Blick in diesen Blog bestätigt.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Bertie Aherns nächstes Amt?

Eben noch habe ich ihn mir in den Ruhestand gewünscht, schon wird der frühere Taisoeach Bertie Ahern für ein weiteres - gut bezahltes - Amt gehandelt. Ausgerechnet die Grünen schlagen Ahern für den 2011 zu wählenden Major of Dublin vor, wie man auf breakingnews.ie lesen kann:
Former Taoiseach Bertie Ahern could have what it takes to become the first elected Mayor of Dublin, Greens leader John Gormley said today.

However, the Environment Minister said Mr Ahern will face stiff competition with many good candidates putting themselves forward for the powerful job, due to come into force in 2011.

The directly-elected mayor would be chosen by voters for a specific term in office rather than by fellow councillors for a one-year tenure.

The mayor would have the power to set policies on justice, public transport, housing and education in the capital.

“It is a position that will carry a lot of power,” Mr Gormley said.

“We’re reforming local government and for the very first time we’re going to have local government as opposed to local administration.

“It is important that we have somebody who has got teeth who can go in there and do the job.

“I’m sure the former Taoiseach is qualified as are other individuals from other parties who would put their names forward.”

Mr Ahern appeared to express an interest in the position last week when he said: “A lord mayor with executive powers would be a very interesting job.”

Mr Gormley said he hoped to make an announcement soon on the mayoral position, which is due to come into force in 2011.

“We’re finalising the details on that at the moment,” he added.

“I think there is going to be huge interest in that particular position.

“I know the former Taoiseach certainly has his eye on it.”

Communications Minister Eamon Ryan said the mayor position will help Dublin compete with other international cities.

“Mayor Michael Bloomberg is turning New York green,” he explained. “It’s happening in other cities like London, Paris and San Francisco.”

“By going green, that is where the economic recovery is.”
Hoffentlich wirds dem lieben Mann nicht einmal zuviel, so ein verantwortungsvoller Posten nach dem anderen

Welcome to the Jungle

Gemeint ist mit dieser Überschrift der VAT (Mehrwertsteuer)-Dschungel, den es hierzulande - zumindest im Druckgewerbe - gibt. Während im nahen Nordirland (das aufgrund der niedrigeren Preise ohnehin ein sehr ernstzunehmender Mitbewerber für unsere Firma ist) denkbar einfach geregelt ist, kann hierzulande schon deutlich komplizierter werden.
Ich sitze grade am Angebot für einen größeren Sammelauftrag, und das wäre ohne laminierte Mehrwertsteuerliste gar nicht so einfach. Beispiele gefällig?
Booklets und Bücher werden hierzulande nicht besteuert. Ist aber der Textanteil der Booklets niedriger als 80 Prozent, gilt der verringerte Steuersatz von 13,5 Prozent. Ab dem Hälfteanteil der Bilder kommt die volle Mehrwertsteuer mit 21,5% zur Geltung.
Zeitungen sind hierzulande mit 13,5 Prozent besteuert, im Norden der Insel steuerfrei. Postkarten in Irland 21,5%, in Nordirland 0.
Flugblätter können je nach Branche mit 0%, 13,5% oder 21,5% besteuert werden. Grußkarten 21,5%, Rechenformulare (auch auf demselben Papier und im selben Format) wiederum 13,5%.
Handbücher werden normaler Weise nicht besteuert, ab einem gewissen Farb- und Bilderanteil aber mit 21,5%.
Langsam aber sicher finde ich so heraus, warum es in diesem Land so viele Accountants braucht. Oder wie meine Oma selig immer sagte: "Warum einfach, wenn's kompliziert auch geht".

Tesco senkt Preise in Grenzgebieten

Die Supermarktkette Tesco senkte gestern in elf ihrer Märkte die Preise für eine Vielzahl von Lebensmitteln und Hausgütern um 25 Prozent. So will Tesco das Abwandern der Konsumenten nach Nordirland, wo alles billiger ist, eindämmen.
Proteste dagegen gab es prompt von Farmern und anderen Handelsunternehmen, die nun eine Zuspitzung des Preiskampfes in der Republik befürchten.
Diese Aktion kostet Tesco laut eigenen Angaben rund 100 Millionen Euro, und soll schrittweise auf die 116 Tesco-Outlets in ganz Irland ausgeweitet werden.
Nach Schätzungen haben Einkäufer aus der Republik im Vorjahr rund 550 Millionen Euro in Nordirland ausgegeben.
Nun, vielleicht kann diese Aktion diese Zahl verringern, Tesco setzt damit die Mitbewerber auf jeden Fall unter Druck.
Und die Hoffnung lebt, dass sich so mancher Fantasiepreis etwas an die Realität anpasst hier. (2lagiges Klopapier um 5 Euro zum Beispiel) ...

Dienstag, 5. Mai 2009

Never play with the layout ...

... hat man uns in der Berufsschule beigebracht. Ich machs aber trotzdem, und der News aus Irland-Blog wird nach und nach in verändertem Design erscheinen, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Nur so als kleine Vorwarnung, dass es hier noch einige Änderungen geben könnte ...

Petition gegen das Vergiften von Raubvögeln


Gerade jetzt läuft die hitzige Diskussion wegen der vergiftet aufgefundenen Adler. Wer etwas zum Schutz dieser Tiere unternehmen möchte, der kann das vorab einmal mit einer Unterstützung dieser Petition machen:
Stop the Poisoning of Eagles in Ireland (SPÉIR)

Historically Ireland had two species of Eagles, namely White-tailed Eagle and Golden Eagle, distributed widely but thinly across the country. Historically, Eagles were revered by Irish people, praised in folklore, poetry and art. Place names, the Book of Kells and family crests all celebrate our ancestor's knowledge and respect for eagles. Changing land management practices and a new determination to control all aspects of nature after the fall of Gaelic Ireland, lead to an increasing effort to eliminate many natural predators. Adopting widespread Victorian and European attitudes in the late 19th century, Irish people routinely persecuted (shot, trapped, poisoned, destroyed nests) birds of prey. Eagles were driven to the remotest corners of Ireland by 1900 and relentlessly wiped out until both species became extinct by 1916. The National Millennium Committee funded an imaginative Golden Eagle restoration in programme Donegal beginning in the year 2000. More recently White-tailed Eagles were released in County Kerry. Red Kites, another native bird of prey, have also been released recently in County Wicklow. Poisoning has been widely used by recent generations to kill foxes and crows, where they were perceived as a threat to livestock. Nowadays the vast majority of farmers use discriminate control methods. But the use of indiscriminate poisons (including the misuse of herbicides and other chemicals) lingers on among a small number of landowners. Poisoning has now been proven to be a real threat to the national effort, funded by Irish tax payer's money, to restore our native Irish Eagles. Since 2007, it has been confirmed that 5 White-tailed Eagles, 1 Golden Eagle and 2 Red Kites have been poisoned illegally. We strongly suspect several other birds have been poisoned but have not been recovered. Poisoning regulations clearly state that people using poison must erect poisoning signs and notify the local Gardai in writing. Yet none of the dead Eagles were found on land signposted as being laced with poison and we believe few Garda station have been informed in writing where poison is being laid, as required by law. Several of the birds ate poisoned dead livestock - it is illegal to knowingly leave dead livestock above ground under Animals By-products regulations. The types of poison used were used in breach of their respective uses under the use of chemical legislation. We believe it is also unacceptable that individual landowners, receiving Rural Environment Payment Scheme and Single Farm Payment grants should feel entitled to use poisoned meat baits. This is a clear breach of the obligations and rationale contained within these schemes and grants should be withheld were bad farming practices occur. We have lobbied for changes regarding poisoning legislation for the last 10 years. The Department of Environment, Heritage and Local Government have made regulatory changes but the Department of Agriculture, Food and Fisheries has yet to adopt simple legislative changes to protect Irish Eagles, working dogs and pets and indeed minimise the risk to humans. The current "light regulation" of poisoning in Ireland is simply killing Eagles and threatening their long awaited return. We believe Eagles can co-exist with modern farming practices, as happens elsewhere across Europe. We ask you to add your voice to the view that Ireland once again cherishes its Eagles and that indiscriminate, illegal and reckless poisoning is no longer acceptable. Whilst we would like to highlight the enormous support the Eagle project receives from the large majority of landowners, farmers and gun clubs, we must stress that the ongoing actions of a small minority of individuals is currently putting the future of Irish White-tailed Eagles and Golden Eagles at risk. Apart from the ecological benefits these species bring, we would suggest that the ongoing poisoning of Irish Eagles will damage Ireland's Agri-food and tourism profile across markets in Europe.
Hier kann man unterschreiben!

Infos zu Schutzprojekten gibt es auf www.goldeneagle.ie , oder Ihr könnt auch zB Lothar und sein tolles Projekt Eagles Flying besuchen und unterstützen, über das wir schon einmal hier berichtet haben.

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern ...

Der legendäre Satz von Konrad Adenauer dürfte auch bestens auf Irlands Finanzminister Brian Lenihan umzumünzen sein. Nachdem er ursprünglich das child benefit nicht antasten wollte, verkündete er in den Wochen danach, dieser Zuschuss würde entweder besteuert oder die jeweiligen Anspruchskriterien würden genau überprüft.
Nachdem offensichtlich sein Beamtenheer gegen die "Lawine an zusätzlicher Arbeit" (Originalzitat) Sturm gelaufen war, ist seit gestern mal wieder alles ganz anders.
Das child benefit wird schlicht und einfach gekürzt.
Zwar nicht substantiell, aber immerhin von 166 Euro auf 150 Euro bei den ersten beiden Kindern, und von 203 Euro auf 180 Euro bei jedem weiteren, also um rund 10 Prozent.
Eine Besteuerung ist jetzt offensichtlich aus rechtlichen Gründen nicht möglich, das das benefit eine Art Einkommen für das Kind darstellt. Und der administrative Aufwand für die Prüfung der Anspruchskriterien dürfte wohl auch zu hoch sein.
Die jährlichen Kosten für child benefit betragen ca. 2,5 Milliarden Euro, und haben sich seit 2001 in etwa verdoppelt (damals wurde signifikant erhöht, um eine Gegenleistung für die fehlenden Kinderbetreuungseinrichtungen zu gewährleisten).
Mal sehen, ob in den nächsten Wochen der Regierung mal wieder einfällt, dass das ganze irgendwie rückwirkend ab Jahresanfang gemacht werden könnte. Sicher ist man sich da ja nie ...

Montag, 4. Mai 2009

Rauchen auf Befehl

Was man an einem Bank Holiday so alles findet im Internet. So auch das Folgende: Ein chinesischer Bezirk verdonnert seine Behörden zum Glimmstengel:
Rauchen zur Ankurbelung der heimischen Zigarettenindustrie ist für die Behördenangestellten eines Bezirks in Zentralchina nun Pflicht. Die Bezirksregierung von Gong'an in der Provinz Hubei ordnete an, dass die Behördenmitarbeiter pro Jahr 230.000 Packungen von in Hubei hergestellten Glimmstängeln rauchen müssen, berichtete die staatliche "Global Times" heute.

Abteilungen, die ihr Soll nicht erfüllen, müssen demnach Strafe zahlen. Die Regelung solle höhere Tabaksteuereinnahmen bringen und örtliche Zigarettenhersteller unterstützen, begründete dem Bericht zufolge Chen Nianzu von der Aufsichtsbehörde für den Tabakmarkt in Gong'an die ungewöhnliche Anordnung.

Die Zigarettenproduzenten in Hubei liefern sich einen scharfen Konkurrenzkampf mit den Herstellern in der Nachbarprovinz Hunan. In China rauchen etwa 350 Millionen der 1,3 Milliarden Einwohner. An den Folgen stirbt dort jährlich eine Million Menschen.
Quelle: www.orf.at