Samstag, 28. Februar 2009

Eagles Flying - ein Leben für die Erhaltung der Raubvögel


Wer weiß wie lang's noch an Adler gibt,
der über'n höchsten Gipfel zieht,

majestätisch, stolz und frei.


Der über alles sei Freiheit liebt,
und der sein' ärgsten Feind besiegt

allein durch seinen Schrei.
aus: Wolfgang Ambros: "Wie a Adler"
Ich möchte Euch heute die Organisation Irish Raptor Research Center (gegründet und geführt vom deutschen Auswanderer Lothar samt Familie) ans Herz legen, die das Projekt Eagles Flying in Ballymote (Co. Sligo) betreibt.

Auf 27 Hektar Land leben dort 350 Tiere von 71 verschiedenen Gattungen, hauptsächlich Wildvögel. Quasi aus dem Nichts wurde auf einem großen Stück Land in den letzten Jahren eine Institution erschaffen, die in Irland ihresgleichen sucht (und nicht findet).
Neben zwei täglichen Flugvorführungen, die der Chef persönlich mit Raubvögeln abhält, gibt es einen riesigen Streichelzoo, und im direkten Kontakt mit den Betreibern kann man viel Wissenswertes und Interessantes über Raubvögel in Irland, aber auch über andere Tierarten (vom Meerschweinchen über den Igel bis hin zu seltenen Ziegenarten und Eseln - alles dort vorzufinden) erfahren.
Wer in der Gegend ist: Ein Besuch lohnt sich unbedingt. Zumal man mit den paar Eintrittseuro einen kleinen Beitrag dazu leistet, dass dieses tolle Projekt weiter erhalten werden kann.
Nebenbei spielt Lothar auch noch inselweit Feuerwehr, wenn irgendwo ein verletzter Raubvogel gefunden wird, und man kooperiert bei Brutprogrammen und Rücksiedelungen in die Freiheit mit führenden Zoos und Tierschutzorganisationen: eine tolle Eigeninitiative in Sachen Tierschutz und Umwelt, die ich so hier auf der Insel gar nicht vorzufinden hoffte.
Wir waren bis jetzt drei Mal dort - und werden bald wieder zu Besuch sein.
Weitere Infos gibt es auf der Homepage www.eaglesflying.com

Und so findet Ihr hin:
Coming on the N4 from DUBLIN or SLIGO you take the N17 towards Galway at Toberbride roundabout. After you pass through Ballinacarrow, take the 1st official road to the left, following the sign to Temple House. At the white gates of Temple House you turn left towards Ballymote. The next road to the left will take you to our entrance. Driving on the N17 from GALWAY you pass through Tubbercurry. About 3.5 miles ( 6 km ) after having passed Achonry Creamery you pass the walls of Temple House demesne on the right hand side. The first road to the right (towards Bunnanaddan and Ballymote) will lead you to the white gates of Temple House. Here you keep driving straight ahead. The next road to the left (towards Ballymote) will take you to our entrance.

(C) Pictures: eaglesflying.com

Freitag, 27. Februar 2009

Linktipp: Hinter den Schlagzeilen

Seit Februar 2003 betreiben der deutsche Liedermacher Konstantin Wecker und seine Frau das Online-Politik-Magazin Hinter den Schlagzeilen. Interessante Artikel, Kommentare, Buch- und CD-Tipps und vieles mehr aus aller Welt. Ich lese es regelmäßig und gerne, und möchte Euch diesen Link heute ans Herz legen.
Deutlich links der Mitte, weltoffen und politisch und gesellschaftlich engagiert (und das nicht des Marketings wegen, wie manch Anderer). Das Politmagazin aus dem Hause Wecker findet ihr hier:
http://www.hinter-den-schlagzeilen.info
Bild: Thomas Karsten

A Pound to 'spend a Penny'

Irgendwie ist die Idee ja so simpel, dass es mich jetzt wundert, dass das nicht schon lange eingeführt wurde: Auf der Suche nach weiterer Kostenreduktion und zusätzlichen Einnahmequellen nach den letzten Verlustmeldungen sorgt Irlands Low-Cost-Airline Ryan-Air mal wieder für eine Meldung.
In einem Interview mit dem BBC dachte Ryan-Boss Michael O'Leary erstmal laut darüber nach, in Zukunft an den Toiletten in den Ryan-Maschinen Münzschlitze anzubringen. Passagiere sollen in Zukunft für die Verrichtung der Notdurft zur Kasse gebeten werden. A Pound to 'spend a Penny', wie BBC so treffend titelte.
Mr O'Leary has a reputation as a cost cutter, expanding Ryanair by offering low headline fares and charging extra for items such as additional luggage.
Toilettenpapier wird dann sicher nochmals extra kosten, so wie ich Ryan-Air kenne *g* Vielleicht kommt es den Passagieren dann billiger, gleich die Geldscheine direkt zu verwenden ...

Erst in der Vorwoche gab O'Leary bekannt, dass er gedenkt, alle Terminal-Schalter von Ryan-Air abzuschaffen. Passagiere sollen in Zukunft nur mehr online einchecken. Reklamationen und Kundenwünsche werden dann wohl nur noch via noreply@ryanair.com abgehandelt.

So warten wir nun gespannt auf weitere Ideen Marke O'Leary: Wie wäre es mit Sitzgurtpauschale, Treppenbenutzungsgebühr oder Frischluft-Euro? Ideen sind gegen die Entrichtung einer kleinen Gebühr gerne weiterzuverwenden ;-)

Hier der Bericht zum Thema auf rte.ie
Bild: thesun.co.uk

Strompreisanpassung bei ESB

Eben erst hat die ESB den Strompreis übers Jahr um ca. 10 Prozent erhöht, wie man der aktuellen ESB-Rechnung entnehmen kann.
Da nun mit Bord Gáis ein erstzunehmender Mitbewerber am Markt ist, der die ESB-Preise um 10 Prozent unterbietet, wird diese Erhöhung nun zurückgenommen. Hier die passenden Beiträge in diesem Blog dazu.
So kündigte das der Energy Regulator an: Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll eine Strompreisreduktion um mindestens 10 Prozent bekannt gegeben werden:
The Energy Regulator is reportedly set to announce a double-digit cut in ESB prices within the next two weeks.

Reports this morning say the unit price charged by the ESB will be cut by at least 10%.
Ein sehr gängiger, aber trotzdem unnützer Versuch, die Rücknahme einer Erhöhung als Preissenkung zu verkaufen. Aber ich freu mich trotzdem, dass ich in Zukunft zwar nicht weniger, aber zumindest wieder den Vorjahrespreis bezahlen werde. Teuer ist Strom ja noch immer hier (weniger wegen dem Einheitspreis, sondern eher wegen dem massiven Verbrauch).
Als Kunde fühlt man sich allerdings durch diese Vorgangsweise dann doch etwas vera... - you know what I mean.
Quelle: breakingnews.ie

Donnerstag, 26. Februar 2009

Neue Call-Center-Jobs im Norden

Immer mehr Call-Center werden wieder von Irland weg verlegt, hauptsächlich, so hat es den Anschein, nach Osteuropa. Und es folgen weitere, prominente - dazu mehr in Kürze in diesem Blog.
Nun gibt es aber wieder einmal positive Nachrichten für jene, die auf der Suche nach Call-Center-Jobs sind. Allerdings müssen sich diese in Zukunft nördlicher orientieren.
Die französische Firma teleperformance kündigte heute an, dass zu den schon bestehenden 450 Stellen in Newry und Bangor innerhalb der nächsten 2 Jahre weitere 600 Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies nur einen Tag, nachdem bekannt gegeben wurde, dass in einem Callcenter in Derry 900 neue Telefonstellen in Kürze zu besetzen sind.

U2: Exklusive Hörproben vom neuen Album

Ab sofort gibt es auf der Homepage der Irish Times die Möglichkeit, sich jeweils 60 Sekunden lange Appetizer aller Songs vom neuen U2-Album "No Line on the Horizon" anzuhören. Das Album wird am 2. und 3. März weltweit erscheinen, in Irland ist es ab sofort erhältlich.
Hier der Link dazu: No Line on the Horizon

Passend dazu auch die Meldung, dass gestern vor dem Finanzministerium eine Demonstration gegen die Steuerpolitik von U2 stattfand. Die Demonstranten beschwerten sich über die Scheinmoral, dass U2 immer für die Armen der Welt Steuernachlässe fordern (was ich ja gut finde), selber aber schon seit 2006 einen Großteil ihres eigenen Unternehmens aus Steuergründen in die Niederlande ausgelagert haben (zur Erinnerung: 2006 wurde eine Obergrenze von jährlich 250.000 Euro für die Steuerfreiheit von Künstlern in Irland eingeführt - der Umsatz von U2 belief sich selbst in einem Jahr ohne neues Album und Tournee wie 2007 auf ca. 21 Millionen Euro.
In Zeiten von Sparpaketen und Jobverlusten stößt diese "finanzschonende Firmenpolitik" der Vorzeigerocker den Iren wohl eher bitter auf.

However: Zurück zur Kunst: Ich hab reingehört. Und war (wie ich schon nach der Vorabsingle "Get on your Boots" befürchtet habe) enttäuscht. Aber bildet Euch eure eigene Meinung. Mein Lieblingsalbum von U2 bleibt weiterhin "The Joshua Tree" ...

Mittwoch, 25. Februar 2009

Cowen verweigert weitere Gespräche mit Sozialpartnern

Politischer Aschermittwoch á la Irland?

Die Gewerkschafts-Dachorganisation ICTU hat für 30. März einen nationalen Streik- und Protesttag angekündigt, im Fahrtwind der erfolgreichen Kundgebung in Dublin vom vergangenen Samstag (auf der ICTU-Homepage ist sogar von 150.000 Teilnehmern die Rede).

Unmittelbare Reaktion von Taoiseach Brian Cowen: Er verweigert (vorerst) weitere Gespräche mit den Sozialpartnern.
Seine Begründung laut breakingnews.ie:
"I don't believe industrial relations strife or strikes will contribute very much - nothing in fact - towards trying to address the problems that we have," said Mr Cowen.

"I recognise in a democratic society the right of any person to withdraw their labour or to protest but the fact of the matter is it doesn't add to the situation unfortunately to any great extent."
Ob aus Trotz heraus, oder einfach in Unterschätzung des schwelenden Brandes: Ich denke, dass jetzt dringender denn je die Regierung und die Sozialpartner zusammen an einen Tisch gehören, um miteinander ein vernünftiges und vor allem für beide Seiten tragbares Konzept auszuarbeiten. Konsens statt Kinkerlitzchen sozusagen.

Schelte für Cowens Verweigerung gab es (natürlich) auch von Labour-Leader Eamon Gilmore:
"The anger that is being felt by these workers is understandable. The last thing we need now is a period of industrial unrest and of strikes. The way to avoid them is to talk and get agreement on the issues that are of concern to people. This country's reputation is on the line. In addition to all the things out there that are damaging our international reputation, the last thing we need is that Ireland is closed down or is on strike."
Ich denke mal, dass Cowen jetzt dringend den Konsens mit den Sozialpartnern suchen sollte. Denn in der jetzigen Situation wird er jegliche Unterstützung brauchen, um nicht Schiffbruch zu erleiden. Mit der Verweigerung setzt er das falsche Signal.
Foto: (c) Irish Independant. Leichte Ergänzungen von mir ;-)

Blick von oben

So sieht diese Insel von hoch oben betrachtet aus.

Gefunden auf der Homepage der Nasa, die diese Aufnahme im Jahr 2003 gemacht hat:

http://earthobservatory.nasa.gov/Newsroom/NewImages/images.php3?img_id=10889

Image courtesy Jacques Descloitres, MODIS Rapid Response Team at NASA GSFC.

Impressionen aus Irland


Sunset with Clouds



Allein, aber frei.



It's the arts, simply.



Evening and the Sea

Satte Lohnerhöhung bei Marks & Spencer

In England will das Unternehmen rund 1.000 Jobs abbauen, aber für die Angestellten in Irland wartet eine freudige Überraschung: Entgegen dem derzeitigen Trend bekommen die irischen Angestellten von Marks & Spencer eine satte Lohnerhöhung von durchschnittlich 6,78%.
Nach Verhandlungen mit der Retail-Union Mandate hat der Retail-Gigant gestern diesem Deal zugestimmt.
Freilich sind es keine allzu hohen Gehälter, die das Unternehmen zahlt, aber dennoch eine gute Nachricht. Mandate hofft nun auf eine Signalwirkung, wie man dem heutigen Irish Independant entnehmen kann:
Mandate warned firms with "ridiculous profit margins" to follow the example of the retailer and pay the wage increases.
Die Gehälter bei Marks & Spencer im Überblick:
New staff will start on€10 an hour, compared with a previous rate of €9.50, while those with one-year service will get a 6.78pc increase from €10.44 to €11.20 an hour, rising to €12.50 after three years' service.
Hier der Bericht dazu.

Dienstag, 24. Februar 2009

Persönliche Notizen (3): Virus Irland (Warum lebe ich in Irland, Teil 2)

Im ersten Teil meiner persönlichen Notizen habe ich mehrere Gründe aufgeführt, warum es uns auf die Insel gezogen hat. Dabei habe ich Folgendes zum Thema "Natur und Landschaft" geschrieben:
Eines vorweg: Ja, Irland ist schön. Wunderschön sogar. Ich genieße den Blick an einem wolkenlosen Abend aus meinem Küchenfenster hinaus auf den Sonnenuntergang (Foto oben). Aber das alleine als Grund würde nicht ausreichen, das Geburtsland zu verlassen und 2000 Kilometer weit weg zu ziehen. Im Gegenteil, die Schönheit der Insel ist ein Bonus, mehr nicht. Denn vergleichbar schön ist es wohl an vielen Orten auf dieser Welt.
Nicht nur deshalb, weil ich mittels Kommentar darauf aufmerksam gemacht wurde, habe ich darüber viel nachgedacht. Und eigentlich stimmt es so nicht ganz.
Zweifellos ist auch die wunderbare Natur und Landschaft Irlands mit ein wichtiger Grund gewesen. Zwar in unserem Fall nicht der vorrangige (das war bei mir der Job), aber doch ein sehr bedeutender. Und deshalb gibt's heute den zweiten Teil unserer Beweggründe für das Auswandern nach Irland.

6. Die Natur
Ob schroff und kahl wie am Burren, blühend-idyllisch wie in der Connemara, rauh wie in Donegal oder einfach nur grün und schön wie in den Wicklow Mountains: Die Natur Irlands ist Atem beraubend. Und sie vor der Haustür zu haben, ist sehr viel wert. Beispiele gefällig?





Auch wenn man diese Natur leider desöfteren stark verschmutzt, lieblos zusammengestutzt oder einfach vom Menschen vergewaltigt vorfindet, sie ist vorhanden. Und wunderschön.

7. Die Stille
Der Großstadt und dem Wohnblock samt blockwartsartigen Nachbarn in der alten Heimat entflohen, und nach einem oft stressigen Arbeitstag und dem Handling von teilweise verärgerten Kunden ein Faktor, den wir hier gesucht und gefunden haben: Die Stille.
Egal ob bei uns im Haus (die die uns schon besucht haben, wissen, wie abgeschieden wir wohnen) oder am Strand, oder irgendwo in der Natur. Stille finden wir hier einfacher als in unserem alten Leben. Und sie ist als Ausgleich wichtig.
Vergangener Freitag, nach Arbeitsschluss: Frau abgeholt, und die ganze Familie ist raus nach Malahide gefahren. Der Strand hat uns vier gehört. Nahezu alleine. In 2 Stunden sind wir exakt 3 anderen Menschen und 2 anderen Hunden begegnet. Wunderbarer Sonnenuntergang inklusive. Besser kann man den Kopf nach der Arbeitswoche nicht frei kriegen.

8. Der Virus
Das mag jetzt vielleicht etwas zu verträumt-romantisch klingen, aber viele können das sicher nachvollziehen. Man infiziert sich nach und nach mit einem Irland-Virus. War es das erste Mal noch ein schöner Urlaub, den man gerne in Erinnerung behält, aber sich auch wieder aufs Heimkommen freut, so wurde nach und nach eine regelrechte Sucht daraus. Zuerst alle zwei Jahre, dann jedes Jahr, dann jedes Jahr zweimal Irland usw. usf. Und da sind wir ja sicher nicht die Einzigen.
Nach und nach beschäftigt man sich dann mit irischer Kultur, irischer Geschichte, irischer Musik,... - füllt regalweise die eigene Bibliothek mit Bildbänden und Reiseerzählungen, liest das erste mal "Ulysses", freut sich, wenn im TV etwas über Irland gezeigt wird, und beginnt (natürlich nur wegen der Landschaftsaufnahmen *g*) Pilcher-Filme und Ähnliches anzusehen.
Letztendlich hat man dann eine Irland-Fahne hinten im Auto kleben, und einen Kleeblattschlüsselanhänger am Schlüsselbund. ;-)
Und irgendwann hat man beim Landeanflug auf den Dublin Airport das coming-home-Gefühl ;-)
So zumindest war's bei uns.
Ohne die negativen Seiten aus dem Auge zu verlieren, die es auch hierzulande zuhauf gibt (so wie wohl überall), und ohne die Brille grün anzumalen - in unserem Fall sage ich, wir haben diese Insel gesucht und gefunden.

9. Die Nähe
Die Nähe schätzen wir an Irland aus zwei Gründen: Erstens ist man an keinem Punkt der Insel weiter als 200 Kilometer vom Meer entfernt, was für uns sehr wichtig ist (siehe Teil 1). Und zweitens sind wir von hier auch schnell einmal wieder in unserer alten Heimat Österreich. Was dann interessant ist, wenn man nicht mehr wirklich junge und nicht mehr wirklich gesunde Eltern sowie eine alleine lebende Schwiegermutter daheim zurückgelassen hat. Sollte etwas passieren, ist man relativ schnell wieder daheim.

10. Das Multikulturelle
Ja, ich weiß: Auch in Irland gibt es Rechtsradikalismus, auch in Irland gibt es Fremdenfeindlichkeit. Und in wirtschaftlichen Krisenzeiten wird so etwas nicht besser. Dennoch wage ich zu behaupten, dass in Irland - vor allem durch die vergangenen Jahrzehnte - ein multikultureller Gedanke vorherrscht. Hauptsächlich natürlich in der Metropole Dublin, wo man Menschen aller Hautfarben und Nationalitäten vorfindet, die - größtenteils friedlich - miteinander leben.
Und trotz starkem Nationalbewusstsein und extremer Verbundenheit zu seiner eigenen Kultur ist der Ire "Fremdem" gegenüber sehr aufgeschlossen - so habe ich das bislang kennen gelernt.

So, das waren nun einmal 10 Gründe. Ich habe grob anzureissen versucht, warum es uns nach Irland gezogen hat. Wohlwissend, dass dies nur unsere persönliche Situation beschreibt, die für manche, aber sicher nicht für alle so zutreffen wird.
Nach dem Lesen der beiden Teile wird jetzt so mancher glauben, ich bin entweder beim Irland-Tourismus prozentuell beteiligt, oder ein hoffnungsloser Fall von blinder Landesliebe.
Weder noch *g*. Natürlich gibt es auch vieles, was ich hier nicht so mag oder was mich stört. Wie wahrscheinlich überall auf der Welt. Aber dazu mehr in der nächsten Folge meiner "persönlichen Notizen" aus Irland.

Ein kurzes Danke

Während ich grade unterwegs bei einem Kunden war, hat der kleine Zähler links unten die 5000er-Marke übersprungen. Also mehr als 5.000 Page Impressions seit Oktober 2008.
Ich freue mich über jede Leserin und jeden Leser!
Herzlichen Dank fürs "Immer-mal-wieder-reinschau'n!" :-)

"Plattitüden statt Reformen" - Der Guardian berichtet über die wirtschaftliche Krise in Irland

Zum (nicht nur hier) oft kritisierten Umgang der Regierung Cowen mit der aktuellen Krise fand ich heute einen interessanten Artikel, verfasst von Guardian-Autor Jack Walsh, und für die Online-Plattform freitag.de ins Deutsche übersetzt von Holger Huth. Den gesamten Artikel gibt es hier zum Nachlesen, im Folgenden ein Auszug daraus:

Plattitüden statt Reformen

Ansonsten rührt das irische Establishment ganz gewaltig die patriotische Trommel und erzählt den weniger begüterten Mitbürgern unablässig, es sei nun vaterländische Pflicht, den Gürtel enger zu schnallen. Wegen der günstigeren Preise nach Nordirland hinüberzufahren, sei hingegen ein Affront gegen „das Irische an sich“. Ein New Deal sieht anders aus.
Wie aber sollte der zustande kommen? Das Haushaltsdefizit macht weitere drastische Einsparungen unumgänglich. Anfang des Monats kündigte Premierminister Brian Cowen prompt an, der Nationale Entwicklungsplan (ein über mehrere Jahre hinweg reichender Plan zum Ausbau der Infrastruktur) werde gekürzt.
Wie ließe sich die irische Wirtschaft wieder produktiv machen? Das Schöne am Finanzwesen besteht bekanntlich darin, dass nur wenige etwas davon verstehen. Auch deshalb bewegt sich die Diskussion auf dem Niveau einer Moraldebatte über gierige Banker. Selbstverständlich müssen die zur Rechenschaft gezogen werden. Das Problem besteht nur darin, dass die gesamte politische Klasse Irlands anscheinend nur noch über die Frage nachdenkt, wie die Bankengans dazu gebracht werden könnte, wieder goldene Eier zu legen. Dabei müsste es eigentlich darum gehen, wie die Fehlentwicklungen in dieser Branche bekämpft werden können. Bezeichnenderweise gibt es keinen Diskurs darüber, worauf sich Irlands Ökonomie künftig stützen sollte. Oder was einen guten Job auszeichnet. Plattitüden über wirtschaftliche und ökologische „Nachhaltigkeit“ hört man statt dessen genug. Aber eine wirkliche wirtschaftspolitische Richtungsänderung ist nicht in Sicht.

Droht uns der "Sommer des Zorns"?

Die globale Wirtschaftskrise hat volle Fahrt aufgenommen, und beinahe täglich werden wir von wirtschaftlichen Negativmeldungen hier aus Irland, aber auch aus der ganzen Welt überhäuft. Geht es in diesem Zusammenhang nach der Polizei des Vereinigten (?) Königreichs, dann steht uns ein "Sommer des Zorns" bevor - Massendemonstrationen werden erwartet, und Gewalt befürchtet. Nachdem auch in Irland die erste Massenkundgebung - friedlich! - abgehalten wurde, und weitere in Kürze anstehen werden, lohnt sich hier wohl auch ein kurzer Blick zum nächsten Nachbarn: Gestern veröffentlichte der britische Guardian ein Interview mit Superintendent David Hartshorn von der Londoner Metro Police. Einen Auszug davon fand man heute in der internationalen Presse, so auch zB auf orf.at:
Großbritannien drohen im Zuge der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten soziale Unruhen - davon ist mittlerweile sogar die britische Exekutive überzeugt, die vor einem "Sommer des Zorns" warnt. Jene, die ihren Job oder ihr Haus verlieren, würden zu "Fußsoldaten" in einer Welle möglicherweise gewaltsamer Massenproteste, so Superintendent David Hartshorn von der Londoner Metropolitan Police. Der höchstrangige für öffentliche Ordnung zuständige Offizier betonte gegenüber der Tageszeitung "Guardian": Selbst Angehörige der Mittelklasse, die bisher nicht im Traum daran gedacht hätten zu demonstrieren, würden auf die Straße gehen.
Es wird erwartet, dass sich die Demonstrationen in erster Linie gegen Banken und Regierungseinrichtungen wenden werden. Außerdem könnten auch die Firmensitze der großen Multis in London potentielle Ziele sein.
Hartshorn befürchtet laut Guardian, dass gewaltbereite, polizeibekannte Aktivisten die vorherrschende Stimmung ausnützen könnten, um die friedlich demonstrierenden Massen zu Aktionen zu instrumentalisieren.
Intelligence reports suggest that "known activists" are also returning to the streets, and police claim they will foment unrest. "Those people would be good at motivating people, but they haven't had the 'footsoldiers' to actually carry out [protests]," Hartshorn said. "Obviously the downturn in the economy, unemployment, repossessions, changes that. Suddenly there is the opportunity for people to mass protest.

"It means that where we would possibly look at certain events and say, 'yes there'll be a lot of people there, there'll be a lot of banner waving, but generally it will be peaceful', [now] we have to make sure these elements don't come out and hijack that event and turn that into disorder."

...

Both "extreme rightwing and extreme leftwing" elements are looking to "use the fact that people are out of jobs" to galvanise support, he said.

Vor allem vor dem G-20-Gipfel in London im April schätzt Hartshorn die Lage als sehr kritisch und "explosiv" ein.

Aber: Gerade in den letzten Wochen mehrte sich die Kritik am Vorgehen der britischen Exekutive gegen Demonstranten in allen Teilen des Landes. Oft wurde von "extremst übertriebener Gewalt" gesprochen, und das Vorgehen der Behörden als "hochgradig aggressiv" bezeichnet. Anschuldigungen, die wohl nur diejenigen bestätigen oder entkräften können, die direkt dabei waren. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass sich Exekutivbeamte für den harten Einsatz gegen Demonstranten mit der "großen Gefahr von Gewaltausbrüchen" rechtfertigen würden.

Ich beneide derzeit keinen Polizisten um seinen Job. Viel Einfühlungsvermögen für die Situation ist gefordert, gerade bei den zu erwartenden Demonstrationen mit riesigen Menschenmengen. Und letztendlich exekutieren ja auch die Bobbies, Gardai, oder wie auch immer sie heißen mögen, nur Anweisungen von weiter oben.

Das Recht auf Demonstration muss unangetastet bleiben. Hier ist ja nicht China. Und zu befürchten ist, dass sich auch Gewaltausbrüche bei so riesigen Demos nicht verhindern lassen werden. Dennoch finde ich es noch verfrüht, jetzt schon von einem "Sommer des Zorns" zu sprechen.

Ich hoffe, dass die Proteste der friedlichen Mehrheit Erfolge erzielen werden. Denn Gewalt hat in den seltensten Fällen der Sache geholfen, sondern oft lediglich die besten Argumente für jene geliefert, gegen die man eigentlich protestieren wollte.
Foto: www.guardian.co.uk (Gewalttätige Auseinandersetzungen rund um den Israel-Ghaza-Konflikt im Jänner 2009)

ICTU diskutiert weitere Maßnahmen

Gestärkt durch den großen Andrang von Demonstranten am vergangenen Samstag in Dublin (120.000 Menschen demonstrierten gegen den Umgang der Regierung mit der aktuellen Krise, Bericht hier) trifft sich heute die ICTU (Irish Congress of Trade Unions), um weitere Protestmaßnahmen zu diskutieren und festzusetzen.
Es wird erwartet, dass die ICTU heute ein Forderungspaket festsetzt, um damit Druck auf die Regierung auszuüben. Wie realistisch dieses Paket sein wird, bleibt abzuwarten. Immerhin hat sich durch die große Demo vom vergangenen Samstag die Verhandlungsposition der ICTU nachhaltig verstärkt.
Zwei weitere Demos sind bereits festgesetzt: Am Mittwoch gibt es einen Protestmarsch von Angehörigen der Garda, und am Donnerstag streiken 13.000 Mitglieder der CPSU (hauptsächlich Beamte mit "niedrigeren" Gehaltsstufen) aus Protest gegen die pension levy der Regierung Cowen.

Montag, 23. Februar 2009

Das Bier-Cordoba

Aus der Reihe "Statistiken, die die Welt ganz sicher nicht braucht", ein weiteres Kleinod: Österreich überholt Deutschland beim Bierkonsum. Der Online-Plattform www.orf.at war diese Nachricht heute eine Sondermeldung wert. 31 Jahre nach Cordoba (wo noch heute ein ganzes Land "naaaaarrrisch" wird) offensichtlich ein zweiter Triumph meiner alten Heimat über den großen Nachbarn ;-)
Aber im Ernst: Immerhin ist es ein wichtiger Wirtschaftszweig, und andere Erfolgsmeldungen sind ja auch Österreich dieser Tage nicht gegönnt.
Im Pro-Kopf-Verbrauch pro Jahr führt mit Abstand Tschechien (155 bis 160 Liter Bier pro Kopf und Jahr werden dort getrunken), Österreich hat Deutschland überholt und ist nun auf Platz 2 vor dem großen Nachbarn, und meine Wahlheimat Irland behauptet sich auf dem vierten Rang. Dann - für mich überraschend - Luxemburg vor Polen.
Nun, wie schon eingangs gesagt, keine wirklich wichtige Meldung, aber für mich auch insofern interessant, weil mir immer wieder von Leuten aus der alten Heimat gesagt wurde und wird, dass die "Iren doch soviel saufen"...
Grafik: www.orf.at, Bild: spiegel online

"Fairer" Einkauf im Trend

Der Verkauf von Fair-Trade-Produkten in Irland ist im Jahr 2008 um satte 30 Prozent angestiegen. Fair Trade Mark Ireland berichtete gestern, dass der Umsatz im vergangenen Jahr die 30-Millionen-Euro-Grenze überschritten hat.
Diese Meldung ist gleichzeitig auch der Startschuss zu einer 14-tägigen Aktionsperiode, in der in ganz Irland verstärktes Augenmerk auf Fair-Trade Produkte gerichtet werden soll.
35 irische Städe haben mittlerweile Fair-Trade-Center, und beteiligen sich mit diversen Aktionen an dieser Werbekampagne.

Sonntag, 22. Februar 2009

Say good-bye with a Smile

Da klau ich doch glatt mal einen Link. Ein User hat diesen im Irlandforum gepostet, und ich muss mir den mal kurz aneignen ;-)

Auf der Kleinanzeigenplattform gumtree.ie liest man Folgendes unter dem Link http://www.gumtree.ie/dublin/33/33896333.html:

This Is A Serious Advert!


Hi there,

We are Irelands premier funeral clown company. why not book a clown for a loved one.

We come fully prepared.

Costs as Follows. Extra Charges Outside of Dublin.

Clown For The Funeral Home. €150.00

Clown For The Grave. €150.00

Clown For The Home Wake. €150.00

If you Book any single service.......Each additional service will cost Just €50.00.....

We Bring Squirting Flowers, We Make Balloon Animals.......We can even fall into the grave if you want us too.

Let your loved one go down with a smile.

Contact: Jerry at deadhappyireland@gmail.com
Fake oder nicht? Keine Ahnung, aber nach Gefühl etwas zu aufwändig und gut gemacht für einen reinen Fake, vor allem, weil auch Fotos dabei sind.

Ich stelle es mal im Kuriositäten-Kabinett ab, wenn's jemand so haben will, dann bitteschön und im wahrsten Sinne des Wortes: Viel Spaß.
Und danke an Andyyyp, dass er dieses Juwel gefunden hat :-)

120.000 protestieren gegen die Regierung

Genauer gesagt: Gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung und deren Umgang mit der aktuellen Krise.
Bis zu 120.000 Menschen haben sich gestern zu einer von Gewerkschaften organisierten Protest-Kundgebung in Dublin eingefunden. Der Irish Independant berichtet heute:
In a major demonstration of people power, protesters from all over the country vented their anger at the banking crisis, catastrophic job losses and public service pension levies.
An der Spitze des Demonstrantenzuges waren die Dublin Fire Brigade sowie Arbeiter von Waterford Crystal und SR-Technics zu finden, beides Opfer der aktuelle Wirtschaftskrise. Zur Erinnerung: Waterford Crystal ist pleite, alle Jobs scheinen im Moment trotz anhaltender Übernahmeverhandlungen verloren. Und SR-Technics baut ebenfalls mit der Standortschließung am Dublin Airport mehr als 1.200 Arbeitsplätze ab.

Haupt-Kritikpunkte der Menschenmassen waren das katastrophale Handling der Krise durch die Regierung Cowen, die verfehlte Bankenpolitik (der Ruf nach der Bekanntgabe der Mitglieder des "golden circle" wurde oftmals laut), sowie das fehlende Gegensteuern gegen die massiven Jobverluste im Land.

Etwas off topic: Zum Handling der Regierung drängt sich immer mehr eine alte Textzeile von Reinhard Mey auf:
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig', um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf's Riff.
aus: Reinhard Mey: "Das Narrenschiff"
Mehr als 100.000 Menschen haben also gestern protestiert - für eine noch viel größere, (noch) schweigende Mehrheit. Und mir drängt sich der Verdacht auf, dass das alles erst der Anfang war.

Einen Bericht über die gestrige Demo gibt's hier.

Schwarze Gänseblümchen für Irland

"High School Musical meets Pink" - so beschreibt ein Kolumnist der Irish Times die Limericker Girlie-Band "Black Daisy" (falls das jemand gesehen hat, die waren auch bei 'You're A Star...').
Gemeinsam mit Sinead Mulvay vertreten nun Black Daisy Irland beim nächsten Eurovisions-Songcontest in Moskau am 14. Mai beim zweiten Semi-Finale.
"Et cetera" heißt der Song, den Irland ins Rennen schickt. Im gestrigen Late Late-Show Eurosong Special setze sich die Girlgroup gegen 5 Mitbewerber (die allesamt auch nicht besser waren) durch. Entschieden haben eine Fachjury und ein Publikumsvoting.
Irland ist noch immer das europäische Land mit den meisten Siegen beim Songcontest, nur nachdem ich via YouTube mal eben nochmals reingehört habe, bezweifle ich stark, dass 2009 ein weiterer Sieg dazu kommen wird.
Die Nummer ist flach, Mainstream und genauso schnell wieder vergessen wie gehört. Nun, das trifft zwar auf 95 Prozent aller Beiträge bei diesem ehemaligen "Chanson-Festival" zu, aber da habe ich persönlich ja noch den rappenden Truthahn Dustin vorgezogen. An den erinnert man sich wenigstens jetzt noch.
Bild: rte.ie

Freitag, 20. Februar 2009

Strom: Viele Anbieter wechseln zu Bord Gáis

"market on the move" heißt es jetzt auf einmal - und endlich! - im Bereich der Stromversorgung von privaten Haushalten. Nachdem Bord Gáis (hier der Bericht dazu) ab Mittwoch zusätzlich zur ESB als flächendeckender Anbieter operiert (Airtricity mit insgesamt 5.000 Anschlüssen mal außen vorgelassen), wechselten in den ersten 36 Stunden immerhin 9.000 Kunden von der ESB zu Bord Gáis.
Zwar ist die Strompreisbindung schon im Jahr 2005 in Irland gefallen, doch erst jetzt scheint sich der erste ernstzunehmende Kontrahent für die ESB auf dem Markt zu gehaupten.
Ironie dabei: Der absolute Großteil des von Bord Gáis jetzt um durchschnittlich 10% billger verkaufte Strom stammt aus dem Netz der ESB.
Diese ist über die neue Entwicklung gar nicht glücklich, hat aber in der Irish Times bereits den Schuldigen ausgemacht:

The ESB said it “had both hands tied behind its back” in responding to Bord Gáis’s initiative because its prices were set by the Commission for Energy Regulation (CER).

“The ESB is not allowed to retain or win back customers because of the deregulation of the market. We have to allow customers to move freely in a competitive environment,” a spokesman said.

The ESB will be hoping that the regulator will move to cut electricity prices soon. The regulator has already been mandated by both Taoiseach Brian Cowen and Minister for Energy Eamon Ryan to reduce ESB prices by at least 10 per cent. CER business information manager Paul Brandon said it is expecting to give more details of a cut in ESB electricity prices next week, but was unlikely to make a final announcement.

Quelle: Irish Times

Bewerbungsflut für Hoteljobs in Limerick

Diese Woche wurde das Nobelhotel Castletroy in Limerick wieder eröffnet, nachdem die Carlton-Group das finanzmarode Hotel übernommen hatte.
Im Zuge dieser Neueröffnung wurden 120 Jobs ausgeschrieben, sowohl in den Medien als auch über den Online-Stellenmarkt www.jobs.ie
Insgesamt erreichten das Hotel unglaubliche 2.500 Bewerbungen für die 120 Positionen.
Alleine in den ersten 48 Stunden gingen über jobs.ie 1.900 Bewerbungen ein, und die Angebote wurden daraufhin offline genommen. Über 200 Bewerbungen wurden direkt vor Ort abgegeben, und 312 applications per E-Mail wurden ebenfalls verbucht.
In der (nicht nur) durch die DELL-Abwanderung Richtung Polen wirtschaftlich schwer gebeutelten Region midwest schaut es mit neuen Stellen noch viel schlechter aus als (noch) in Dublin. 120 glückliche stehen nun wieder in Lohn und Brot, aber für die restlichen 2.380 BewerberInnen und viele Andere geht die Suche leider weiter.
Bild: (c) discoverireland.ie

In dem Land wo's dauernd regnet

Beim Stöbern im Blog "Wanderlust Irland" bin ich heute mal wieder richtig ins Schmunzeln gekommen. Richtiger Weise entlarvt dort der Wanderer die Phrase "In Irland regnet's doch dauernd" als Vorurteil.
Das erinnert mich an einen netten Ausspruch: Vor einigen Jahren haben meine Frau und ich hier im Irlandurlaub den deutschen Auswanderer Lothar kennen gelernt. Er hat uns seine Geschichte folgendermaßen erzählt:
"Vor vielen Jahren war ich einmal in Irland auf Urlaub. 14 Tage. 13,5 Tage davon Regen. Ich habe mir damals geschworen, dass ich dieses Land erst wieder betrete, wenn es vollständig überdacht ist!"
Nun, erstaunlich daran: Die Wege des Lebens haben ihn trotzdem schneller als er dachte - und ohne Dach über der Insel *g* - wieder nach Irland gebracht, wo er ein großes Stück Land besitzt und ein tolles, ich sage mal in Irland einzigartiges Projekt betreibt: Eagles Flying.
Liebe Grüße nach Sligo an dieser Stelle.

Zwar kann ich mich auch noch an den August 08 erinnern, als ich mitten in Dublin stand, und mein Vordermann keinen Bodenkontakt mehr hatte mit seinem Auto, weil es so stark regnete und die Straßen überflutet waren - das ist aber eher die Ausnahme.
150 Niederschlagstage ab 1 mm (also fast nichts) im Osten und Süden sowie 225 solche Tage im Westen meldet Met Eireann als Durchschnittswert. Zwar mehr als in Österreich oder Deutschland, aber fürs weltweite Regen-Spitzenfeld reicht es noch lange nicht.
Außerdem ist der in Irland auftretende Regen im Ländervergleich nicht so stark/intensiv, und hält nicht so lange an.

Whatever. Irland wird auch weiterhin mit Regen verbunden werden auf der ganzen Welt. Ich bin jetzt seit September 08 hier sesshaft, und kann diesen Eindruck nicht bestätigen. Auch bei unseren früheren Urlauben (meist 14 Tage bis 3 Wochen) hatten wir nur ein einziges Mal einen Termin erwischt, an dem es mehr als 3 Tage wirklich (!) geregnet hat. Sicherlich auch eine Glückssache. Gewisse Vorurteile bleiben halt haften: So werden Iren immer als Alkoholiker gelten, und Österreicher... ach lassen wir das ;-)

Denen, die dieses Land lieben und gerne hier leben oder auch im Urlaub herkommen, ist das ja sowieso egal. Denn die fourty shades of green brauchen ja auch von irgendwo her eine Wachstumshilfe. Und was wäre Irland ohne Regenbogen? Das würde ja die Idylle von 30 Prozent aller Urlaubsbilder zerstören ;-)

Und außerdem hat man in Irland ja sowieso alle 4 Jahreszeiten innerhalb einer Stunde, wenn's sein soll.

Kurzinfo zu diesem Blog

Wie diejenigen, die mehr oder weniger regelmäßig hier reinschauen, sicherlich schon bemerkt haben, unterzieht sich dieser Blog (ich bleibe bei "der Blog", weil es mir sinnvoller erscheint als "das Blog") derzeit einer Wandlung. In optischer Hinsicht werde ich nach und nach versuchen, den Blog besser lesbar und übersichtlicher zu gestalten (was jedoch bei dem Mangel an vernünftigen Formatvorlagen und mangels Programmierkenntnissen gar nicht so einfach ist). Inhaltlich wird es hier wie bisher weitergehen, jedoch werden in Zukunft auch (jeweils mit dem Vermerk "persönliche Notizen" versehen) auch wieder verstärkt persönliche Eindrücke vom Leben in Irland einfließen. Über Feedbacks zu den Veränderungen an diesem Blog freue ich mich natürlich :-)

Donnerstag, 19. Februar 2009

Telefonieren über den Wolken

Neuer Service bei unserer allerliebsten Fluglinie, Ryan Air: Seit heute (vorerst nur in 20 Maschinen) können Passagiere der Ryan Air in Zusammenarbeit mit OnAir telefonieren, SMS-en und E-Mails versenden.
Allerdings nicht ganz billig: Die Anrufe sollen zwischen zwei und drei Euro pro Minute kosten. Eine SMS kann man für 50 Cent abschicken, das Empfangen ist gratis. Eine E-Mail kostet bis zu 1,50 Euro.
Dieser Service soll nach und nach auf die gesamte Ryan-Flotte von 170 Flugzeugen ausgeweitet werden.
Quelle: www.orf.at

Persönliche Notizen (2): Ein Fremder fern der Heimat?

I loß alles liegn und stehn
I segel afoch fuat
Und niemand wird mit mir gehn -
mir gehts wieder guat.

I verloß mei oides Leben

und alle meine Freund
Nur mitn Wind und mitn Wossa
mit Sunn und Mond vereint.
aus: Wolfgang Ambros: "Nach mir die Sintflut - Ambros singt Waits"

Als ich so um die 10 Jahre alt war, wohnte im Nachbarhaus ein Türke. Er lebte alleine in Österreich, arbeitete fast rund um die Uhr und schickte den Großteil seines Verdienstes heim zu seiner Familie, die er im besten Fall zwei Mal im Jahr zu sehen bekam. Ich habe mich oft gefragt, wie man so etwas aushalten kann - so fern der Heimat und noch dazu alleine.
Nun, alleine bin ich zum Glück nicht (mehr) hier, aber doch satte 2000 Kilometer weg von Geburtsort und Familie.
Hier bin also ich der "Ausländer". Ein Begriff, mit dem seit jeher Ressentiments geschürt werden. Einige politische Parteien quer über alle Kontinente begründen ihren teilweise bedenklich großen Erfolg auf dem Erzeugen von Angst gegen "die Anderen".
Nun, hier bin ich der "Andere".

Fühle ich mich als Fremdkörper hier? Nun, die Antwort ist Nein.

Natürlich gibt es Xenophobie auch in Irland. Und in wirtschaftlich schlechteren Zeiten wird dieser Fremdenhass leider immer noch größer als in den besseren. Und auch in Irland hört man - oftmals noch zwischen den Zeilen - die ewig und immer wieder gebrauchten Klischees (die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg, etc.)

Interessant gerade in einem Land mit einer derartigen Geschichte. Denn dieselben Iren, die jetzt gegen die Ausländer zu wettern beginnen, hatten sicher nichts dagegen, als Jahrzehnte lang - und auch heute noch - ganze Generationen von Iren sich in alle Welt (bevorzugt die USA und Australien) aufmachten, um dort ihr Glück zu finden.

Nun, ich habe vor mehr als einem halben Jahr meinen Lebensmittelpunkt hierher verlegt. Weil ich es so wollte. Ich bin in dieser Zeit weiß Gott kein Ire geworden - das werde ich wohl nie. Aber ich bin auch kein unerwünschtes Subjekt hier. Ich versuche mich da zu integrieren, wo ich es will, und halte mich eben bei gewissen Traditionen und Ritualen vornehm zurück. Ohne sie zu verdammen. Es gibt eben kulturelle Unterschiede.

Ich bin ein Österreicher in Irland. Der Zeit seines Lebens sowieso Probleme mit Begriffen wie Heimatliebe und Vaterlandsstolz hatte. Was an der Geschichte meines Herkunftslandes, an meiner Erziehung oder schlicht an meiner weltlichen Überzeugung liegen kann. Bei dieser Gelegenheit kommt mir ein Zitat von Gert Steinbäcker (STS) in den Sinn:
Es war sowas wie "Heimat" für mich lang kein Begriff
An dem Wort klebt viel Blut, viel dummer Stolz und viel Nazi-Mief

Doch ich hab da meine Wurzeln, und meine ältesten Freund'

Einen Platz wo ich mich z'rückzieh'n kann, bis die Sonn' wieder scheint...

aus: Gert Steinbäcker: "Steiermark"
Es heißt: Home is, where the heart is. Und das stimmt in meinem Fall. Ich fühle mich hier wohl, als Österreicher in Irland, nicht als Fremder fern der Heimat, nicht als "Ausländer". Und das ist es doch, was zählt.
In einem Schmelztiegel der Nationen und Kulturen, wie es Dublin ist, bin ich doch nur ein kleiner Farbklecks mehr.
Ich kenne die Vorurteile gegen "die Anderen" nur zu gut aus Österreich. Jörg Haider und seine Mannen haben diese jahrelang geschürt, mit großem Erfolg. Und nach seinem Tod ist schon der nächste da, Heinz-Christian Strache. Er führt diese Politik unbarmherzig weiter. Beispiel gefällig?
Hoffen wir, dass so etwas Ähnliches nicht bald in Irland hängt. Ich bin aber der Meinung, dass die Menschen hierzulande doch um einiges aufgeschlossener sind anderen Nationen gegenüber als in anderen Ländern. Immerhin haben diese vielen Nationalitäten und Kulturen einen Großteil zum wirtschaftlichen Aufschwung dieses Landes beigetragen, und eine Metropole wie Dublin stark mitgeprägt.

Aber ich schweife etwas vom Thema ab: Ja, ich bin weit weg von meinem "Heimat"land. Weil ich es selber so wollte. Und ich fühle mich hier in Irland willkommen, nicht nur geduldet. Was einen entscheidenden Unterschied macht.
Ire werde ich, wie schon erwähnt, nie werden (können und wollen). Aber gut und integriert hier leben - das auf jeden Fall.

Streik der Staatsbediensteten

Die nächste Streikandrohung in Irland: Kommenden Donnerstag streiken rund 13.000 Staatsbedienstete aus Protest gegen die pension levy der Regierung.
Mit einem überwältigenden Votum von 83% der Gewerkschaftsmitglieder der Civil and Public Service Union (CPSU) wurde dem Streik gestern zugestimmt.
Vom Streik betroffen sind viele Einrichtungen des öffentlichen Dienstes, zum Beispiel die Social and Welfare Offices.
Die Begründung der CPSU:
The CPSU says the pension levy is effectively a pay cut that unfairly targets public-sector workers on lower and middle incomes.

Auch bei der Garda und beim Krankenhauspersonal sind mittlerweile Streiks in Vorbereitung, wie man hört.

Ölteppich treibt auf irische Küste zu

Bekannt geworden ist die Angelegenheit schon gestern, und heute las man in vielen irischen Medien so etwas Ähnliches wie Entwarnungen: Nach einem Unfall beim Auftanken eines russischen Marine-Bootes ist eine große Menge an Öl ausgetreten, und dieser Ölteppich treibt jetzt auf die irische Küste zu.
Ein russischer Militärsprecher sprach von 300 Tonnen Öl, laut einem britischen Aufklärungsflugzeug sollen es sogar 1000 Liter sein - die Menge ist naturgemäß schwer einzuschätzen.
Nachdem man heute zB im Irish Independant gelesen hat, dass sich das Öl bereits verstreut, und das Ausmaß der Verschmutzung nicht ganz so stark ist, liest sich eine aktuelle Meldung auf www.tagesschau.de dann doch etwas anders:
Die Umweltschutzorganisation "Friends of the Earth" sprach von einem "erheblichen Ölteppich". Der Schaden für das Leben im Meer könne verheerend sein. "Das wird Auswirkungen auf die Wirtschaft haben", sagte Sprecherin Molly Walsh. Der Biologe John Lucey von der irischen Umweltbehörde sagte, es handle sich um die größte Ölverschmutzung in den Gewässern vor Irland in den vergangenen zehn Jahren. 1996 lief der Tanker "Sea Empress" vor Wales auf Grund, rund 72.000 Tonnen Öl traten aus.

Nach Angaben der irischen Behörden ist es noch zu früh für eine Aussage, welche Mengen an Öl die Küsten erreichen und welche Umweltschäden dadurch entstehen könnten. Ein irisches Schiff lief nach Angaben der irischen Küstenwache am Dienstagabend aus, um vor Ort zu überprüfen, ob das Öl aufgefangen werden kann. Ausrüstung zur Bekämpfung von Ölschäden werde in Kork bereitgestellt.

Mal abgesehen davon, dass man dem Schreiber der Tagesschau mitteilen sollte, dass man Cork mit "C" schreibt ... Es bleibt abzuwarten, welche Meldung jetzt eher stimmt.
Interessant fand ich auch diese Aussage:
Der russische Generalstabschef Nikolai Marakow bestätigte, dass in der Region der Flugzeugträger "Admiral Kusnezow" aufgetankt worden sei. "Wir haben keinen Grund zu der Annahme, dass dabei etwas schiefgegangen ist", betonte Marakow jedoch.
Und das Öl kommt dann genau... woher?
Bild: www.tagesschau.de

Automatischer Übersetzung von den Web-Seite ;-)

Mal completely off topic: Ich entwickle eine Abscheu gegen die automatische Übersetzung von Webseiten. Grade eben auf der Suche nach einem bestimmten Gadget für diesen Blog stolpere ich da über eine Seite, auf der ich unter anderem Folgendes lesen darf/kann/muss:

WidgiLand nicht erbracht werden, wie die beiden vorangegangenen Seiten, jedoch WL bietet ein Widget-Plattform, reduziert die Verluste der Zeit. In der Tat, für jeden, der versucht, eine iGoogle-Widget oder einen Browser wie Opera, eist die entsprechenden Kategorien.
Eine diskrete Menge an Material geteilt, jedoch sehr gut.
Wenn mir's jemand übersetzen kann, bitte gerne... ;-)

Mittwoch, 18. Februar 2009

Posträuber Ronnie Biggs bald frei?

Heutigen Medienberichten zufolge soll der legendäre Posträuber Ronnie Biggs noch dieses Jahr aus der Haft entlassen werden.

Biggs war einer von 15 Räubern, die den wohl legendärsten Coup der britischen Kriminalgeschichte landeten: Am 8. August 1963 stürmten sie den Postzug von Glasgow nach London und entkamen mit einer Beute von 2,6 Millionen Pfund. Die meisten von ihnen wurden kurz nach der Tat allerdings geschnappt, so auch Biggs, dem aber nach 15 Monaten die Flucht gelang.

Er setzte sich nach Brasilien ab, wo er bis 2001 relativ unbehelligt lebte (einmal wurde er verhaftet, aber wegen der Schwangerschaft seiner brasilianischen Freundin nicht ausgeliefert, einmal scheiterte ein Entführungsversuch (!) der britischen Behören, und bei einer weiteren Fast-Festnahme lag die Tat bereits mehr als 30 Jahre zurück und war somit verjährt). Im Jahr 2001 kam Biggs, von einem Schlaganfall schwer gezeichnet, freiwillig zurück nach England und wurde noch im Flugzeug verhaftet.

Im Juli dieses Jahres soll Biggs vor die Haftprüfungskomission, und angeblich ist seine Freilassung bereits beschlossene Sache. Allerdings: Ronny Biggs ist schwer krank, und hat nicht mehr lange zu leben.

Berühmtheit erlangte Biggs auch durch seine musikalischen Aktivitäten. So nahm er 2 Nummern mit den Sex Pistols auf, und eine weitere ("Carnival in Rio") mit den Toten Hosen.

Mehr über das Leben von Ronnie Biggs gibts zum Beispiel hier.

Persönliche Notizen: Warum lebe ich in Irland?

Eine oft gestellte Frage, sowohl in Foren als auch via Mail, ist die Frage nach dem "Warum". Warum lebt man in Irland, bzw. warum wandert man hierher aus.
Ich hatte in der Vorwoche via Xing einen Kontakt zu einem Bekannten aus Österreich wieder hergestellt, den ich einige Jahre aus den Augen verloren hatte. Seitdem kommunizieren wir wieder mehr oder weniger regelmäßig via Mail, und in einer kurzen Nachricht vom vergangenen Sonntag hat auch er diese Frage gestellt.
warum eigentlich irland? ich meine, man hört ja nichts gutes von dort zur zeit? gibt es da überhaupt noch arbeit? ... und dann auch noch mit der ganzen family?
Blick auf den Sonnenuntergang aus dem Küchenfenster

Nun, warum wollte ich also schon jahrelang in Irland leben, und habe diesen Traum jetzt verwirklicht? Die Frage ist nur sehr umfassend zu beantworten. Und das werde ich in den nächsten Tagen hier in diesem Blog in schriftlicher Form versuchen.
Eines vorweg: Ja, Irland ist schön. Wunderschön sogar. Ich genieße den Blick an einem wolkenlosen Abend aus meinem Küchenfenster hinaus auf den Sonnenuntergang (Foto oben). Aber das alleine als Grund würde nicht ausreichen, das Geburtsland zu verlassen und 2000 Kilometer weit weg zu ziehen. Im Gegenteil, die Schönheit der Insel ist ein Bonus, mehr nicht. Denn vergleichbar schön ist es wohl an vielen Orten auf dieser Welt.

Im Folgenden nun ein Versuch, meine Beweggründe zu skizzieren, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und aus meiner rein persönlichen Sicht geschrieben:

1. Das Meer
Die Zeiten, in denen mein Geburtsland noch Meerzugang hatte, sind schon lange vorbei. Als wir uns - nachdem der Entschluss zur Auswanderung gefallen war - potentielle Ziele angeschaut haben (nein, es kam nicht ausschließlich Irland in Frage), war eine landschaftliche Gegebenheit für uns Grundvoraussetzung: die Nähe zum Meer.
Meine Frau, mein Sohn und ich lieben das Meer. Und auch wenn es uns eher ins Landesinnere verschlagen hat, so sind wir trotzdem in Schlagweite zum Atlantik und können mal eben am Wochenende rausfahren an die wunderbaren Strände der Ostküste (Malahide, Howth, Brittas Bay or whatever), und dort stundenlang spazieren gehen. Der Mensch ist ja schließlich auch irgendwo Romantiker...
Brittas Bay (Co. Wicklow) am vergangenen Sonntag

2. Die Sprache
Absolutes Muss war, dass in unserem Auswanderungsland eine Sprache vorherrscht, derer wir mächtig sind. Also kam (nachdem wir ja vor allem auch auf unser Kind Rücksicht nehmen mussten) nur Deutsch oder Englisch in Frage. Auch das letztendlich ein Grund für Irland, auch wenn es hierzulande zugegeben oft interessante Färbungen der englischen Sprache gibt ;-) So zB in Kinsale, wo wir sehr gerne sind (Charles Fort schon gesehen?), so ganz sicher ist man sich da manchmal nicht, ob der Gesprächspartner auch in Englisch antwortet *g*
Nun gut, aber als Oberösterreicher, der regelmäßig in Bayern zu tun hatte, ist man Ähnliches ja gewohnt *g* (No offence, liebe Bayern!)

3. Die Schule
Ich weiß, das ist ein heikles Thema. Man liest und hört nichts Gutes über das irische Schulsystem. Für uns (neben dem Gesundheitssystem) lange Zeit ein Contra-Punkt. In unserem speziellen Fall kann ich allerdings nur sagen: Irrtum!
Seit Jänner geht unser Sohn in die sechste Klasse der Educate Together National School. Und er (das ist das Wichtigste!) und auch wir sind rundum begeistert! Neben der richtig liebevollen Begrüßung und aufopferungsvollen Betreuung durch die Lehrerin (Thanks, Rosemary!) gefällt uns vor allem die drucklosere, mehr auf das Individuum abgestimmte Art des Lernens. Und wir haben den Tatsachenvergleich mit einem Gymnasium in Österreich. Die Fortschritte in der Sprache und im Wissen - ja, das stimmt tatsächlich - sprechen Bände. Sicherlich gibt es auch Schulen, in denen es anders ausschaut, aber in unserem speziellen Fall kann ich nur sagen: Es war der volle Erfolg!

4. Der Arbeitsmarkt
Wiederum ein heikles Thema, gerade in Zeiten der Rezession. Und ich will mit meiner Feststellung auch niemand vor den Kopf stossen, ich weiß, dass derzeit viele ihren Job verlieren und die Lage insgesamt mehr als kritisch ist.
In unserem speziellen Fall aber haben wir das Glück, dass ich in meinem Beruf für irische Verhältnisse überdurchschnittlich gut ausgebildet bin, und habe jetzt gerade, als meine Firma bekannt gab, dass die Produktion verlegt wird, innerhalb einer Woche aus drei neuen Angeboten auswählen können. (Ich bin mir aber bewusst, dass das derzeit leider eher ein Einzelfall ist). Und auch meine Frau ist durch ihren breit gestreuten Erfahrungsschatz auch derzeit noch eher "leicht vermittelbar". Sie hat innerhalb von zwei Wochen hier eine Stelle bekommen, nachdem sie am Anfang wegen der Einschulung und Eingewöhnung unseres Juniors daheim geblieben ist.
Und dazu kommt noch, dass in meinem Segment (Druckgewerbe) der Arbeitsmarkt in Irland spannender ist als in jedem anderen Land, von dem ich die Lage kenne.

5. Die Menschen
Bevor wir hierher ausgewandert sind, waren wir insgesamt 13 mal im Urlaub hier. Und hatten da schon die Gelegenheit, Land und Leute besser kennen zu lernen. Und wir haben uns in die Offenheit und Hilfsbereitschaft der irischen Menschen "verliebt". Und sind auch, seit wir hier leben, in dieser Denkweise bestätigt worden.
Ob es der Fleischer ist, der beim Einkauf von drei Stück Schnitzelfleisch mal eben 2 Kilo frisches Hundefutter gratis draufpackt; der Nachbar, der vom Mittagessen davoneilt, um mit dem Traktor unsere schneebdeckte Auffahrt freizuräumen, damit wir den Laneway raufkönnen; der Mechaniker, der meine alte Kiste mal eben am Sonntag wieder in Gang setzt, und sich wegen der "Kleinigkeit" grade halt mal etwas Bezingeld geben lässt... - wir haben hier wirklich fast nur sehr positive Erfahrungen gemacht. Auch, und gerade bei den oft gescholtenen Autofahrern!

Weitere Gründe, warum wir in Irland leben, aber auch mehr über die positiven und negativen Seiten vom life abroad gibt es in unregelmäßigen Abständen in den nächsten Tagen und Wochen hier im Blog, jedes Mal mit dem Zusatz "persönliche Notizen" versehen

Auto-Schnäppchenmarkt

Gestern in der Print-Ausgabe der Irish Times: Gut versteckt zwischen einem Hertz-Inserat und einem Toyota-Gabelstapler das Auto-Schnäppchen des Monats, angeboten von Charles Hurst, Belfast:
04 Ferrari Scaglietti 612
immaculate condition, usw. usf.
in Tour de France blue
only 18k miles
Und das Ganze zum Sonderpreis von nur € 114.995! Außerdem sind "all trades welcome". Das Gesicht des Händlers würde mich interessieren, wenn ich meinen 13 Jahre alten Passat vor die Tür stelle und gegen einen Ferrari eintauschen will ;-)
Laut carpricewatch hat dieses Baujahr einen aktuellen Durchschnittspreis von 148.000 Euro, also wirklich ein Schnäppchen. Ob sich der allerdings wirklich per kleiner Zeitungsannonce verkaufen lässt, wage ich mal zu bezweifeln.
Gegen diesen Preis ist der ebenfalls offerierte Porsche 911 Carrera 2S (lady owned!) um 75.000 Euro ja richtiggehend erschwinglich.

Okay, Satire mal beiseite gelassen: Der Neuwagenverkauf stockt ja derzeit gewaltig, dafür gibt es im Second-Hand-Bereich derzeit wirkliche Schnäppchen. Und auch Geschäftsleute steigen immer mehr zum Gebrauchtwagen um. Lesestoff dazu gibts hier in der Irish Times

Ab heute: Strom von Bord Gáis

Seit heute Morgen ist der staatseigene Betrieb Bord Gáis auch offizieller Stromanbieter für Privathaushalte in Irland. Um "mindestens 10 Prozent" billiger soll der Strom für den Endverbraucher sein als beim bisherigen Monopolisten ESB. Analysten erwarten, dass Bord Gáis binnen Kürze rund ein Fünftel dieses Marktes erobern wird.
Außerdem kündigte die Chefetage von Bord Gáis eine Reduktion der Gaskosten von bis zu 25% an, in zwei Etappen im Jahr 2009, beginnend im April.

Dienstag, 17. Februar 2009

Busstreik in Dublin am 28. Februar

Heute Abend wurde von der National Bus and Rail Union verkündet, womit man spätestens seit dem gestern erteilten Mandat der Mitglieder gerechnet hatte: Am Samstag, 28. Februar, streiken die Fahrer von Bus Éireann und Dublin Bus. Alle Räder stehen still ...
Damit soll gegen die von beiden Unternehmen angekündigten Stellenstreichungen (über 600) und Bus-Stillegungen (270) protestiert werden.
Fällt dieser erste Aktionstag noch auf einen Samstag und hat zumindest auf die arbeitende Bevölkerung weniger Einfluss, so dürften die beiden weiteren angekündigten Streiktage (Montag, 9. und Dienstag 10. März) noch viel mehr Chaos anrichten.
Abzuwarten bleibt, ob jetzt von Seiten der Busunternehmen eingelenkt wird, oder ob wir tatsächlich drei Tage lang einen Stillstand im öffentlichen Nahverkehr bevorstehen haben.
Genaueres zum Thema gibt es zB in der Online-Ausgabe der Irish Times.
Foto: www.herald.ie

Schuldenpranger anno 2009

Es sind drastische Zeiten für manche Wirtschaftsbetriebe, vor allem auch für die small and medium Enterprises. So sieht sich der Bodenleger Owen Smith aus Cavan Town derzeit laut eigener Aussage mit mehr als 100.000 Euro Außenständen konfrontiert, und sein Geschäft ist durch den mangelnden Zahlungseingang in akuter Gefahr.
Smith will nun zu einer außergewöhnlichen Maßnahme greifen. Wie er in einem Radiointerview mitteilte, will er von heute an zumindest einen Teil seiner Schuldner in der Geschäftsauslage namentlich mit Alter und Höhe der Schuld aushängen.
Einigen der Kunden gab Smith eine Schonfrist bis nächste Woche, sollten sie bis dahin ihre Rechnungen nicht bezahlt haben, wird er auch die letzten Namen im Schaufenster erwähnen.
Laut Smith hat er diese Vorgangsweise mit seinen Anwälten abgesprochen, und sie sei rechtlich gedeckt.
Smiths älteste Außenstände datieren aus dem Jahr 2002.
Ich kann mich erinnern, dass sich so um 1995 rum ein befreundeter Geschäftsmann in der Nähe von Linz mit einer ähnlichen Vorgehensweise gewaltige Probleme eingehandelt hat. Smith bleibt nur zu wünschen, dass seine ungewöhnliche Aktion Früchte trägt und er damit sein Unternehmen retten kann...

Irland blitzt mit Klage gegen Datenspeicherung ab

Laut EU-Gesetz müssen Telefon- und Interneverbindungsdaten von den Providern mindestens 6 Monate lang gespeichert werden. Dieses Gesetz wurde trotz der massiven Bedenken von Datenschützern aus ganz Europa (vorrangig Deutschland) eingeführt. Nähere Informationen dazu zum Beispiel auf www.vorratsdatenspeicherung.de
Irland klagte nun beim Europäischen Gerichtshof gegen dieses Gesetz:
Die irische Regierung hatte gegen die Richtlinie geklagt, weil sie keine geeignete europäische Rechtsgrundlage für die Vorschriften sah. Der Ministerrat hatte die Richtlinie 2006 auf Grundlage der Binnenmarktgesetzgebung erlassen, der den Unternehmen in der EU die gleichen Rahmenbedingungen garantiert. Irland und die Slowakei hatten dagegen argumentiert, dass die Speicherung von Verbindungsdaten der Strafverfolgung dienen soll. Fragen der Innen- und Justizpolitik müssen in der EU einstimmig beschlossen. Die beiden Länder hätten demnach nicht überstimmt werden können.
Diese Klage wurde nun abgewiesen. Die Begründung laut einem Bericht der Financial Times Deutschland:
Das Gericht hielt dem entgegen, die Richtlinie beinhalte in erster Linie eine Verpflichtung der Telefonanbieter und Internet-Provider, bestimmte Daten mindestens sechs Monate lang zu speichern. Da diese Verpflichtung erhebliche finanzielle Belastungen für die Unternehmen mit sich bringe, seien EU-weit einheitliche Vorschriften für das Funktionieren des Binnenmarkts wünschenswert. Zudem könne jeder Mitgliedstaat selbst entscheiden, welche Ermittlungsbehörden in welchem Umfang Zugriff auf die Daten erhielten.
Den ganzen Bericht gibts hier zum Nachlesen.
Grafik: Volker Wirthz

Frühlingsboten

Montag, 16. Februar 2009

Irland auf der Suche nach German Native Speakers?

Ich hatte heute vormittag einen Anruf eines seit längerer Zeit mit mir befreundeten Recruiters aus Dublin, von einer der seriösesten Agenturen hier, soweit ich das beurteilen kann.
Er hatte mich vorige Woche gebeten, einen - wie er dachte - sehr lukrativen Job für einen German Native Speaker (diesen einen allerdings mit Arbeitsort München) innerhalb der deutschsprachigen Irland-Fan-Gemeinde etwas publik zu machen. Habe ich auch, im Irlandforum und hier in meinem Blog.
Noch hat sich nicht der passende Interessent gemeldet, aber das kann schon noch kommen.
Bei dieser Gelegenheit haben wir ein wenig miteinander über die Arbeitsmarktlage gesprochen, und er hat mir sein Leid geklagt. Von 20 Positionen, die er aktuell füllen soll, sind 12 für "German Native Speakers", und zwar quer durch alle Kategorien von Telesales aufwärts bis hin zum Business Developer, hauptsächlich in Dublin und Cork. Und für einige dieser Positionen sucht er schon seit Ende 2008 nach dem passenden Kandidaten. Und diese Aussage hat mich doch etwas überrascht.
Klar es gibt ein großes Jobproblem in Irland, größer noch als in vielen anderen Ländern. Das möchte ich keinesfalls schönreden. Dennoch denke ich mir auch auf Grund dieses Telefonates, dass es für Personen mit sehr guten Deutschkenntnissen hier auch derzeit noch gute Möglichkeiten gibt.
Er hat mir einige dieser Jobs zugemailt, und ich habe die Profile hier.
Sollte jemand Interesse an Jobs für German Native Speaker in Irland haben, kann er mich gerne per E-Mail kontaktieren, und ich sende ihm dann die Jobprofile und die Kontaktdaten des Recruiters zu. Natürlich strikt vertraulich, keine Frage. Vielleicht ist ja was für Euch dabei?
Für die Seriosität des Recruiters und der Jobangebote kann ich mich absolut verbürgen, das nur am Rande gesagt ...
Und, um bösen Gedanken vorzubeugen: Nein, ich bekomme keine Kopfprämie, ich verdiene nichts an dem Ganzen.

80 Stück Wild sterben im Phoenix Park

Heute in den Mittagsnachrichten auf today fm: In den kommenden Wochen werden bis zu 80 Stück Wild im Phoenix Park in Dublin zum Abschuss frei gegeben.
Als Gründe dafür wurde die nicht mehr gewährleistete Sicherheit der Besucher im Park (na, auch schon mal von einem wildgewordenen Hirschen attackiert worden dort? *g*) sowie die nicht mehr kontrollierbare Wild-Population im Park genannt.
Aber immerhin: Eine Sprecherin des Council sagte im Telefoninterview, man werde die Tiere "as human as possible" (sic) töten.
Anschließend wird das Wildfleisch der regionalen Nahrungsmittelkette zugeführt, sprich an Fleischer verkauft. Wird das Budgetloch auch nicht zwingend stopfen können...

Sonntag, 15. Februar 2009

When the Smoke is going down

(Okay, den Titel habe ich mir von den Scorpions ausgeliehen *g*)
Als Schuss ins Knie dürfte sich die im vergangenen Herbst durchgezogene Preiserhöhung bei Rauchwaren in Irland erwiesen haben. Rund 1 Million Euro am Tag entgehen dem irischen Fiskus seit diesem Datum. Nachzulesen heute im Irish Independant.
Um satte 23 Prozent sank der Umsatz mit Zigaretten in der Republik im Jänner dieses Jahres, und mittlerweile ist jede fünfte (wirklich nur?) gerauchte Zigarette in diesem Land bereits ein Schmuggelprodukt. Auch weichen viele Süchtige zum Einkauf nach Nordirland aus.
Bei gleichbleibendem Trend soll das im Jahr 2009 ein Minus an Steuereinnahmen von 324 Millionen Euro bedeuten.
Kleiner Preisvergleich am Beispiel Marlboro: Lettland: € 1,20 / Österreich € 4,00 / Irland: € 8,15
Gibt es dadurch wenigstens Einsparungen in den Behandlungskosten für Raucher? Ich fürchte nicht, denn die allermeisten Raucher haben durch die Preiserhöhungen wohl nicht mit ihrem Laster aufgehört, sondern nur verstärkt billigere Einkaufsquellen gesucht.
Geschrieben von einem Raucher, der jedes Mal in einer irischen Trafik beim Bezahlen kurz vor dem Tobsuchtsanfall steht ;-)

Samstag, 14. Februar 2009

Old Kids in Town


Fans von guter Rockmusik, aufgepasst: Die legendäre Rockgruppe The Eagles gibt sich im Juni und Juli die Ehre in Irland! Nachdem im Herbst 2007 mit "Long Road to Eden" das erste Studioalbum der Band seit 1979 (!) erschienen ist, sind die Eagles derzeit auf Welttournee und machen auch in Galway und Dublin Station:
Die genauen Termine:
28. Juni 09: Galway, Pearse Stadium
02. Juli 09: Dublin, RDS
Vielleicht eine der letzten Gelegenheiten, großartige Musikstücke wie "Hotel California", "New Kid in Town" oder "Take it easy" zu hören - und das mit Glenn Frey und Don Henley.
Schnell bei den Karten zuschlagen, sie sind ab sofort im Handel. Allerdings sind die Eintrittspreise nicht gerade "rezessionstauglich" ;-) :
Tickets: € 86,25 G.A. / € 106,25 / € 131,25 (seated)

Körperwelten in Dublin

In meiner alten Heimat hieß eine sehr ähnliche Ausstellung "Körperwelten", und war eine der meist diskutierten der letzten Jahre.
Nun ist die Ausstellung "BODIES - The Exhibition" auch in Dublin zu sehen, und zwar im Ambassador Theatre in der O'Connell Street im City Center.
Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag 10 am bis 8 pm; Freitag und Samstag von 10 am bis 10 pm. Buchungs- und Infohotline: 0818/333773.
Nähere Infos dazu gibts hier.
Informationen zu Gunther von Hagens (eig. Günther Gerhard Liebchen), dem Schöpfer der umstrittenen "Körperwelten" findet man zB in der Wikipedia.

Irische Entwicklungshilfe für Kenia

Ein Team von irischen Freiwilligen wird sich im August dieses Jahres auf den Weg nach Kenia machen, um dort aktive Entwicklungshilfe zu betreiben.
In einem Vorort von Nairobi sollen dort eine Bücherei und ein Lernzentrum für Erwachsene entstehen. Gemeinsam mit lokalen Freiwilligen werden die irischen Volunteers für den Bau, die Gestaltung und den Betrieb dieses Projektes sorgen.
Hauptzielgruppe sind junge Mütter, die oftmals schon vor dem Schulabschluss die Schule verlassen müssen (Schwangerschaft, Arbeitsbeginn, frühe Heirat etc.) - diesen sollen durch dieses ehrgeizige Projekt neue Chancen eröffnet werden.
Organisiert wird dieses Projekt vom Institute for Technology Tallaght - Interessierte werden noch gesucht.
Ein tolles Projekt, das auch sehr unterstützenswert ist, wie ich meine.

Zum Valentinstag


Irgendjemand drauf vergessen? Oje... ;-) Naja, bei dem Trubel der hierzulande drum gemacht wird, wäre das wirklich ein schwerer Faux-pas. Heute ist Valentinstag.
Für diejenigen, die am heutigen Tag ihre Gefühle nicht so gut in Worten ausdrücken können, empfiehlt sich zum Beispiel ein Liedtext. Und ich habe auch so einen rausgesucht.
Georg Danzer hat einige der wunderbarsten Liebeslieder unserer Zeit verfasst. Und ich habe heute beim Heimfahren aus Dublin eines davon wieder einmal gehört, und stelle den Text mal hier rein. Für meine Frau, für die ich unheimlich dankbar bin :-)
Des is mei Frau

Du überrascht mi immer wieder
Fallst wie der Regen nieder auf mein Leb'n
Dann geht dein Lächeln wia de Sunn auf
Und für dein Anblick tät i alles geb'n
Du kannst der Herbst sein und der Frühling
Du kannst der Winter und der Sommer sein
Du bist wie alle Jahreszeiten
In an Moment November, und dann Mai

Und trotzdem kenn i di genau
I schau dich an und denk ma: Wow!
Des is mei Frau. Des is mei Frau

Du bist a wolkenloser Himmel
Und dann kommt ein Gewitter über di
Und könntat i Gedanken lesen
Du warast nie a off'nes Buch für mi
So viele Widersprüchlichkeiten
So viel verschied'ne Seiten san an dir
Doch auch wenn wir uns manchmal streiten
I weiß genau, wenn's eng wird, stehst zu mir

Und desweg'n kenn i di genau
I schau di an und denk mir: Wow!
Des is mei Frau. Des is mei Frau.

Des is mei Frau, die i im Grunde net durchschau
Die traurig is, a wenn sie lacht
Die mi beruhigt und unruhig macht
Bei der i eins nur sicher fühl
Des is mei Frau, die is genau
Was i vom Leben brauch und will
Übrigens: Ein wirklich gutes und hörenswertes Live-Doppelalbum von Georg Danzer und vielen Freunden ist im vergangenen Herbst posthum erschienen. Darf in keiner Musiksammlung fehlen: Und manchmal kann's auch regnen. Georg Danzer und Freunde live in der Wiener Stadthalle am 16. April 2007
Erhältlich bei Amadeo / Universal Musik

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